Weitere Vorstellungen geplant

„Erlenkönigs Traum“ vom „Theater 11. August“ feiert Premiere

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Zeichnungen und Bilder auf dem Tageslichtprojektor, Requisiten und natürlich die Schauspieler finden in „Erlenkönigs Traum“ einen neuen Zugang zur Dichtkunst.

Taaken/Benkel - Von Lutz Bergmann. In einer kleinen Scheune in Benkel beleuchtet ein Tageslichtprojektor eine weiße Holzwand. Diese steht auf einer hölzernen Bühne, davor mehrere Stuhlreihen, auf denen Zuschauer sitzen. Ein Wassertropfen zerbirst auf der gläsernen Oberfläche des Projektors. Vielfach vergrößert, wird diese nasse Explosion auf die Bühne projiziert. Noch ein Tropfen zerbirst. Und noch einer. Aus einer Pfütze wird eine Wassermasse, die Wellen schlägt. „Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn, und das hat mit ihrem Singen die Loreley getan“, sagt ein Schauspieler von der Seite der Bühne.

Eindrucksvolle Bühnenbilder verknüpft mit deutschen Gedichten, wie dieses Ende von Joseph von Eichendorffs „Loreley“ – das bot das in Taaken beheimatete Theater „11. August“ auf dem Eschels Hoff. Es war die Premiere des Stücks „Erlenkönigs Traum“, das von den vier Schauspielern Paul Dombrink, Christoph Mikula, Michael Pilbauer und Ulrike Monecke aufgeführt wurde. Sechs Wochen hatten die Darsteller gemeinsam mit Regisseur Johannes Arnold und Tageslichtprojektor-Steuerfrau Tamara Trölsch geprobt. Ende vergangener Woche kam das Stück nun auf die Bühne.

Auf eben jener steht nun Hitler. Zumindest erinnert seine Artikulation sehr an ihn. Er trägt einen blau-gelb-gestreiften Bademantel, die schwarzen Socken sind bis zu den Knien hochgezogen und die Füße stecken in braunen Lederschuhen. Er schreitet offiziersmäßig über die Bühne, trinkt zwischendurch aus einer Kaffeetasse und betont das „R“ beim „Abendlied“, besser bekannt als „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius, extrem rollend. „So legt euch denn ihr Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch.“ Das Publikum prustet vor Lachen.

Einen neuen Zugang zu Gedichten schaffen – das, so Regisseur Johannes Arnold, wolle man mit dem Stück bewirken. Früher habe man sich abends Gedichte vorgetragen, heute brauche es neue Zugänge zur Poesie. Die Gedichte müssten neu gedeutet und mit Leben gefüllt werden. Im Stück „Erlenkönigs Traum“ wird die Poesie musikalisch untermalt oder gesungen, optisch ergänzt durch Zeichnungen, Grafiken und Bildern auf dem Tageslichtprojektor und durch Schauspiel und Requisiten.

Mehrere Stiftungen halfen bei der Finanzierung

Die vorgetragenen Gedichte hat die Theatergruppe gemeinsam ausgewählt, die Szenen zusammen erdacht und die Musik Christoph Mikula, ein Darsteller des Theaters, teilweise selbst komponiert. Auf einem Keyboard spielt er sie von der Seite der Bühne vor. Finanzielle Mittel für „Erlenkönigs Traum“ stellten die Stiftung Niedersachsen, der Landschaftsverband Stade und die EWE-Stiftung zur Verfügung.

Letzte Szene. Zwei Schauspieler laufen mit Kussmund aufeinander zu, treffen sich in der Mitte der Bühne. Eine Leinwand wird vor ihre Gesichter gehalten, „Ende“ darauf projiziert und von der Seite aufgesagt: „De olle Mann denkt so zurück: Wat hat er nu von seinen Jlück? Die Ehe war zum jrößten Teile, vabrühte Milch un Langeweile, und darum wird beim Happy End im Film jewöhnlich abjeblendt.“ Es folgt Applaus und beim Rausgehen heißt es von vielen Zuschauern: „Das war aber toll!“

Weitere Vorstellungen gibt es vom 5. bis 7. Oktober und am 20. und 21. Oktober jeweils ab 20 Uhr. Karten kosten 18 Euro, ermäßigt zwölf. Im Vorverkauf sind sie bei der Drogerie Stöver in Sottrum erhältlich.

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