Damit sich der „Ganztag“ lohnt, muss das Gymnasium attraktive Kurse anbieten

Schule wird Lebensraum

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Ab dem 3. August gehört das Sottrumer Gymnasium wieder seinen Schülern. Auch nachmittags, wenn sie denn wollen.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Man kann es fast schon sagen: Mit dem August beginnt am Sottrumer Gymnasium eine neue Ära. Vorbei sind die Zeiten des klassischen Vormittagsunterrichts in der Schule an der Schillerstraße. Der „Ganztag“ kommt, die Schüler haben ab dem anstehenden Schuljahr die Möglichkeit, am Nachmittag Arbeitsgemeinschaften und Kurse zu besuchen. Die Herausforderung für das Gymnasium ähnelt den Gesetzen der Wirtschaft: Es muss ein attraktives Angebot machen, denn der Nachmittagsunterricht ist freiwillig.

„Offener Ganztag“, erklärt Leiter Ferdinand Pals die neue Struktur der Schule. Diese gibt den Schülern praktisch die Möglichkeit, wie bisher bereits nach der sechsten Stunde den Hof zu verlassen – sofern sie beziehungsweise die Eltern denn wollen. Sie können aber auch wiederkommen. Wer den „Ganztag“ nutzt, muss nicht zwangsläufig in der Mensa essen. Dem Schüler steht es frei, nach dem Mittagessen zuhause zurückzukehren.

„Immer mehr Eltern verdienen Geld“, erklärt Pals die Gründe, weshalb das Sottrumer Gymnasium zur Ganztagsschule wird. Und Geldverdienen machen Eltern natürlich auch nachmittags. „Dadurch entsteht ein Betreuungsproblem für sie“, so der Schulleiter. Die Aufgaben einer Schule seien heute anders als noch vor zehn oder 20 Jahren, sie muss auch nach der sechsten Stunde für Schüler offen sein. Pals: „Die Schule wird mehr zum Lebensraum.“ Schulische Betreuung an Nachmittagen würde seitens der Eltern nachgefragt werden. Aber dass das Angebot eben offen ist, sei der Elternvertretung ebenfalls wichtig gewesen.

Für das, was die Gymnasiasten dann nachmittags am Schulzentrum Süd treiben können, ist Ganztag-Koordinatorin Angelika Hornfeck zuständig. Zusätzliche Qualifikationen sind das Credo ihrer Planung – und die Förderung einzelner Interessen aber auch besonders Begabter. Verantwortlich sind dabei aber nicht nur Lehrer, auch Personen außerhalb des Schullebens bieten Arbeitsgemeinschaften an. Und das auch abseits des Schulgeländes: So bietet ein „Externer“ eine Arbeitsgemeinschaft an, in der man den Ort Sottrum erkundet. Die Verantwortlichen im Gymnasium suchen weitere „Externe“, um das Angebot nochmals erweitern zu können.

Das Gymnasium muss die Schüler „gewinnen“

Das Nachmittagsangebot ist breit gefächert; zum Beispiel im sprachlichen Bereich, wo die Schule entsprechende Begabungen verstärkt fördern möchte. Außerdem gibt es bilingualen Unterricht, eine Debating-Society (Debattier-Club) oder einen Storytelling-Club, eine Art Geschichtenwerkstatt. Dazu gibt es Arbeitsgemeinschaften in Spanisch, Persisch, Altgriechisch und die Möglichkeit, das sogenannte Delf-Diplom in Französisch zu erlangen. Auch in den Künsten ändert sich etwas: Erstmals soll es ein Musical geben, eine gemeinschaftliche Produktion von Chor, Theater, Bühnenbau und mehr. Zudem bietet die Schule eine Medienkunde an, dazu die Klassiker Geschichte oder Naturwissenschaften mit der Teilnahme an Wettbewerben oder mit Experimenten.

Pals sieht das Gymnasium gut aufgestellt. Ihm ist klar, dass die Schule liefern muss. „Wir müssen die Eltern und Schüler dafür gewinnen, die Angebote anzunehmen“, sagt er. Die Schule sei darauf angewiesen.

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