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Solarpark Ahausen: Gemeinde schiebt Öffentlichkeitsbeteiligung an

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Von: Nina Baucke

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Auf diesem rund 50 Hektar großen Areal nahe der Bundesstraße 215 und dem Ahauser Ortsteil Auf dem Adel soll ein Solarpark entstehen.
Auf diesem rund 50 Hektar großen Areal nahe der Bundesstraße 215 und dem Ahauser Ortsteil Auf dem Adel soll ein Solarpark entstehen. © Diercks

Auf einem 50 Hektar großen Areal in der Gemeinde Ahausen soll ein Solarpark entstehen: Einstimmig votiert der Rat für die Aufstellung eines Bebauungsplanes, das schließt auch mit ein, in absehbarer Zeit, die Öffentlichkeit mit ins Boot zu holen.

Ahausen – Noch ist sie nicht ganz abgeschlossen – die Änderung des Flächennutzungsplanes, die für den in Ahausen beim Ortsteil Auf dem Adel geplanten Solarpark notwendig ist. Während dieser Vorgang bei der Samtgemeinde Sottrum liegt, will die Gemeinde Ahausen bereits den nächsten Schritt gehen: Einstimmig votierten die Ratsmitglieder bei ihrer Sitzung am Montagabend in der Mehrzweckhalle Eversen für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes. „Es gibt die Möglichkeit, das parallel laufen zu lassen“, erklärte Ratsherr Robert Abel (PoP) das Prozedere.

Den B-Plan begleitend anzuschieben verleiht der Gemeinde die Möglichkeit, gleich nach Abschluss des F-Planes einen entsprechenden Beschluss zu fassen. „Wir haben ohnehin schon Zeit verloren“, so Bürgermeister Rainer Henke (CDU).

Bereits seit fast zwei Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit dem Thema Solarpark, im September 2020 hatten bereits der potenzielle Investor Solarwind GmbH das Konzept eines Solarparks bei Ahausen vorgestellt. Ein darauf von der Samtgemeinde angefordertes Gutachten ermittelte mögliche Standorte innerhalb der Kommune, das Areal in Ahausen ist einer davon. „Laut Gutachten ist das Gelände besonders für einen Solarpark geeignet“, so Abel. Bislang gibt es lediglich im Bereich der Samtgemeinde einen Solarpark, nämlich den bei Hassendorf.

Maximale Transparenz

Konkret geht es um eine Fläche von 50 Hektar nahe der Bundesstraße 215, von der allerdings noch Wege und Begrünungsflächen abgezogen werden und am Ende 40 Hektar effektiv als Standorte für die einzelnen Solarmodule genutzt werden. Sie ist im Besitz sieben verschiedener Eigentümer, „jeder von ihnen hat bereits einen Vorvertrag unterschrieben, dass sie bereit wären, ihr Grundstück für den Solarpark zu verpachten“, so Henke. Dazu kommt, dass die Fläche in der Nähe eines Wasserschutzgebietes liegt, wodurch sich dort Niederwild und Insekten ansiedeln könnten. „Sie wird dann ja nicht bewirtschaftet“, so Henke. Da das Gelände zudem direkt an der Bahntrasse liegt, könnte der Investor den Strom direkt an die Bahn verkaufen, die ihn ohne Umwege in ihr Netz einspeisen kann. „Wir verdienen an der Gewerbesteuer und der Kommunalabgabe“, so Henke.

Zu dem B-Plan-Verfahren soll auch eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gehören – zum einen durch Auslegung der Planungen und durch eine öffentliche Veranstaltung. „Wir wollen hier mit maximaler Transparenz arbeiten“, betonte Abel. Denn: „Das war bei einer Windradgeschichte vor ein paar Jahren anders, und da haben wir genug schlechte Erfahrungen gemacht.“ Man wolle für den Solarpark so viel Akzeptanz wie möglich.

Wir haben das Verfahren jetzt angeschoben, wollen aber niemanden etwas aufdrücken.

Rainer Henke

„Wir haben das Verfahren jetzt angeschoben, wollen aber niemanden etwas aufdrücken, und schon gar nicht denen, die Auf dem Adel wohnen“, betonte auch Henke. Natürlich werde es Argumente dafür und dagegen geben. „Ob die dann begründet sind, werden wir sehen. Und wenn die direkten Anwohner den Solarpark nicht wollen, wird das Ding sterben.“ Er aber ist zuversichtlich: „Jetzt können wir als Gemeinde noch bestimmten, wo die Reise hingeht, wir haben die Handlungshoheit.“

Dass man an dem Thema schon lange dran sei, wüssten auch die Leute, die in dem Ortsteil Auf dem Adel lebten, so Abel. „Wichtig ist, dass wir mit diesem Beschluss ein Signal geben, dass wir die von Bund und Land gewollte Energiepolitik auch umsetzen.“ Derzeit rechnet die Gemeinde damit, im Sommer mit der Auslegung zu beginnen, der F-Plan könnte dann zum Herbst hin vorliegen.

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