Gymnasium Sottrum führt Konzept weiter / „DigitalPakt“ Donnerstag im Ausschuss

Schulen rüsten auf

+
Bald sollen alle Schüler ab der siebten Kalsse im Unterricht mit Tablets arbeiten. Das könne etwa den Einsatz des Taschenrechners ersetzen.

Sottrum - Das Sottrumer Gymnasium stellt sich digital auf, und zwar schon seit einiger Zeit. „Unser Medienkonzept ist anderthalb Jahre alt“, erklärt Schulleiter Ferdinand Pals. Angefangen vom Schulserver „iserv“ bis hin zu der Ausstattung mit Tablets für die Schüler des siebten Jahrgangs. Dies sei im Frühjahr beschlossen worden und werde noch in diesem Schuljahr, genauer im kommenden Frühjahr, umgesetzt.

Vorab werden die Schüler in zwei Stunden pro Woche im Medienkunde-Unterricht auf den Einsatz der Geräte vorbereitet. „Das haben wir gemeinsam mit den Eltern beschlossen“, erklärt Pals. Diese hätten das auch vielfach gefordert. Dem Schulleiter zufolge würden die Tablets nicht ununterbrochen eingesetzt. Sie sollen ein ergänzendes Hilfsmittel im Unterricht darstellen.

Die Eltern schaffen die Tablets an. Wer sich die Anschaffung nicht leisten kann, für den gebe es aber auch die Möglichkeit einer monatlichen Finanzierung. Und die Schule hat einen Satz an Tablets, die sie im Zweifelsfall bereitstellen. Ausgeschlossen werden dürfe niemand, betont der Schulleiter, ergänzt aber auch, dass die Anschaffung eines Tablets andere Geräte überflüssig macht. So müsse künftig kein Taschenrechner mehr gekauft werden, da stattdessen im Matheunterricht hierfür eine App genutzt werde. Auch das elektronische Wörterbuch werde dann nicht mehr gebraucht.

Für die Klassenstufen fünf und sechs gelte allerdings nach wie vor: Grundlagen schaffen und alle Schüler auf das gymnasiale Niveau bringen. Die Schüler, die aktuell bereits die Jahrgangsstufe acht oder höher besuchen, gehen im Plan bislang leer aus. Ein Umstand, der nicht so bleiben soll. „Wir können nicht fünf Jahrgänge digital-doof Abitur machen lassen“, ist sich der Schulleiter sicher. Daher hat seine Schule den „DigitalPakt“ von Bund und Ländern zum Anlass genommen, um diese Lücke weitestgehend zu schließen. Mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von 282 400 Euro möchte die Schule dann Tablets anschaffen, die in den höheren Schulklassen und in der Oberstufe zum Einsatz kommen. Auch noch weitere Ausstattung für die Digitalisierung der Schule soll davon finanziert werden.

Die Summe steht Donnerstag im Schulausschuss der Samtgemeinde im Rahmen der Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung. Ebenso rund 87 000 Euro für die Grundschule am Eichkamp und 203 000 Euro für die Oberschule an der Wieste. Auch die Grundschulen in Ahausen (52 300 Euro), Bötersen (52 000 Euro) und Horstedt (56 000 Euro) wollen eine Förderung bekommen. Damit das Geld fließen kann, muss die Samtgemeinde Sottrum die Summen allerdings zunächst in den Haushalt für das kommende Jahr einstellen. Denn die Mittel für Schulen beantragen die Schulträger. Die Schulen selbst können keinen Antrag stellen – sie haben nur ihren Bedarf gemeldet. Gefördert werden demnach der Aufbau und die Verbesserung der digitalen Vernetzung, die Einrichtung von schulischem W-Lan, der Aufbau digitaler Lern-Infrastrukturen und eben auch die Anschaffung sämtlicher digitaler Hilfsmittel inklusive mobiler Endgeräte.

Das Gymnasium Sottrum sei in vielen Punkten schon gut aufgestellt. „Wir haben im gesamten Haus W-Lan“, erklärt Pals. Außerdem arbeiteten alle Schüler im Laufe der Zeit mit einem Medienprogramm, das etwa die gängigen Microsoft-Office-Programme beinhalte. Dies werde über das Kopier- und Mediengeld finanziert.

Die Lehrer können mit der Hilfe der Programme sicherstellen, dass bestimmte Grundlagen am Ende der Schullaufbahn sitzen. Ab 2021 ist eine Präsentationsprüfung teil des Abiturs, erklärt Pals: „Und da müssen wir den Schülern vorher auch alle Möglichkeiten für Präsentationen vermitteln.“ Seit einiger Zeit gebe es außerdem das Wahlpflichtmodul Informatik und Philosophie, das Schüler im Jahrgang elf belegen.

„Wir gehen auch weg von Beamern“, erklärt der Schulleiter. Stattdessen würden vermehrt digitale Displays in Kombination mit White Boards eingesetzt. Bislang hat die Schule vier im Einsatz, rund 30 weitere Räume müssten aber noch ausgestattet werden. Die Schule sei in vielen Punkten schon vorangeschritten, allerdings sei die Digitalisierung in der Schule durchaus eine Herausforderung. Auch das Kollegium müsse darauf vorbereitet werden. „Ich bin froh, dass wir im Kollegium einige Lehrer mit einer Zusatzausbildung haben“, so Pals. Diese würden das Konzept und dessen Umsetzung mitgestalten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Schlüsselzeuge Sondland bringt Trump in schwere Bedrängnis

Schlüsselzeuge Sondland bringt Trump in schwere Bedrängnis

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Razzia gegen "Hawala-Banking"

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Nienburg: Dach für Eisbahn steht schon 

Immer mehr Schweinepest-Fälle nahe deutscher Grenze

Immer mehr Schweinepest-Fälle nahe deutscher Grenze

Meistgelesene Artikel

Nach Prankel-Rausschmiss: Rotenburger Kinderpsychiatrie ändert Konzept und Führung

Nach Prankel-Rausschmiss: Rotenburger Kinderpsychiatrie ändert Konzept und Führung

Wenn der Doktor nicht kommt: Es droht ein Tierarztmangel

Wenn der Doktor nicht kommt: Es droht ein Tierarztmangel

Todesfalle Plastikmüll: Hirsch stirbt bei Kirchwalsede

Todesfalle Plastikmüll: Hirsch stirbt bei Kirchwalsede

Weihnachtsmarkt in Rotenburg auch dieses Jahr extralang

Weihnachtsmarkt in Rotenburg auch dieses Jahr extralang

Kommentare