Volker Meyer moderiert beim Jubiläumsfest der Samtgemeinde

Vom Schalter auf die Bühne

Volker Meyer hat die Bühne im Blut. Auch wenn man es ihm auf der Arbeit in der Bankfiliale nicht ansieht. Foto: Röhrs

Sottrum/Brockel - Von Matthias Röhrs. Das fing schon in der Schule an. „Ich war der Klassenclown“, sagt Volker Meyer. Wenn man ihn so im Kundenberaterbüro der Sottrumer Sparkasse sieht – im weißen Hemd und mit der Corporate Identity stiftenden, roten Krawatte – glaubt man das erstmal nicht. Doch schon der Blick in das verschmitzte Gesicht zeigt, was er auch selbst bestätigt: „Bühne ist definitiv mein Ding.“ Volker Meyer kennt man von den Brettern der Region, war früher in der Laienspielgruppe des TV Sottrum, hat seit 13 Jahren in Wensebrock eine eigene Theatergruppe, macht Stand-up-Comedy und tritt als Moderator auf – das nächste Mal beim Samtgemeinde-Erntefest am 8. September.

„Wer mich nicht kennt, der wundert sich schon“, sagt Meyer über seine Bankangestellter-Comedian-Kombination. Mittlerweile würden viele seiner Kunden seine Theaterstücke besuchen. Daneben tritt er bis zu sieben Mal im Jahr als Komiker auf – oft auf Firmenfeiern für 20 bis 30 Minuten. „Mehr muss es nicht sein.“ Obwohl er auch ein längeres Programm parat hat, aus dem er sich bei seinen Kurzauftritten bedient. Anderthalb Stunden lang kann er – theoretisch – auf der Bühne stehen. Als Landwirt, aus dessen Sicht er der Gesellschaft Alttagssituationen vorhält. Im November 2016 durfte er damit einmal in Schneverdingen auftreten. Der große Soloabend sei schon immer sein Traum gewesen. Doch die Geschichte des Landwirts ist mittlerweile auserzählt, sagt Meyer. Daher arbeitet er an einem neuen Programm, in dem er als „Fürst Volk“ deutsche Eigenheiten aufs Korn nehmen will, ohne sich selbst dabei auszuschließen, erklärt er. Auch hier ist der große Auftritt in Planung – im ersten Halbjahr 2020, wieder in Schneverdingen.

Wenn er beim Samtgemeinde-Erntefest als Moderator auf der Bühne steht, bleiben Landwirt und „Fürst Volk“ in der Schublade. Da sind andere Fertigkeiten gefragt. „Spontan ist am besten“, sagt er. Den einen oder anderen Spruch wird es aber schon geben. „Ich bin ja nicht auf den Mund gefallen.“

Er war 14 oder 15 Jahre alt, als er „entdeckt“ wurde. Sein Englischlehrer war es. Als dieser verspätet zum Unterricht erschien, setzte sich der junge Meyer kurzerhand selbst ans Pult, um seine Klassenkameraden mit einer Parodie über eben jenen Pauker zu unterhalten. Bis Meyer schließlich feststellen musste, dass der Lehrer selbst schon einige Zeit vom Türrahmen aus zu den Zuschauern zählte. Auf eine Strafe verzichtete er, stattdessen schickte Meyer aber auf die Bühne. Danach fing er an, mit seinem Bruder auf Feiern aufzutreten. Damals haben sie ihre Sketche noch bei den Großen abgeguckt. Harald Juhnke zum Beispiel und natürlich bei Meyers großem Vorbild: Hape Kerkeling. „So wie ich sie lustig fand, habe ich sie auch gespielt.“ Der Bruder zog sich irgendwann etwas zurück, und so begann der Brockeler, sich alleine der Stand-up-Comedy zu widmen und eigene Auftritte zu schreiben.

Bis nach Berlin zum Quatsch Comedy Club ist Meyer gekommen. Im Rahmen der „Talentschmiede“ durfte er vor ausverkauftem Haus auftreten. „Das war mein absolutes Highlight – dort zu stehen, wo alle Großen gestanden haben.“ Für die Fernsehsendung hat es nicht ganz gereicht. Zwei andere seien zu gut gewesen. Doch er war zufrieden mit seinem Auftritt, blickt nicht ohne Stolz darauf zurück.

„Auch wenn das jetzt arrogant klingt: Ich kann es einfach“, sagt Meyer selbstbewusst. Es sei nicht leicht – im Gegenteil: „Es ist das schwierigste Genre, andere zum Lachen zu bringen.“ Was er lustug finde, komme beim nächsten vielleicht gar nicht an. Die besten Ideen habe er beim Fahrradfahren. Dabei könne man ihn auch mal bei Selbstgesprächen erwischen, berichtet er lachend. Dann teste er meistens den Sound eines Gags. Denn wenn etwas im Kopf ist, heiße es nicht, dass es auch gut klingt.

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