Mühle wird verjüngt

Wassermühle soll saniert werden

Hier und da gibt es kaputte Stellen an der Mühle. Das soll in den nächsten Jahren ausgebessert werden.
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Hier und da gibt es kaputte Stellen an der Mühle. Das soll in den nächsten Jahren ausgebessert werden.

Das Gebälk der Wassermühle in Stuckenborstel ist in Teilen marode. Das soll sich nun ändern.

Update vom 15. Dezember: Stuckenborstel – Auf große Zustimmung ist am Montagabend der SPD-Antrag für die Sanierung der Stuckenborsteler Wassermühle gestoßen. Der Gemeinderat hat das Thema einstimmig in den Bauausschuss verwiesen, dennoch haben alle Fraktionen bereits ihre zustimmende Meinung kundgetan. Ziel ist es demnach, zunächst 20 000 Euro für einen Planer bereitzustellen.

„Es geht darum, ob wir sie erhalten wollen oder sie in ein paar Jahren abreißen“, so Antragsteller Hans-Jürgen Brandt (SPD). Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass die Mühle ein Treffpunkt für die Dorfbewohner ist.

Was der Planer am Ende für sanierungsbedürftig hält, wolle die SPD-Fraktion dann akzeptieren. Es sei dann egal, ob es nur einzelne Balken betreffe oder mehr. Gemeindedirektor Holger Bahrenburg wies die Beschreibung der Mühle als verfallend erneut zurück.

Zuspruch in allen Gruppen

Man habe immer wieder „was gemacht“. Insgesamt sehe aber auch die Verwaltung den SPD-Antrag als positiv an. Rückendeckung gab es von CDU-Ratsfrau Friederike Paar und FDP-Mann Heinz-Wilhelm Oetjen: „Jeder will, dass die Wassermühle erhalten wird. Aber so dramatisch ist das dort nicht.“

Siegfried Gässler (CDU) begrüßte den Antrag. Er verwies darauf, dass er schon früher Mittel dafür im Finanzausschuss beantragt habe, aber kein Gehör gefunden hatte – vielleicht auch, weil er dafür in der eigenen Partei keinen Rückhalt fand. Er forderte eine „ordentliche Hausnummer im Haushalt“ für die Mühle. Man solle nicht mehr „drei Jahre mit der Sanierung warten“.

Originalartikel vom 2. Dezember: Stuckenborstel – „Da kann man richtig reindrücken.“ Und das tut Hans-Richard Buthmann dann auch. Er ist sozusagen eine der guten Seelen der Stuckenborsteler Wassermühle; jemand, der normalerweise Führungen für Schulklassen durchführt und anderen Gästen das mehrere hundert Jahre alte Gebäude an der Wieste zeigt. Nun geht er einmal um die Ecke und hebt ein scheinbar zufällig an der Wand lehnendes Brett auf, auch dahinter befinden sich Löcher im Fachwerk. Das Gebälk ist stellenweise in keinem guten Zustand. Nun hat die SPD-Fraktion im Sottrumer Gemeinderat die Initiative ergriffen und strebt in den nächsten Jahren eine Sanierung des Gebälks an.

Wobei sie es im Antrag vielleicht auch ein wenig übertreibt. „Der Verfall im Gebälk ist dermaßen groß, sodass man die Mühle in ein paar Jahren nur noch abreißen kann“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Brandt wörtlich. Man habe schon immer gesagt, dass man an der Mühle etwas machen müsse, bestätigt der Stuckenborsteler, der auch Mitglied im Mühlenverein (eine Unterabteilung des Sottrumer Heimatvereins) ist, auf Nachfrage. „Es wurde viel gesprochen, aber nichts gemacht.“ Nun gebe es einen Wurmbefall, und man müsse frühzeitig etwas dagegen tun. Ihm sei klar, dass bis zu einer Durchführung noch einige Zeit ins Land gehen werde. „Wenn wir aber jetzt noch zehn Jahre diskutieren, hat sich das auch erledigt.“

Der Plan sieht vor, im kommenden Jahr einen Fachplaner zu beauftragen, der sich alles genau anschaut, Methoden zur Reparatur überlegt und vorschlägt. Dann muss man entscheiden, dann weiß man sicherlich auch mehr über die damit verbundenen Kosten. Der Antrag sei auf positive Resonanz gestoßen, berichtet Brandt – natürlich im Dorf selbst, aber auch von Seiten der Gemeinde in Person des Gemeindedirektors Holger Bahrenburg.

Der weist erst einmal eines zurück: „Das Fachwerk sowie die Fenster sind regelmäßig unterhalten worden. Ebenso stehen die Risse im Mauerwerk unter ständiger Beobachtung. Ein Verfall der Mühle verbunden mit dem dargestellten Abriss in ein paar Jahren entspricht somit nicht den Tatsachen“, lautet seine erste Stellungnahme. Aber er unterstütze grundsätzlich den Antrag, dass Planungskosten für die Darstellung Kurz-, Mittel- und langfristiger Maßnahmen eingestellt werden, verbunden mit dem Einwerben von Fördergeldern. Und auch Brandt weiß: „Ohne Zuschüsse geht es nicht.“

„Wir werden diese Mühle auf keinen Fall in Gefahr bringen“, sagt Hans-Jürgen Krahn, Sottrums Bürgermeister (CDU) und Vorsitzender des Heimatvereins. Er erinnert sich noch gut an die Diskussionen, wo das Gebäude in Verdacht stand, von der Wieste unterschwemmt zu werden. Das hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Man habe das gesamte Areal im Blick, auch weil irgendwann das benachbarte Brettmann-Haus saniert werden solle. Aber das ist ebenfalls ein Dauerthema in Stuckenborstel, man wartet auch hier darauf, dass Fördermittel eingetrieben werden können. Krahn sei demnach überrascht über den Antrag gewesen. „Es ist nicht so drastisch, wie vielleicht dargestellt wird“, sagt er. Schäden würden selbstverständlich auch repariert werden. Der Mühle dem Verfall überlassen will also wohl niemand. Und es hat auch keiner mehr getan: Buthmann führt hinter das Gebäude und zeigt auf das frisch gestrichene Fachwerk auf der Rückseite. Hier klagt keiner, hier wird nur gemahnt. Am 14. Dezember wird sich der Sottrumer Gemeinderat erstmals dem Antrag widmen, ihn aber in den Fachausschuss verweisen. Dort beginnt die Diskussion, Brandt jedenfalls hat seine Meinung schon gefunden: Es gebe nicht viele Dinge in Stuckenborstel, die erhaltungswürdig seien, meint der SPD-Mann. „Hier lohnt es sich.“

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