Auf Schlohs Spargelhof laufen die Vorbereitungen für die Saison

Die Eine-Million-Euro-Frage

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Auch wenn die Spargelsaison noch nicht begonnen hat, gibt es für Thorsten und Friederike Schloh einiges zu tun.

Hellwege - Von Inken Quebe. Bis zur Spargelernte ist es zwar noch ein paar Wochen hin. Doch auch wenn das Stangengemüse seinen Kopf noch nicht aus dem Boden streckt, ist das für die Spargelbauern kein Grund, die Füße hochzulegen. Davon wissen auch Friederike und Thorsten Schloh aus Hellwege zu berichten.

Es ist die sprichwörtliche Eine-Million-Euro-Frage, auf die es jedes Jahr eine andere Antwort gibt: Wann kommt der erste Spargel? „Ich rechne damit, dass wir um den 10. bis 15. April herum stechen können“, verrät Thorsten Schloh, der häufig Anrufer enttäuschen muss, die auf Spargel zu Ostern gehofft haben. Der Saisonbeginn ist nämlich auch vom Wetter – vor allem von der Sonne – abhängig.

„Wir beobachten den Wetterbericht sehr intensiv“, erklärt der Spargelbauer. Die Pflanze brauche einen Wärmeimpuls. „Sonneneinstrahlung merken wir sofort“, ergänzt seine Frau. Um die dadurch entstehende Wärme optimal zu nutzen, setzen die Schlohs auf Folie, die auf den Spargelreihen liegt. Deren schwarze Seite erhöht die Temperatur in den Dämmen und beschleunigt das Wachstum – auch Ernteverfrühung genannt. Dank dieser Technik gelinge es, die Ernte besser zu steuern.

Frost sei für Spargel dagegen kein großes Problem: „Wenn es zu kalt ist, stoppt das Wachstum, wenn es warm ist, setzt es wieder ein“, schildert Thorsten Schloh. Wenn der Kopf der Spargelstange aber schon aus dem Boden herausguckt und es dann noch friert, „ist sie kaputt“, erklärt er.

Mit den Vorbereitungen für die Verfrühung legen die Schlohs bereits im Dezember los – „dann beginnt für uns der Winter“, beschreibt der Hellweger. Vorher stehen die Pflege und Gesunderhaltung der Pflanzen auf dem Programm. Aber nicht alle Anlagen bringen den Schlohs in diesem Jahr Spargel. Manche müssen neu bepflanzt werden, das passiert im Mai. Dann gilt es, drei Jahre zu warten, um im Anschluss sieben Jahre zu ernten.

Doch auch abseits der Anlagen auf den vier Feldern gibt es im Winter viel zu tun. Friederike Schloh steckt mitten in der Vorbereitung für die Verkaufssaison. „Ich lege Flyer in den Geschäften aus, um neue Angestellte zu suchen“, berichtet sie. Vielen sei nicht bekannt, dass sie sich jetzt schon melden könnten, wenn sie auf der Suche nach einem Saisonjob sind.

In der kommenden Woche findet für die Neulinge eine Verkäuferschulung statt, die das Ehepaar selbst leitet. Die Teilnehmer lernen zum Beispiel Theorie über Anbau und Herkunft des Gemüses, aber es geht auch in die Praxis. So üben die angehenden Verkäufer direkt an einer der Hütten, die dann ab Mitte April überall in der Region stehen – bis nach Gnarrenburg, Munster und Oyten wird der Spargel geliefert.

Dann liegen in den Hütten auch die Rezepte aus, die Friederike Schloh den Winter über entworfen hat. „Wir möchten, dass die Kunden auch mal etwas Neues zu Hause probieren“, sagt sie. Wer also nicht nur die klassische Variante mag, kann sich dann zum Beispiel an Spaghetti mit grünem oder weißem Spargel und Avocado versuchen. Daneben ist Friederike Schloh immer auf der Suche nach regionalen Artikeln für den heimischen Hofladen.

Bei Schlohs ist die Vorfreude auf die Spargelsaison schon groß. „Das Schöne ist das erste frische Gemüse, dann ist der Winter vorbei. Der Spargel ist ein Bote für den Frühling“, findet Thorsten Schloh. Darauf setzen auch die Kunden, die ab Anfang April „vor unserem Hof Streife fahren“, erzählt er lachend. Doch in diesem Jahr dürften sie wohl noch enttäuscht den Heimweg antreten.

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