Schüler des Sottrumer Gymnasiums sammeln Kleidung für Flüchtlinge

Spendenbereitschaft ist riesig

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Immo Petersen (l.) und Celine Kaiser haben wieder einen Karton gefüllt.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Sie wollten etwas Wertvolles machen, etwas, wovon auch die Menschen einen Nutzen haben. Dass die acht Schüler des zwölften Jahrgangs des Sottrumer Gymnasiums mit ihrem Projekt im Seminarfach alle Türen einrennen, war ihnen nicht klar.

In einer Charity-Woche hatte sich die Schülergruppe überlegt, Kleiderspenden für Flüchtlinge zu sammeln. „Das Projekt ist besser angenommen worden als erwartet“, sagt Celine Kaiser. Und Amelie Bruhn ergänzt: „Es sind so viele tolle Sachen zusammengekommen, und sie sind super erhalten.“

So viel, dass die Schüler schon einen Annahmestopp verhängen mussten, denn die Kisten stapeln sich bereits nach ein paar Tagen im Sammelraum. Mehrere Din-A4-Seiten sind schon mit gelisteten Artikeln beschriftet – die Schüler kommen auf knapp 2500 Teile. „Wenn sich aber jemand schon die Mühe gemacht hat, Sachen rauszusuchen, nehmen wir die auch noch an“, macht Kaiser deutlich. Vor allem Rucksäcke und Taschen würden noch gebraucht.

Die Sachspenden – zu denen auch CDs, Bücher und DVDs gehören – gehen an die Kleiderkammer in Rotenburg und die Sottrumer Ausgabestelle der Tafel. Neben der Annahme der Spenden haben sich die Schüler auch eine Idee für die erste und zweite große Pause überlegt. Dann verkaufen sie Kuchen, Waffeln oder Muffins – ein bisschen was Süßes für den Schulalltag. „Das Geld, was wir damit einnehmen, spenden wir dann auch an die beiden Organisationen“, erklärt die 17-jährige Amelie Bruhn.

Auch viele Lehrer haben schon fleißig Spenden vorbeigebracht – unter anderem ist dabei ein Fahrrad herausgesprungen. Auf der Forumsveranstaltung hatten die Schüler ihr Projekt mit einem Stummfilm vorgestellt, der zeigen sollte, wie die Spenden für die Flüchtlinge aussehen sollten. Außerdem haben sie dort vermittelt, wie viele Flüchtlinge im Landkreis Rotenburg leben. „Das war wirklich toll. Ein ganz großes Lob“, ist auch Schulleiter Ferdinand Pals von der Aktion der Schüler begeistert. Über Elternbriefe und Plakate in der Schule hat die Gruppe ihre Aktion dann noch weiter bekannt gemacht.

Das Projekt im Rahmen des Seminarfachs bereite auf das zukünftige Leben vor. „Da müssen die Schüler dann auch die Organisation dafür übernehmen, was sie angeleiert haben, und sie mussten sich mit Zeitmanagement auseinandersetzen und schauen, wann das Projekt in den Schulalltag passt“, betont Pals die Wichtigkeit des Fachs.

Die Kisten sollen bis Freitagnachmittag fertig gepackt sein – so ist es der Plan der Schüler. Das Ausliefern übernimmt dann Firma Rosebrock, die auch eine Menge Kartons bereitgestellt hat. Wenn die Tafel oder die Kleiderkammer von den Mengen an Spenden erschlagen werden, haben die Zwölftklässler auch noch eine weitere Idee. „Wir setzen uns dann noch mit anderen Organisationen in Verbindung und bieten ihnen Spenden an. Es kommt nichts von den Sachen weg“, betont Celine Kaiser.

Zu den zahlreichen Kartons mit Spielzeug, Kleidung und Handtüchern kommt ein „Wunschbaum“ hinzu. „Dort konnten Schüler ihre Gedanken und Wünsche aufschreiben, die übermitteln wir auch an die Ausgabestellen“, so Celine Kaiser. Bei der ganzen Sammelaktion sind auch kuriose Dinge zum Vorschein gekommen. Etwas, was den Schülern besonders in Erinnerung geblieben ist: Bon-Jovi-Bettwäsche.

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