Eltern-Kind Treff soll nach Hellwege

Simbav sucht neue Bleibe

Der Verein Simbav sucht nach neuen Räumlichkeiten in der Gemeinde Sottrum, in denen die Ehrenamtlichen ein wöchentliches Eltern-Kind-Treffen abhalten können. - Foto: Tisemann

Hellwege/Rotenburg - Von Bettina Diercks. Der Gemeinderat Hellwege will am Donnerstag darüber beschließen, ob er den Rotenburger Verein Simbav umfassend unterstützt. Der hatte dort angefragt, ob er einmal in der Woche im Heimat- und Kulturhaus (HuK) ein Eltern-Kind-Treffen abhalten kann. Und das möglichst komplett kostenlos.

Hellweges Bürgermeister Wolfgang Harling (SPD) hatte Vertreter des Vereins Simbav aus Rotenburg deshalb bereits zur vergangenen Ratssitzung am 22. August ins Heimat- und Kulturhaus eingeladen. Dort durften die Koordinatorinnen Petra von Spreckelsen und Ina Helbig den Verein und das geplante Vorhaben vorstellen. Beide betonten, dass ihnen die Arbeit in den sogenannten „Außengruppen“, also in den Gemeinden um Rotenburg herum, besonders am Herzen läge. Eine solche hatten sie bis vor den Sommerferien auch in der Gemeinde Sottrum. Den Standort hat Simbav aber aufgegeben.

„In Sottrum war es so, dass wir der Kirchengemeinde Geld für die Nutzung des Gemeindehauses bezahlen mussten. Die Förderung, die wir in Sottrum bekommen haben, hat nicht gereicht“, erklärte von Spreckelsen den Mitgliedern des Hellweger Gemeinderates. „Wir hatten das Gefühl, die Unterstützung von Familien wurde als nicht so wichtig angesehen“, ergänzte Helbig.

„Wir sehen das grundsätzlich sehr positiv, was der Verein dort macht“, sagte Holger Bahrenburg, ehrenamtlicher Gemeindedirektor Sottrums. Nachdem der Verein zuerst 1 000 Euro Zuschuss von der Kommune bekam, beschlossen die Lokalpolitiker später, die Mittel für 2016 auf 740 Euro zu kürzen, 25 Prozent der Gesamtkosten. So sieht es laut Holger Bahrenburg sowohl die Verwaltungshandreichung sowie die „Richtlinie zur Förderung der Kultur- und Heimatpflege und des Sport“ vor.

„Wir haben den Zuschuss angeglichen, um alle Vereine gleich zu stellen. Simbav ist zudem kein Sottrumer Verein.“ Simbav teilte laut Bahrenburg daraufhin telefonisch mit, dass der Zuschuss nicht ausreiche und 1 500 Euro pro Jahr sowie die Materialkosten beim Verein hängen bleiben würden.

Simbav hofft auf kostenlose Nutzung

Das könne dieser sich nicht leisten, bestätigten von Spreckelsen und Helbig in Hellwege. „Was unsere Arbeit unterstützen würde, wäre die kostenlose Raumnutzung und ein Entgegenkommen bei der Pauschale der Ehrenamtlichen.“ Laut der beiden Koordinatorinnen würden die Kosten im kommenden Jahr für die Gruppenleitung über das Jahr 1 968 Euro betragen, die Materialkosten 500 Euro.

Karin Fuge-Venzke, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, ist sauer über die ihr bekannte Aussage Simbavs „wenn der Kirchenvorstand uns mal entgegengekommen wäre“. Fuge-Venzke: „Das ist ja ein sehr schönes Angebot, was Simbav hat. Wir sind dem Verein sehr entgegengekommen. Wir stellen gerne Räume zur Verfügung, können aber nicht jemanden bevorzugen.“ Statt der 30 Euro pro Termin laut der einheitlichen Vermietungsordnung der Räumlichkeiten habe der Kirchenvorstand sich auf zwölf Euro pro Termin geeinigt.

„Die Kosten für die Küchennutzung haben wir komplett erlassen“, sagte die Vorsitzende. Simbav habe für dieses Geld viele Räume im Gemeindehaus genutzt: „Saal, Aufenthaltsraum und Küche. Das Material sollte in einem dritten Raum gelagert werden. Den konnte die Kirche aber nur im oberen Stockwerk anbieten. Das war Simbav laut Fuge-Venzke zu beschwerlich. „Im Gemeindehaus findet auch ein Yoga-Kurs statt, die bringen ihre Matten auch selbst mit.“

„Wir unterhalten das Gemeindehaus und finanzieren es aus Mieten. Unser Haushalt ist spitz auf Knopf“, sagt die Vorständlerin. Letztlich müsse die Kirche bei den Vermietungskosten nach dem Gleichbehandlungsprinzip handeln. Selbst Kirchenvorstandsmitglieder, die die Räumlichkeiten mal privat nutzen, zahlen den festgelegten Kurs.

„Wir haben versucht, kreative Lösungen für den Verein zu finden“, berichtete Fuge-Venzke. Der Kirchenvorstand habe vorgeschlagen: „Stellen Sie einen Antrag beim Kirchenvorstand, beim Förderverein bei der Stiftung für Spenden und Zuschüsse, wenden Sie sich an die Gemeinde.“ Passiert sei nichts.

Und, nachdem die Gemeinde den Zuschuss kürzte, teilte Simbav mit, dass er sich die Räumlichkeiten nicht mehr leisten könne und aufhören würde. „Wir haben vorgeschlagen: ,Wenn jeder Teilnehmer einen Euro bezahlen würde, würden die 48 Euro im Monat zusammen kommen’. Laut Simbav könne man das denen nicht zumuten“, berichtete Fuge-Venzke, die vorschlug: „Wenn sich das jemand nicht leisten kann, kann jeder Einzelne einen Antrag bei der Diakoniekasse stellen.“

Kirchengemeinde ist enttäuscht

„Zu Anfang haben wir gedacht, das sei eine nette Sache. Wir könnten die Gruppe in einen Krabbelgottesdienst integrieren. Der Verein hatte kein Interesse“, so Fuge-Venzke. „Simbav zeigte sich wenig kooperativ und hatte wenig Einsicht. Wir waren hinterher enttäuscht. Wir waren denen so weit entgegengekommen, haben Wege aufgezeigt.“

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