Die Schönste im Hexen-Land

Der TV Sottrum probt das Stück „Rosmarin und die Schlagsahne“

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Der König ist ein wahrer Feinschmecker, zu seiner liebsten Nachspeise „Rote Grütze“ gehört auch immer Schlagsahne. Auf seiner Hochzeit sollen 420 Gäste damit versorgt werden.

Sottrum - Von Lea Hoops. „Oh je, oh je, oh je“, ruft der Koch, gespielt von Tina Reiners, zum wiederholten Male entsetzt aus – dabei läuft es bei den Proben des Märchen-Theaters vom TV Sottrum alles andere als schlecht. In diesem Jahr entschied sich Regisseurin Maren Bischoff für das Märchen „Rosmarin und die Schlagsahne“ von Erwin Schilmann. Seit Ende Juni treffen sich Schauspieler, Souffleuse und Regie in der Halle von Zimmerei Bischoff, um an dem Stück zu feilen.

Ein kurzes Auflachen von Eva Dörk und Lydia Willenbrock lässt sich nicht verhindern: Ein paar Haare der Perücke haben sich mit den Knöpfen der Jacke verheddert und die Frisur ruiniert. Nichtsdestotrotz bleiben die Beiden in ihren Rollen als zukünftige Königin und Diener. Auch der König, gespielt von Andreas Taube, schaut etwas irritiert, geht aber unbeirrt weiter im Text. Der sitzt bereits größtenteils. Hier und da muss Souffleuse Jenny Müller noch nachhelfen, oder sie erklärt in der Pause, an welchen Stellen der eine oder andere Satz ausgelassen wurde. „Hat man nicht gemerkt, der Kontext stimmte trotzdem“, sagt sie.

Im Großen und Ganzen laufen die Proben aber gut, die Kulisse steht, und bei den Kostümen bedarf es nur noch weniger Handgriffe. „Alles selbst gemacht“, sagt Regisseurin Maren Bischoff. Bei den Kostümen wurde zu Nadel und Faden gegriffen, oder sie wurden von der Lilientaler Freilichtbühne ausgeliehen. Besonders ist sie auf das Bühnenbild stolz. „In der Kulisse steckt viel Arbeit.“ Irja Salzmann und Sonja Kleen begannen mit den Planungen für den Hintergrund bereits im März, von da an stand fest, welches Stück gespielt werde und wer welche Rolle erhalten würde. „Nur eine Änderung mussten wir noch vornehmen“, wirft Bischoff ein. „Für den Wächter tritt nun Brigitte Rothfischer an, vorher sollte es Sonja Lüdemann sein, aber die ist leider verhindert.“

Die Entscheidung für „Rosmarin und die Schlagsahne“ sei Bischoff leichtgefallen, erzählt sie. „Es sollte ein Märchen sein, das nicht jeder kennt, gleichzeitig aber zum Mitmachen einlädt“, erklärt sie ihre Wahl. „Ein wenig wie beim Kasperle-Theater.“ Außerdem sei es einfach ein schönes Stück, sagt die Regisseurin und preist die relativ einfache Umsetzbarkeit an.

Premiere am 1. September

Am Ende soll den Kindern, Mädchen und Jungen gleichermaßen sowie allen Märchen-Begeisterten eine Unterhaltung in Länge von ungefähr 60 Minuten geboten werden – Premiere ist übrigens am Freitag, 1. September, im Sottrumer Gemeindehaus. In dieser Zeit wird dem Publikum die Hexe Heimeliese von der Wiese, gespielt von Kathrin Schlohen, vorgestellt. Diese befragt eines Tages ihren Zauberspiegel (Andrea Kruse), wer die Schönste im Land sei, und muss bestürzt feststellen, dass sie auf Platz 1 412 auf der Schönheitsliste steht. Ihre Lösung findet sie in einer magischen Schönheitsmaske, für die sie prompt alle Zutaten zusammen sucht – darunter Rosmarin. Der ist ihr bedauerlicherweise aber ausgegangen. Also geht es kurzerhand zur Schlossküche, denn die müsse so etwas schließlich haben. Allerdings steckt diese in den Vorbereitungen für die Hochzeit des Königs und der zukünftigen Königin. Und von da an nimmt die Geschichte ihren Lauf.

„Die größte Herausforderung war es, die Hexe hässlich zu kriegen“, sagt Bischoff und deutet lachend auf Schlohen. Aber der Aufwand zahle sich aus. „Bisher konnten wir jedes Jahr unsere Kosten durch die Einnahmen decken.“ Und nicht nur das, am Ende bleibe auch noch etwas für die Jugendarbeit der Kirche und eine kleine Feier für die Mitwirkenden übrig, so Bischoff.

„In der 15-minütigen Pause zwischendurch bieten die Konfirmanden außerdem Kaffee und Kuchen an, da nimmt die Kirche auch noch etwas ein.“ Das passiere bereits zum wiederholten Mal, denn es werde gut angenommen. Bisher lief es in den vergangenen Jahren auch stets reibungslos – zumindest fast immer. „Gab es mal irgendwelche Vorfälle?“, fragt Bischoff in die Runde, und einer ruft prompt „Nicht schon wieder!“ hinein, daraufhin beginnen alle zu lachen. Als sie das letzte Jahr ein Lied anstimmen wollten, hatte ein Junge diesen Satz dazwischen gerufen. „Jungs finden Singen oft nicht so gut, dieses Mal tun wir das auch weniger“, erläutert sie ein wenig schmunzelnd.

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