Gefällter Wald in Stuckenborstel soll wieder aufgeforstet werden

Sicherheit geht vor

Bezirksförster Robin Bergmeyer zeigt, wie stark die Bäume im Inneren durch den Borkenkäferbefall verfault waren.
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Bezirksförster Robin Bergmeyer zeigt, wie stark die Bäume im Inneren durch den Borkenkäferbefall verfault waren.

Stuckenborstel – Keine Frage, die vergangenen drei Jahre waren von starker Trockenheit geprägt. Das hat zur Folge, dass es dem Borkenkäfer gut geht. Denn der Schädling hat es vor vor allem auf Fichten abgesehen, die wegen der Trockenheit geschwächt sind. Unter diesen für ihn optimalen Bedingungen vermehrt sich der Käfer stark. Die Folgen sind fatal:

Zum einen sind die Bäume nicht mehr stabil, können so leicht fallen. Zum anderen fliegt der Schädling weiter aus und befällt dann auch die Bäume, die in der Nähe stehen. „Genau diese Situation hatten wir hier im Stuckenborsteler Wald“, erklärt Robin Bergmeyer. Gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU), Gemeindedirektor Holger Bahrenburg und Björn Becker vom Bauhof der Gemeinde Sottrum ist der Bezirksförster an den „Tatort“ gekommen, um noch einmal zu erklären, warum die Fällmaßnahme an dieser Stelle mit einer solchen Intensität umgesetzt worden ist. Denn der Kahlschlag auf der etwa einen halben Hektar großen Waldfläche wurde von vielen Anwohnern heftig kritisiert.

Aber: „Durch den trockenen Sommer war der gesamte Bestand befallen, der Borkenkäfer ist explodiert“, klärt Bergmeyer auf. Der Wald, der gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird, hätte andernfalls komplett abgesperrt werden müssen, „auch der Weg, der hier durch führt, wäre nicht mehr nutzbar gewesen“, berichtet der Förster. Man wisse auch, dass der Wald hier stark frequentiert sei – gerade da sei es wichtig, für die Sicherheit zu sorgen. „Der Weg, aber auch der Wald und das gesamte Areal sollen wieder begehbar werden“, erläutert Holger Bahrenburg. In der Tat hafte die Gemeinde, sollte es zu einem Unfall kommen, da sie die Eigentümerin der Fläche sei. „Die Bäume sind ein starker Hebel, etwa bei Wind und Sturm, dann kann der Wind leicht angreifen“, so der Gemeindedirektor. Die Verkehrssicherheit habe einen hohen Stellenwert und diese sei nun erfüllt – die Fläche sei wieder begehbar. „Es wurde kein einziger gesunder Baum gefällt“, versichert Bahrenburg. Und Bergmeyer ergänzt: „Wir haben bei der Durchführung der Maßnahme gesehen, dass große Teile des Baumbestands schon faul waren.“ Im Harzgebirge könne man in einem solchen Fall den sogenannten natürlichen Prozess stattfinden lassen. Doch dort, sagt er, habe man einen ausreichenden Sicherheitsabstand, „hier in Stuckenborstel gibt es keine ausreichende Fläche.“

In der Tat ist die nächste Wohnbebauung nah, auch befinden sich dort Privatgrundstücke, auf denen ebenfalls Bäume stehen. Werden diese dann vom Schädling befallen, müssen sie, genauso wie der Wald auf dem Gemeindegrundstück, gefällt werden. Im Nationalpark hingegen überlässt man der Natur diesen Prozess – und zwar auch, weil die dort künstlich angelegten Fichten nicht dem von der Natur vorgesehenen Baumbestand entsprechen. „Die Sicherheit der anliegenden Bäume ist aber auch wichtig“, betont Bürgermeister Krahn. „Früher stand hier ein Mischlaubwald – und der soll auch wieder entstehen.“

In einem nächsten Schritt will die Gemeinde die Fläche nun mulchen, die noch aus dem Boden ragenden Stubben werden entfernt. „Dann sieht das hier schon ganz anders aus“, meint Bahrenburg. „Wir werden in der Ratssitzung die entsprechenden Gelder einstellen, um nun einen gesunden Mischwald anpflanzen zu können“, so Krahn weiter. Dieser sei qualitativ hochwertiger, daher besser vor dem Borkenkäfer geschützt. Geplant seien verschiedene Baumarten, die auch unterschiedlich hoch wachsen. Eingezäunt werden soll die Fläche nicht. „Auch ein Baumlehrpfad soll hier entstehen und der Barfußpfad wird wieder hergestellt“, berichten die Verantwortlichen. Teilweise wurden in der Nähe des Pfades auch einzelne abgestorbene Eichen gefällt, diese können aber als Totholz auf der Fläche verbleiben.

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