Schwungvolles Auftaktkonzert des „KulturLandKultur“-Wochenendes

Zeitreise mit Swing und Evergreens

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Birgit Ka, Pianist Rolf Stünkel (l.) und Karl-Heinz Viola begeisterten in Everinghausen.

Everinghausen - Von Heidi Stahl. Erst vor zwei Jahren haben sie sich in Bremen bei einer Swing-Session kennen gelernt: die Fischerhuder Sängerin und Ärztin Birgit Ka, der Kirchweyher Pilot und Pianist Rolf Stünkel und der Worpsweder Ingenieur Karl-Heinz Viola mit seinem Bass. Spontan beschlossen sie, weiter gemeinsam aufzutreten. Dass das eine gute Idee war, zeigte dieser Abend im Eichenhof in Everinghausen.

Die aus einem kleinen Ort in Brandenburg stammende Birgit Ka widmet sich nach langjähriger Arbeit als Ärztin seit 2007 immer mehr ihrer Leidenschaft, der Musik, und ist bekannt durch ihre Hildegard-Knef-Interpretationen. Das zarte Persönchen in den knallroten Schuhen beeindruckt vor allem mit ihrer warmen und jazzigen Stimme, die ein Volumen hat, das wirklich erstaunlich ist. Schon als Kind sang sie lauthals und stundenlang mit bei ihren Übungen in der Kirche, als sie das Orgelspiel erlernte. „Das war eine wertvolle Stimmschulung für mich, aber gut, dass mich da niemand gehört hat“, sagt sie heute lachend.

Mit einem instrumental-swingenden „Sundowner“ begannen der Pilot und der Ingenieur an Klavier und Bass diesen Abend, eine Swing-Session alter Schule, die durch ihren klassischen Auftritt im Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Fliege untermalt wurde. Danach folgte eine Zeitreise von den 30iger-Jahren bis heute mit bekannten Swing-Evergreens von Duke Ellington oder Irving Berlin bis zu Eric Clapton, Van Morrison oder Dionne Warwik. Mit „As time goes by“ aus dem 1942 entstandenen „Casablanca“-Film versetzte Birgit Ka das in Erinnerungen schwelgende Publikum in eine sentimentale Stimmung. Immer wieder streute sie zwischen ihren Songs kleine Übersetzungen und Anekdoten ein und textete auch schon mal auf deutsch zu Les Browns „Sentimental Journey“ eine Hommage auf Fischerhude dazu: „Fischerhude, meine kleine Insel, der Ort der immer swingt“.

Schnippende Finger, wippende Füße und im Takt nickende Köpfe gaben ihr aus dem Publikum ein bestätigendes Feedback. Überhaupt wurden die Zuhörer in der liebevoll und stilgerecht renovierten Diele des Eichenhofs immer wieder mit in die swingenden Rhythmen der Musiker einbezogen, wenn sie beispielsweise bei „Ne Na Na Na“ von Vaya Con Dios aufgefordert wurden, den Refrain mit zu singen. Auch Chansons wie „La vie en rose“ von Edith Piaf oder das „Fly me to the Moon“ von den Enfant terrible des Swings, Frank Sinatra, wusste Birgit Ka hinreißend zu interpretieren. Den immer wieder eingestreuten Improvisationen der Instrumentalisten folgte prompt anerkennender Szenenapplaus, wie es bei den eingefleischten Jazz- und Swing-Liebhabern üblich ist. Mit Louis Armstrongs „What a wonderful world“ als Zugabe klang dieser harmonische Auftaktabend des „LandKulturLand“-Festes aus und schickte die Zuhörer „beschwingt“ auf ihren Heimweg durch diesen kühlen Maiabend.

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