Bürgermeister Holsten kandidiert nicht mehr

Holsten hört auf in Bötersen

Hermann Holsten im Jahr 2019.
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Hermann Holsten im Jahr 2019. Wenige Wochen zuvor hat Bötersen beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Goldstatus erreicht.

Bötersen – Mit Auslaufen der aktuellen Amtsperiode wird Bötersens Bürgermeister Hermann Holsten (CDU) seine gesamte politische Arbeit beenden. Nicht nur im Dorf selbst, sondern auch im Samtgemeinderat. Fraktionsübergreifend wird in Bötersen nun nach Alternativkandidaten gesucht. Denn so viel ist sicher: Eine Fremdbestimmung durch die Samtgemeinde will niemand.

„Es gab nicht den einen bestimmten Anlass, der mich dazu bewogen hat, mich bei den nächsten Kommunalwahlen nicht erneut für politische Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen“, sagt Hermann Holsten aus Bötersen auf Anfrage. Vielmehr sei es so, dass er für sich das Gefühl entwickelt habe, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um aufzuhören. Das betrifft neben dem Bürgermeisteramt, das er in der Gemeinde Bötersen bekleidet, ebenso seine Tätigkeit im dortigen Gemeinderat und zudem auch sein politisches Wirken auf Samtgemeindeebene. Seit 1996 gehört er dem Bötersener Gemeinderat an, und seit 2010 ist er dort als Bürgermeister tätig. „Ich habe damals noch vor Ende der Wahlperiode die Amtsgeschäfte meines Vorgängers Manfred Wernecke übernommen und zu diesem Zeitpunkt auch bei der Samtgemeinde begonnen, mich einzubringen“, erinnert sich Holsten.

Zwei komplette Amtsperioden lang wird er im September die vielfältigen Aufgaben des Bürgermeisters wahrgenommen haben. „Das war sicherlich nicht immer leicht, aber ich habe eigentlich immer große Freude daran gehabt, das Gemeindeleben aktiv zu gestalten. Man kann schon eine Menge bewegen in diesem Amt“, sagt der Bötersener, der sich keine Sorgen darum macht, dass eine geeignete Nachfolge für ihn gefunden wird. „Ich sehe hier fraktionsübergreifend sehr geeignete Leute, die die Gemeinde für zukünftige Aufgaben gut aufstellen können“, betont er.

Bei der CDU-Fraktion in Bötersen ist man dabei, erste Gedankenspiele ins Auge zu fassen. „Das Ganze ist noch sehr frisch, deshalb können wir auch keine Personalie benennen“, erläutert Olaf Buthmann, Chef der Bötersener CDU. Es gebe Aspiranten aus den Reihen der CDU. Das sei allerdings nicht gleichbedeutend mit einer Parteizugehörigkeit. Der Rat der Gemeinde Bötersen besteht zwar aus der CDU- und der SPD-Fraktion, allerdings haben sich die meisten Ratsmitglieder nur für die Liste der jeweiligen Partei aufstellen lassen, ohne ihr anzugehören.

Was die Nachfolge des Bürgermeisters angeht, so sieht Olaf Buthmann es als essenziell an, auch zukünftig dieses Amt in der Gemeinde zu besetzen. Andernfalls drohe eine Verwaltung der Gemeinde durch die Samtgemeinde Sottrum. Eine Art der Fremdbestimmung, die man unbedingt vermeiden wolle. „Es ist einfach so, dass ein Bürgermeister aus den eigenen Reihen viel dichter bei den Menschen hier ist und auch wesentlich besser nachvollziehen kann, was sie bewegt und wo die eigentlichen Bedürfnisse sind“, so Buthmann.

Suche nach Nachfolger offen

Den möglichen Nachfolgekandidaten müsse, so Buthmann, nun die Zeit gegeben werden, um abzuklären, wie sich die umfangreichen Aufgaben eines Bürgermeisters mit den eigenen Lebensumständen vereinbaren lasse. „Der Beruf, die Familie und andere ehrenamtliche Tätigkeiten, das alles muss zusammen passen, sonst macht es wenig Sinn, sich in dieses Amt zu begeben“, erläutert der CDU-Vorsitzende. Insgesamt habe man zudem vier Ratsmitglieder, die signalisiert haben, dass sie nicht erneut kandidieren werden. Es bewegt sich also gerade sehr viel bei der CDU in Bötersen.

Die SPD kann derart konkrete Angaben noch nicht machen. Es gäbe zwar Signale von Ratsmitgliedern, wieder für eine erneute Wahl zur Verfügung zu stehen, doch habe man noch nicht sämtliche Rückmeldungen. „Aber ich kann schon so viel sagen, dass wir eine Liste haben, die es ermöglicht, unsere Ratsarbeit fortzusetzen“, so Nils Blödorn, der Vorsitzende der Bötersener SPD. Das bedeute aber nicht, dass die Liste voll ist. Man sei immer offen für neue Interessenten. „Und sollte es so weit kommen, wären wir auch in der Lage, einen neuen Bürgermeister zu stellen“, so Blödorn. Auch er gibt sich noch sehr bedeckt, wer denn für dieses Amt in Frage käme.

Ebenso wie Olaf Buthmann von der CDU sieht Blödorn die Schnittstellenoptimierung, die in die Wege geleitet werden soll, als einen sehr positiven Faktor an, einen Kandidaten benennen zu können. „Außerdem ist es ja so, dass der Bürgermeister auf Gemeindeebene nicht direkt vom Wähler bestimmt wird. Der nach der Wahl neu zusammengestellte Gemeinderat wählt dann die Person, die dieses Amt ausführen soll“, erläutert der SPD-Vorsitzende. In der Regel stelle die stärkste Fraktion dann den Kandidaten, aber letztendlich sei auch eine andere Konstellation möglich, sofern die Ratsmitglieder die jeweilige Entscheidung mittragen würden.

In den kommenden Monaten werden die zur Wahl stehenden Kandidaten für den nächsten Gemeinderat benannt werden müssen, und dann wird es auch höchstwahrscheinlich nähere Informationen darüber geben, wer sich das Bürgermeisteramt zutrauen wird.

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