Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag zieht eine erste Bilanz

Der Filter ist weg

+
Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag hat noch einige große Aufgaben vor sich.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Die Schonfrist ist vorbei. Peter Freytag ist mehr als 100 Tage im Amt. Was hat er in der Zeit schon auf den Weg gebracht? Was macht das Dauerthema Doppik? Und wie läuft der repräsentative Teil seiner Arbeit ab? Im Gespräch mit der Kreiszeitung zieht er eine erste Bilanz – und dabei gibt er zu, dass ihm bestimmte Bereiche seiner Arbeit mehr Spaß machen, als zu Anfang gedacht.

Das große Thema – schon im Wahlkampf – war die Doppik. Das hat sich auch in den ersten 100 Tagen Amtszeit nicht geändert. Die Eröffnungsbilanzen stehen ganz oben auf der Liste von Peter Freytag. Doch bis da tatsächlich die ersten Resultate zu sehen sind, kann es noch dauern. „Wir werden nicht vor Ende 2016 die ersten greifbaren Ergebnisse haben“, macht Freytag deutlich. Das heißt, dass in einer der Mitgliedsgemeinden die Eröffnungsbilanz fertig ist und zur Prüfung vorgelegt werden kann. Den Anfang macht die Verwaltung mit der Gemeinde Hassendorf.

Ein weiterer Punkt, den Freytag bereits im Wahlkampf auf dem Zettel hatte, war die Umgestaltung der Verwaltung – die Fachbereichsleiterebene sollte mit seiner Wahl wegfallen. „Organisatorisch ist die Fachbereichsleiterebene auch schon weggefallen, das muss nur noch im politischen Raum bestätigt werden“, erklärt Freytag. Gelebt werde das Prinzip schon. Das heißt, der Austausch zwischen den Mitarbeitern und dem Verwaltungschef läuft ohne den „vorgeschalteten Filter“, wie Freytag die Fachbereichsleiterebene nennt.

In der Verwaltung sieht Freytag auch immer noch den Schwerpunkt seiner Arbeit, doch auch das Repräsentieren nimmt immer mehr Platz ein – und es gefällt dem 53-Jährigen. „Der Schwerpunkt ist die Verwaltung, weil ich dort auch eine Problemlage habe, die sich als wirklich große Herausforderung aufzeigt. Die Stolpersteine sind sehr viel größer, als zu Anfang von uns allen erwartet. Aber auch der repräsentative Teil macht Spaß.“ Die Termine seien angenehm, und würden den Verwaltungsfachmann auch einmal aus dem Alltag im Büro herauslösen. „Ich setze mich gerne mit den Menschen auseinander“, macht Freytag deutlich. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist dem 53-Jährigen der Austausch mit der französischen Partnergemeinde Sauveterre.

Doch bei all den guten Seiten, die der Job des Verwaltungschefs so mit sich bringt, steht die Samtgemeinde Sottrum auch vor einem weiteren Problem. Knapp 200 Flüchtlinge gilt es unterzubringen. „Ohne das große ehrenamtliche Engagement wäre das für eine Verwaltung in unserer Größe kaum zu leisten“, macht Freytag deutlich. Momentan sei die Samtgemeinde auch wieder auf Suche nach geeignetem Wohnraum. „Gerade im Hinblick auf die anstehende Jahreszeit wollen wir von Sammelunterkünften absehen und die Menschen wenn möglich in Einzelwohnraum unterbringen. Daher die Bitte an die Bevölkerung, die Unterstützung, die wir auch bisher schon im Bereitstellen von Wohnraum erfahren haben, nicht abklingen zu lassen“, so Freytag.

Eine Verteilung nach Einwohnerschlüssel auf die einzelnen Gemeinden sei dabei nicht mehr möglich. „Wir müssen den Wohnraum nehmen, der uns zur Verfügung gestellt wird.“ Dennoch achte die Verwaltung darauf, die Probleme nicht auf andere Einrichtungen wie Kindergärten zu verlagern. „Wir sind dann bei einem Zahlenkontingent wie in den 90er Jahren, und das war absolut die Schmerzgrenze“, macht Freytag die aktuelle Situation deutlich.

Für die weiteren anstehenden Aufgaben kann sich Peter Freytag – neben seinen Stellvertretern Klaus Dreyer (SPD) und Helga Busch (Grüne) – auch auf seinen allgemeinen Vertreter Jürgen Schlusnus verlassen. „Jürgen Schlusnus und ich ergänzen uns mit unseren Arbeitsschwerpunkten hervorragend. Und die Position eines Stellvertreters ist eine absolute Vertrauensposition für mich.“ Auch die Unterstützung seiner Familie hat Freytag weiterhin sicher: „Meine Familie sieht, dass mir die Arbeit Spaß macht und ich als Mensch dabei aufblühe. Sie steht nach wie vor zu der Entscheidung.“

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Fünf Rückkehrer beim Werder-Training am Freitag

Fünf Rückkehrer beim Werder-Training am Freitag

Neue Tragödie im Mittelmeer

Neue Tragödie im Mittelmeer

Meistgelesene Artikel

Auto brennt völlig aus

Auto brennt völlig aus

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

Kommentare