Verein ändert den Ablauf

Sottrumer Schützenfest ohne Umzug

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Achim Figgen (rechts), Vorsitzender des Sottrumer Schützenvereins, mit Andreas Oppermann, Ursula Hunold und Jens Henke.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Manchmal kommt es anders als man denkt. Lange hatte sich der Vorstand des Sottrumer Schützenvereins Gedanken um die zukünftige Gestaltung des Schützenfestes gemacht. Als sie ihren finalen Vorschlag bei der Jahreshauptversammlung vorstellten, erwartete die Vorstandsmitglieder eine ausführliche Diskussion. Stattdessen gab es von fast allen Seiten Zustimmung.

Die Zahl der Spielmannszüge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verringert. Dies bekommen auch die Schützenvereine zu spüren, die eine musikalische Begleitung für den Umzug bei ihrem Schützenfest buchen möchten. Nicht einfacher macht es die Sache, wenn für Pfingsten ein Spielmannszug gesucht wird. „Das Thema verfolgt uns, seit unser eigener Spielmannszug nicht mehr existiert“, erklärte Vorsitzender Achim Figgen. 

Die erste Überlegung, die Verlegung auf ein anderes Datum, wurde schnell wieder verworfen, denn damit wäre das Sottrumer Schützenfest zu früh in der Saison, zu dicht an anderen Festen oder sogar in den Sommerferien. „Außerdem denke ich, dass es in Zukunft noch weniger Spielmannszüge geben wird, sodass es auch dann schwierig wird, einen zu finden“, meinte Figgen.

„Zwei Fliegen mit einer Klappe“

Daher einigte sich der Vorstand auf den Vorschlag, den Umzug ausfallen zu lassen und das traditionelle Antreten am Schützenplatz durchzuführen. Da damit die Kosten des Königs für die Bewirtung im heimischen Garten entfallen, reduzieren sich dessen Kosten erheblich. „Wir haben im vergangenen Jahr eine Umfrage gemacht, was die Schützen bereit sind, sich die Königswürde kosten zu lassen“, so Figgen.

Das Ergebnis war ernüchternd, denn die Vorstellungen der Mitglieder liegen im Schnitt bei der Hälfte des Betrages, der heute aufgewendet werden muss. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, hob Achim Figgen hervor. In diesem Zug soll auch das Königsschießen am Samstag erfolgen. Das hat gleich zwei Vorteile: Am ersten Tag ist beim Schießen noch kein Alkohol im Spiel und außerdem hätten die Schützen für ihre Gäste am Sonntag mehr Zeit. Bei der Abstimmung gab es für den Antrag keine Gegenstimme und nur sieben Enthaltungen.

Vogelschießen im Herbst

Schon in diesem Jahr soll auch der zweite Vorschlag des Vorstandes umgesetzt werden, das Vogelschießen für die Erwachsenen statt im Sommer auf den Herbst zu verlegen. Damit erhoffen sich die Mitglieder eine größere Resonanz beim letzten Kleinkaliber-Termin im Jahr. Über eine zu geringe Resonanz beim Schützenfest konnte sich dagegen niemand beklagen. „Die Beteiligung war klasse“, freut sich Figgen. Das gelungene Schützenfest wirkt noch immer nach, denn der Verein konnte 18 Neueintritte verzeichnen. Viele von ihnen wirken aktiv mit. Besonders erfreut ist Figgen über die vielen neuen Nachwuchsschützen.

Um die Jugendwartin Martina Hüsing bei ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen zu entlasten, wählten die Schützen Michael Petereit zu ihrem Stellvertreter. Die Jahreshauptversammlung ist auch traditionell Plattform für Ehrungen. So wurden Ursula Hunold für 40 Jahre und Andreas Oppermann für 15 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Für die guten Schießergebnisse durfte Jens Henke die Auszeichnung als Jahresbester in Empfang nehmen, das Goldene Gewehr ging an Heino Hüsing.

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