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Solarflächen: Reeßum macht bei Ausweisung den nächsten Schritt

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Von: Antje Holsten-Körner

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Während sich auf der einen Seite der Autobahn mehrere Windkrafträder drehen, sollen auf der anderen Seite Potenzialflächen ausgewiesen werden, damit dort Strom durch die Sonne erzeugt werden kann.
Während sich auf der einen Seite der Autobahn mehrere Windkrafträder drehen, sollen auf der anderen Seite Potenzialflächen ausgewiesen werden, damit dort Strom durch die Sonne erzeugt werden kann. © Holsten-Körner

Reeßum – Der nächste Schritt in Richtung Potenzialgebiete für Fotovoltaik-Freiflächenanlagen neben der Autobahn 1 auf dem Gebiet der Gemeinde Reeßum ist getan: Einstimmig haben die Mitglieder des Reeßumer Rats während einer Sitzung am Montag für eine nötige Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt. Die Voraussetzungen für konkrete Pläne in diese Richtung sind also gemacht. Allerdings fällt das Gebiet nun kleiner aus, als ursprünglich mal angedacht.

„Die Vorlage wurde nach einer Weißflächenstudie der Samtgemeinde Sottrum erstellt, bei der Karten mit vorhandenen Faktoren wie Wohnbebauung, Wald oder anderem Bestand übereinandergelegt wurden“, erklärte Reeßums Bürgermeister Julian Loh vorab. Eine Abweichung gab es allerdings zur Vorlage: Statt das vorgeschlagene 26,95 Hektar große Gebiet rechts und links des Weges Brookhorn aufzunehmen – also der Verlängerung von der Straße Zum Heidort in Reeßum über Autobahn in Richtung Clüversborstel – wurde auf die nördliche Seite verzichtet. „Diese Fläche ist zu dicht an den Wohnhäusern in Clüversborstel“, leitete Michael Cordes die Aussprache zu dem Tagesordnungspunkt ein.

Ines Holste sah, wie auch die anderen Ratskollegen, die sich zu Wort meldeten, ebenfalls die Nähe zur Wohnhausbebauung als kritisch an. Daher reduzierte sich die Fläche auf 18 Hektar, die auf der südlichen Seite des Weges liegen. Der finanzielle Anteil der Gemeinde Reeßum am Änderungsverfahren könnte, so kalkulierte Julian Loh, „im mittleren vierstelligen Bereich liegen“. „Wir können diese Kosten sowie die Kosten für den noch aufzustellenden Bebauungsplan zum Teil unserer Verhandlungsmasse mit den Grundstückseigentümern werden lassen“, erklärte der Bürgermeister.

Nach dem Artikel in der Kreiszeitung, dass wir den Antrag auf Ausweisung von Potenzialflächen auf der Tagesordnung hatten, bekam ich mehrere Anrufe von Interessenten.

Bürgermeister Julian Loh

Über den noch aufzustellenden Bebauungsplan nimmt die Gemeinde weiterhin Einfluss an der Gestaltung des Gebietes. Die Nachfrage bei Investoren nach geeigneten Flächen ist groß. „Nach dem Artikel im vergangenen Frühjahr in der Kreiszeitung, dass wir den Antrag auf Ausweisung von Potenzialflächen auf der Tagesordnung hatten, bekam ich mehrere Anrufe von Interessenten“, berichtete Loh. Vor einem Jahr hatte sich der Rat erstmals mit dem Thema befasst.

Im Gegensatz zu der jetzt beschlossenen Änderung des Flächennutzungsplanes standen damals noch weitere Grundstücke und ein anderer Zuschnitt zur Diskussion. Da auch aus Ahausen ein Antrag auf Potenzialflächen für Fotovoltaik entlang der Eisenbahnschienen eingereicht wurde, beschäftigte sich der Sottrumer Samtgemeinderat mit dem Thema, der über die Weißflächenstudie die Gebiete in der Samtgemeinde ermitteln ließ. Sie stellt dar, wo wirtschaftliche Solarparks entstehen können und wo sie ausgeschlossen werden müssen. Aber nicht nur in Sottrum, in der ganzen Region sind mögliche Flächen für Solarparks ein Thema.

„Durch die Abweichung hielt ich die heutige Befassung des Rates mit dem Thema für geboten, statt nur verwaltungsseitig zuzustimmen“, so der Bürgermeister weiter. Für die Zukunft möchte Julian Loh eine zusätzliche Ausweisung nicht ausschließen: „Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden sich sicherlich ändern“, vermutete er im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung in der Energiepolitik, die durch den Krieg in der Ukraine erfolgt.

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