Skulptur mit Botschaft

Es soll symbolisieren, dass unser Handeln in der Gegenwart auch immer eine Auswirkung auf die zukünftige Entwicklung hat.Künstler Ortwin Musall über seine Skulptur

„Zukunftsfenster“ ist der Name einer Skulptur des Mulmshorners Ortwin Musall, die er aktuell der Gemeinde Bötersen gestiftet hat. Wie es dazu kam, was der Gedanke dahinter ist und an welchem Ort sie aufgestellt wurde, ist nichts, was im Detail geplant war. Dafür sendet sie eine aktuelle Botschaft.

VON MATTHIAS DAUS

Bötersen – Mit der Kunst ist es manchmal so eine Sache. Es ist für den Laien nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, was hinter einem Kunstwerk steckt und welchen Gedanken der Künstler mit seinem Werk verfolgt hat. Aber vielleicht muss Kunst ja auch nicht immer offensichtlich sein und eher als Anregung zum Nachdenken verstanden werden. Die Skulptur „Zukunftsfenster“ des Mulmshorner Künstlers Ortwin Musall gehört ein Stück weit in diese Kategorie. Sie besteht aus einer geschwungenen Form aus Kirschholz, die an einer langen Stange angebracht ist.

Und auf dieser Skulptur befindet sich eine Art Ornament, dass schemenhaft einen blauen Himmel und eine Sonne andeuten könnte. Eine Deutung, die für Ortwin Musall nur eine der möglichen Sichtweisen darauf darstellt. „Für mich ist es eine Art undefiniertes Guckloch in eine noch nicht bestimmte Zukunft. Es soll symbolisieren, dass unser Handeln in der Gegenwart auch immer eine Auswirkung auf die zukünftige Entwicklung hat“, erklärt er. Das beginne bereits im kleinen Rahmen und führe weiter bis auf größere und auch globale Ebenen. „Wenn man sieht, wie uns heute die Fehler der Vergangenheit einholen, wie man beispielsweise am großen Problem mit dem Plastikmüll sehen kann, dann ist das doch Grund genug, sich mit unserer heutigen Lebensweise auseinanderzusetzen“, sagt der Künstler. Mit seinem Werk wolle er dazu anregen, sich dieser Gedankenwelt zu öffnen.

Dass nun dieses Kunstwerk „Zukunftsfenster“ einen Platz in Bötersen gefunden hat, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Einerseits ist es die persönliche Bekanntschaft, auch auf kultureller Ebene, zu Ute Höfer-Horn, andererseits wollte Musall sich auch für die viele Unterstützung, die er in der Gemeinde Bötersen erfahren hatte, bedanken. „Man hat mir hier häufig Holz für meine Skulpturen zur Verfügung gestellt“, sagt er. Der Gedanke, eines seiner Werke zu stiften, war geboren. Und da sich die Gemeinde durch die mit einem Sieg auf Bundesebene gekrönte Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in den vergangenen Jahren sehr eingehend mit den Fragen der zukünftigen Entwicklung und der Nachhaltigkeit beschäftige, sah Musall einen Bezug zu seinem Werk.

Da Höfer-Horn auch Mitglied im Arbeitskreis „Dörfliches Grün“ ist, war es nur eine Formsache, dass die Gruppe sofort hinter diesem Anliegen stand. Ein Antrag bei der Gemeinde, das Kunstwerk anzunehmen und aufstellen zu dürfen, war keine Hürde. Es blieb lediglich die Frage nach einem geeigneten Standort. Aber auch die war sehr schnell geklärt. „Es war für uns eigentlich eine logische Konsequenz, dass wir die Skulptur am Schulweg aufstellen wollen“, erläutert Ilse Behrens von der Gruppe „Dörfliches Grün“.

Der Schulweg in Bötersen ist eigentlich ein Schotterweg, der als Verbindung des Baugebiets „Auf dem Kamp“ mit der Grundschule dient. Diesen Weg hatte der Arbeitskreis im Verlauf der letzten Jahre durch verschiedenste Maßnahmen als eine Art naturnahen Pfad gestaltet. Und ihm, durch das Aufstellen eines Schaukastens für Gedichte, durch den mittlerweile verstorbenen Jeerhofer Dichter Hartmut Horn, auch eine kulturelle Komponente verliehen. „Das alles geschah nicht im Rahmen eines Konzepts, das wir entwickelt hatten, sondern es hatte sich eher alles von selbst so ergeben“, erläutert Behrens die Anordnung der verschiedenen Komponenten, die dem Weg sein aktuelles Gesicht gegeben haben.

Ein Gesicht, zu dem die Skulptur von Ortwin Musall wie die berühmte Faust aufs Auge passt. Für den Mulmshorner entspricht der gewählte Standort mit direkter Nähe zur Schule komplett seinen Vorstellungen. „Wo eine Schule ist, da ist auch das Leben“, sagt er, „und Kunst gehört dahin, wo das Leben ist und wo die Menschen sie sehen können.“

Der Standort ist gewählt, das Werk ist aufgestellt, aber komplett fertig ist es noch nicht. „Wir werden die Skulptur noch ein wenig niedriger setzen, damit sie für die Leute noch zugänglicher wird“, erläutert Ilse Behrens. Außerdem ist es angedacht, zusätzlich eine kleine Tafel anzubringen, auf der es neben dem Namen der Skulptur und des Künstlers auch eine kurze und prägnante Erläuterung zu dem Werk geben wird.

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