Bürgermeister-Vertreterin Kerstin Wendt ist gut in Sottrum angekommen

Sie steht für Veränderung

Kerstin Wendt ist seit dem 1. Juni die Erste Samtgemeinderätin in Sottrum.
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Kerstin Wendt ist seit dem 1. Juni die Erste Samtgemeinderätin in Sottrum.
  • Matthias Röhrs
    vonMatthias Röhrs
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Sottrum – Mittlerweile ist sie schon überall vorstellig geworden. Alle sieben Mitgliedsgemeinden hat Sottrums neue Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt inzwischen besucht und sich einen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort beschafft. Seit dem 1. Juni ist sie sozusagen die Nummer zwei im Rathaus und schließt damit die Lücke, die nach dem Ausscheiden von Jürgen Schlusnus als Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters seit 2018 klaffte.

Nun, rund sieben Wochen nach ihrem Dienstantritt, sitzt sie im Trauzimmer des Rathauses – aufgrund Corona zum Besprechungsraum umfunktioniert. Sie lächelt. Sie sei ganz gut angekommen, sagt sie. Sie versuche, sich reinzuarbeiten in die Strukturen der Samtgemeinde, Neuland für jemanden, der jahrelang für die Verdener Kreisverwaltung arbeitete und mit einer anderen kommunalen Ebene zu tun hatte. Doch sind es Strukturen, die sie aufbrechen soll.

Zu Wendts Hauptaufgaben gehört die Verwaltungsreform, die die Samtgemeinde unlängst angestoßen hat. Im Rathaus sei sie dazu federführend, erklärt die Völkersenerin, „wobei das natürlich ein Prozess unter allen Mitarbeitern ist“. Die ersten Pläne einer Arbeitsgruppe und den Beratern von NSI Consult wurden Ende Juni dem Samtgemeinderat und der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun liegt es an Wendt, diese in die Gemeinden zu tragen und den Ratsleuten vor Ort vorzustellen. Der Anfang ist bereits gemacht, vergangene Woche war sie in Reeßum.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kerstin Wendt mit einer derartigen Aufgabe betreut ist. Sie hat sozusagen Aufbau-Erfahrung, schon in Verden hat sie neue Abteilungen wie das kommunale Jobcenter mit aufgebaut. Zuletzt war sie Leiterin von Arbeit im Landkreis Verden (ALV), eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die im Nachbarkreis unter anderem für die Grundsicherung für Arbeitssuchende, Beratung, Arbeitsvermittlung, Jugendberufshilfe und Qualifizierungsprojekte zuständig ist. Außerdem war sie die Wirtschaftsförderin des Landkreises Verden. Mit 29 Jahren hatte sie dort ihre erste Führungsposition im Sozialamt inne. Das war im Jahr 1996. Außerdem war sie unter anderem in den Bereichen Naturschutz, Personal und Sozialhilfe tätig. Einst sei sie die erste Teilzeitführungskraft im Landkreis Verden gewesen.

Nun also Sottrum: Eine „ganz andere, inhaltliche Herausforderung“ sei das. Deswegen habe sie sich beworben: Der Aufbau neuer Strukturen und die Wohnortnähe seien ausschlaggebend gewesen für ihre Bewerbung. Neue Strukturen schließt einiges mit ein. Wendt will die EDV auf Vordermann bringen und den antiquierten Internetauftritt der Samtgemeinde durch einen modernen ersetzen. Die Arbeit mit Terminen hat sich ihren Worten nach in der Corona-Krise bewährt, das wolle man nun etwa mit einer Online-Terminvergabe ausbauen.

Das Ziel ist: Die Bürger sollen sich den Weg ins Rathaus möglichst sparen können. Natürlich spielen da Bund und Land mit rein, aber die Samtgemeinde „muss ihren Baustein dazu beitragen“. Auch für ein Rathaus gilt es, dort zu sein, wo die Bürger sind.

Kommunalwahl 2021: Wendt bleibt diplomatisch

Wenn im Herbst 2021 gewählt wird, bekommt die Erste Samtgemeinderätin Kerstin Wendt einen neuen Chef. Es sei denn, sie tritt selbst als Bürgermeisterkandidatin an – Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag hat bereits angekündigt, nicht zu kandidieren – und gewinnt die Wahl auch. Der eine oder andere Lokalpolitiker in Sottrum kann sich jedenfalls gut vorstellen, Wendt als überparteiliche Kandidatin auf dem Wahlzettel zu setzen.

Darauf angesprochen reagiert sie diplomatisch. „Ich bin ganz bestimmt nicht wegen dem Bürgermeisteramt nach Sottrum gekommen.“ Und auch nicht als mögliche Gegenkandidatin für Peter Freytag. Als sie vom Rat zur Ersten Samtgemeinderätin berufen wurde, seien dessen Absichten noch nicht bekannt gewesen.

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