Der kurze Traum von Einigkeit

Samtgemeinderat Sottrum konstituiert sich

Holger Bahrenburg und Klaus Dreyer in der Sottrumer Oberschule.
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Mit Blumen gratuliert Klaus Dreyer (r.) dem neuen Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg.

Der Start in die neue Legislaturperiode ist für die Samtgemeinde Sottrum vollzogen: Holger Bahrenburg hat als Samtgemeindebürgermeister sein Amt angetreten und auch die Zusammensetzung der Fachausschüsse steht fest.

Sottrum – „Wir wollen den Nutzen für die Samtgemeinde mehren und Schaden von ihr abwenden – und dafür sitzen wir alle in einem Boot“, betonte Klaus Dreyer als Ratsältester zur Eröffnung der konstituierenden Sitzung des neuen Sottrumer Samtgemeinderates. Um den Hals trug der Hassendorfer Sozialdemokrat eine Krawatte mit den zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund der Europaflagge – vielleicht als Hoffnung auf die Einigkeit des neuen Kommunalparlamentes. Aber schon die erste Sitzung ließ durchscheinen, dass das eine Herausforderung werden wird.

Dabei war der Auftakt der Versammlung mit der Vereidigung des neuen Samtgemeindebürgermeisters Holger Bahrenburg noch recht harmonisch. Dreyer wünschte dem neuen Verwaltungschef Freude und Erfolg an seinem Amt, „damit wir das anpacken, was anzupacken ist“. Bahrenburg wiederum bedankte sich für das Wahlergebnis und betonte seine Parteiunabhängigkeit: „Die Aufgaben, die wir haben, zu bewältigen – das geht nur gemeinsam.“ Einstimmig kürte der Rat zudem Achim Figgen (CDU) zu seinem Vorsitzenden, nicht ohne dass Dreyer sich zuvor bei Julian Loh (CDU) bedankte, der dieses Amt in den vergangenen fünf Jahren innegehabt hatte. Zu Figgens Vertretern kürte die Versammlung Sven Plaschke (Grüne) und Robert Abel (FDP). Ersterer war für Dieter Szcezesny in den Rat nachgerückt. Auch Heike Stäcker von den Grünen trat ihr Mandat nicht an, statt ihr sitzt nun Simone Facktor in der Grünen-Fraktion.

Nach seiner Wahl übernimmt Achim Figgen den Ratsvorsitz.

Ebenfalls einmütig stellte das Kommunalparlament die gebildeten Gruppen fest: Ganze sieben Parteien gehören für die kommende Wahlperiode dem Samtgemeinderat an, und nachdem SPD, Grüne und Linke ihre Zusammenarbeit als eine Gruppe bekannt gemacht hatten, hatte auch die CDU angekündigt, aus diesem Grund nun mit FDP und WFB zusammen zu gehen. Außen vor bleibt AfD-Vertreterin Andrea Kaiser. Die Gruppenbildung schlägt sich in der Bildung des Samtgemeindeausschusses nieder, dort hat nun jede Gruppe vier Sitze: Wolfgang Harling, Klaus Dreyer, Andreas Rosebrock und Lühr Klee für SPD, Grüne und Linke sowie Julian Loh, Cord Treffke, Hans-Jürgen Krahn und Robert Abel für CDU, FDP und WFB.

Erste Muskelspielchen gab es dann bei der Wahl der stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister. Um die Belastung zu entzerren, plädierte die SPD-Grüne-Linke-Gruppe für eine dritte Vertretung, so Sprecher Harling (SPD). Währenddessen sah sein Amtskollege Krahn (CDU) dazu keine Notwendigkeit. Am Ende ging der Antrag mit 19 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen durch. In geheimer Wahl erhielten jeweils Loh und Dreyer 29 Ja- und eine Nein-Stimme. Beim dritten, an diesem Abend krankheitsbedingt nicht anwesenden Vertreter Lühr Klee (Grüne) war ein zweiter Wahlgang nötig, am Ende erhielt er 16 Stimmen, zwölf Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen.

Klaus Dreyer eröffnete als Ratsältester die Sitzung.

Für die Vertretung der Samtgemeinde im Ausschuss des Wasserversorgungsverbandes Rotenburg-Land schickte die CDU-FDP-WFB-Gruppe Abel als Gegenkandidaten zu Dreyer ins Rennen, worauf Hans-Jürgen Brandt (SPD) ihr vorwarf, gleich zu Beginn für „giftige Atmosphäre“ zu sorgen. Mit 14 zu zwölf Stimmen setzte sich Dreyer durch.

Zu Beginn der Sitzung hatte sich der Hassendorfer Gemeindebürgermeister noch an seine Anfänge im Samtgemeinderat 1974 erinnert: „Damals gab es nach jeder einstimmigen Abstimmung einen Schnaps.“ Nach der Eröffnungssitzung bleibt abzuwarten, wie oft die Ratsmitglieder die Buddel – wenn auch nur im übertragenden Sinne – auf den Tisch stellen.

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