Benefizkonzert im Hellweger Heimat- und Kulturhaus

Schöne Idee sorgt für 887 Euro

Eine ganze Saxophon-Familie unterhielt die Besucher am Mittwoch im Hellweger Heimat- und Kulturhaus und spielte dabei eine Summe von 887,50 Euro ein. - Foto: Diercks

Hellwege - Von Bettina Diercks. Er selbst weiß, wie schwer Freundlichkeit zu erfahren und aufrechtzuerhalten ist. Daher hat der Hellweger Musiklehrer Edwin Bohlmann am Mittwoch im Heimat- und Kulturhaus (HuK) ein Benefizkonzert zu Gunsten des Asyl-Unterstützerkreises in der Samtgemeinde Sottrum auf die Beine gestellt.

Bohlmann zielte mit seinen Worten „auf die Zeit des kalten Krieges, als ich Zivildienst machen musste“ ab, daran fühle er sich jetzt erinnert. „Wie schnell ist man auf der falschen Seite. Wir können heute dankbar sein. Auch darüber, dass wir geben können.“

Brigitte Mintenbeck, die gemeinsam mit Frauke Meyer-Heinichen den Asyl-Unterstützerkreis gegründet hat, sprach ihre Freude über Bohlmanns „schöne Idee“ des Benefizkonzertes aus. „Gerade wir, die doch sehr nahe an den Flüchtlingen dran sind und die Freude und Dankbarkeit mitbekommen, wenn wir helfen können. Auf der anderen Seite steht die Ohnmacht, wenn wir nicht helfen können. Gerade jetzt, wo einige Familien wieder zurückgehen müssen. Sie stehen vor einem und fragen: ,Kannst Du mir nicht helfen?’. Das nimmt man mit nach Hause.“

Die in der Samtgemeinde lebenden Flüchtlinge fühlen sich laut Mintenbeck „sehr wohl und gut aufgehoben“. Mintenbeck räumte bezüglich der aufzuwendenden Kraft ein: „Oft stoßen wir an unsere Grenzen.“ Sie hofft, dass ihr die derzeit vielen Ehrenamtler, die sie unterstützen, erhalten bleiben. „Es ist traurig, dass viele wieder gehen müssen. Die, die hierbleiben, wollen sich integrieren und würden gerne etwas zurückgeben. Darum sind sie sehr bemüht.“ Mintenbeck freute sich am Ende des Konzertes über die 887,50 Euro, die im Hut gelandet waren.

Bohlmann hatte in seinem Ensemble, das aus der Hellweger Hausmusik und seiner Musikschule hervorgegangen ist, die „ganze Saxophon-Familie“ dabei. „Sopran-, Tenor, Alt- und Barriton-Saxophon“, sagte Bohlmann, der sich sichtlich darüber freute. Aufgestockt hatte Bohlmann sein Ensemble für das Benefizkonzert mit dem Percussionisten Michael Calberg aus Bruchhausen-Vilsen. Er gab den Saxophonisten eindeutig halt, stellte sich in dem voll besetzten HuK als echte Bereicherung heraus und verlieh dem Konzert Lebendigkeit.

Carlberg saß auf einem Cajón (Kistentrommel) und hatte die Djembe (eine einfellige Bechertrommel) als die sonst für Schlagzeuger herkömmlich genutzte Snare-Drum entfremdet.

Der erfahrene Drummer spielte mal mit Händen, Sticks, Filzschlegel oder Besen auf Cajón und Djembe, gab den Takt vor und den Bläsern halt. „Ein Saxophon ist eher ein langsames Instrument und es ist schwer, damit den Rhythmus zu halten. Ein Schlagzeuger gibt Halt und zieht die Bläser mit. Hier im Ensemble sind ein paar nicht so erfahrene Saxophon-Spieler“, erklärte Carlberg seine Rolle beim Benefiz-Konzert.

Die Idee, Carlberg zu engagieren, rentierte sich: Im Gegensatz zu früheren Auftritten klang das Ensemble, runder, homogener sowie beschwingter und präsentierte ein gelungenes Konzert.

bd

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