Schüler der Oberschule studieren beim Voltigieren akrobatische Übungen ein

Die Rolle rückwärts vom Pferderücken

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Doreen Puppe übt, sich auf den Rücken des Pferdes hinzuknien.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Nur still auf dem Pferd sitzen, das gibt es bei der Voltigier-AG der Sottrumer Oberschule nicht. Da heißt es, auf dem Rücken des Pferdes zu knien und die Arme zur Seite zu strecken, sich freihändig hinzustellen oder mit einer Rolle rückwärts vom Pferd abzusteigen. Für die Schüler der fünften Klasse ist das kein Problem. „Wir achten auch darauf, dass wir die Kinder nicht überfordern“, betont Trainerin Nicole Cordes auf dem Pferdehof Scheitan in Everinghausen.

Doch bevor es auf das Pferd geht, müssen sich die Schüler aufwärmen. Das übernimmt Heidi Beyer, die Nicole Cordes bei den Übungen mit den Kindern unterstützt. Cordes kümmert sich in der Zeit um Ayla. Denn auch die zwölfjährige Stute muss sich warm laufen und zieht langsam an der Longe ihre Kreise auf dem Sandplatz.

Jeden Donnerstag treffen sich die Fünftklässler auf dem Pferdehof in Everinghausen und probieren ihre Akrobatik auf dem Pferd aus. „Am Anfang sind die Übungen noch nicht richtig akrobatisch“, erklärt Cordes. Doch nach knapp einem Schuljahr Training können sich die Übungen der Schüler auf Aylas Rücken bereits sehen lassen.

Einige der AG-Teilnehmer haben im Mai sogar das erste Voltigierabzeichen ergattert und sich dafür auch privat hingesetzt und die Theorie gepaukt. Das überrascht nicht, denn was die Kinder dort auf dem Rücken des Pferdes leisten, ist selbst für manchen Erwachsenen unvorstellbar. Eine Rolle rückwärts vom Rücken des Pferdes? Oder freihändig auf dem Pferd stehen. Dazu gehört schon einiges an Mut.

Die schwierigen Übungen lässt Nicole Cordes die Teilnehmer erst einmal auf einem Holzpferd ausprobieren. „Da ist es etwas einfacher, weil die Bewegung des Pferdes nicht dazu kommt“, so die Trainerin. Doch auch Ayla muss mitspielen und gute Laune haben. „Ein Pferd ist immer unberechenbar. Ich muss mich darauf verlassen können, das es aufs Wort hört“, sagt Cordes.

Eigentlich machen die Reiter ihre Kunststücke beim Voltigieren im Galopp. „Viele der Schüler wollen das Gelernte auch schon im Galopp ausprobieren“, verrät Cordes. Doch in der schnelleren Gangart bleibt es bei kleineren und weniger gefährlichen Übungen. „Ich gucke immer, was ich den Kindern zumuten kann und achte darauf, dass keiner über- oder unterfordert ist.“ Ansonsten könnte es schnell langweilig werden. Rückschläge demotivieren die Kinder außerdem und werfen sie zurück, erklärt die Trainerin.

Für wie viele der jetzigen Fünftklässler es im kommenden Schuljahr in der AG weitergeht, kann Nicole Cordes jetzt noch nicht sagen, denn der Sport wird immer attraktiver. „Es kommen auch die neuen fünften Klassen an die Oberschule. Vielleicht hat da auch jemand Interesse an der AG, und für mehr als zehn Schüler ist beim Training kein Platz.“

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