Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag und sein Vertreter Jürgen Schlusnus blicken auf 2015 zurück

Auf einer Wellenlänge

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Peter Freytag (l.) und Jürgen Schlusnus sind ein eingespieltes Team und wollen auch auf Samtgemeindeebene die Probleme gemeinsam lösen.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Hinter Peter Freytag, seit 1. Juni Samtgemeindebürgermeister von Sottrum, liegt mit dem Wahlkampf und der recht eindeutigen Entscheidung der Bürger am Wahlabend ein aufregendes Jahr. Neben dem bereits bekannten Problem der fehlenden Eröffnungsbilanzen kamen im Laufe des Jahres noch einige weitere hinzu. Mit der Wahl seines allgemeinen Vertreters Jürgen Schlusnus hat das Jahr zum Ende hin aber auch noch etwas Positives zu bieten. Gemeinsam werfen die beiden einen Blick zurück und berichten von den anstehenden Aufgaben für die Samtgemeinde.

Das bestimmende Thema – schon im Wahlkampf – waren und sind die fehlenden Eröffnungsbilanzen. Die sind für die Umstellung des Haushaltes auf die doppelte Buchführung, die sogenannte Doppik, erforderlich. „Das wird uns auch im kommenden Jahr beschäftigen“, sagt Freytag. Doch gerade in diesen stressigen Zeiten zeige sich, dass das Team in der Verwaltung gut zusammenarbeitet. Man müsse nicht immer einer Meinung sein, betont der Samtgemeindebürgermeister, aber es sei wichtig, dass die Beteiligten sachlich diskutierten. Dann komme am Ende auch etwas Gutes dabei heraus.

Auch im Jahr 2016 kommen die fehlenden Eröffnungsbilanzen also wieder auf den Tisch. „Das Thema ist eine Bürde für uns alle, aber wir haben vorher gewusst, auf was wir uns da einlassen“, macht Freytag deutlich. Er gibt jedoch auch zu, dass nach der Amtsübernahme die Dinge sehr viel sichtbarer seien, als zunächst gedacht.

Freytag erklärt, dass er Ende 2015 eigentlich schon viel weiter sein wollte, nicht nur in Bezug auf die Eröffnungsbilanzen, sondern auch auf den Umbau der gesamten Verwaltungsstrukturen. „Das heißt aber nicht, dass wir Fehler gemacht haben“, ist sich der Samtgemeindebürgermeister sicher. Es seien äußere Dinge, die auf die Verwaltung einwirken. „Wir mussten zum Beispiel Prioritäten setzen und aus der Doppik Personal abziehen, um mit dem Flüchtlingsstrom zurechtzukommen“, so Freytag. Das zweite große Thema des Jahres. „Wir wollen nach wie vor versuchen, die Menschen vernünftig unterzubringen“, macht der Bürgermeister deutlich.

Bei weiter steigenden Zuweisungszahlen sei das auf auf lange Sicht nicht durchzuhalten. Ein Objekt habe die Samtgemeinde momentan noch im Auge. Spätestens Ende Januar sei aber die Situation erreicht, dass die Verwaltung bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf gewerbliche oder öffentliche Räume zurückgreifen müsse, wenn sich kein weiterer Wohnraum findet und das gewünschte Objekt nicht zur Verfügung steht. „Wir sind auf jeden Quadratmeter angewiesen.“

Das Problem sei, dass bei Abschluss eines Mietvertrages niemand genau sagen könne, woher die Flüchtlinge kommen, und ob es Familien oder Einzelpersonen sind. Gerade im ländlichen Bereich gestalte sich die Wohnungssuche schwierig. Dafür seien die Menschen auf dem Dorf näher dran und engagierten sich. Das zeigt, dass die Arbeit ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gar nicht zu schaffen sei. Aber Jürgen Schlusnus betont: „Die größte Bereitwilligkeit hilft nicht, wenn irgendwann kein Wohnraum mehr da ist.“

Mit der Ernennung von Jürgen Schlusnus zum ersten Samtgemeinderat und damit Freytags allgemeinem Vertreter hat das Jahr noch einen guten Abschluss genommen. Das Team Freytag/Schlusnus hat bereits auf Gemeindeebene in Sottrum Erfahrung sammeln können und eine Vertrauensbasis geschaffen. „Wir sind auf der gleichen Wellenlänge, und der Rückhalt stimmt“, so Schlusnus .

Das sieht auch Peter Freytag so: „Das Vertrauen muss da sein, damit ich auch mal ein paar Wochen in den Urlaub fahren kann und weiß, dass mein Vertreter die Aufgaben so erledigt, wie ich es auch tun würde.“ Das gemeinsame Vorzimmer und die dadurch verbundenen Büros machen die Zusammenarbeit noch einfacher.

Und ein entscheidender Faktor kommt noch hinzu: „Wir sind beide keine klassischen Politiker, kommen beide aus der Verwaltung und müssen Dinge daher nicht hinterfragen und diskutieren“, so Freytag. Für seinen allgemeinen Vertreter hat er auch noch ein großes Lob parat: „Für mich stand Jürgen Schlusnus überhaupt nicht zur Diskussion. Ich konnte mir für den Posten keine andere Person vorstellen.“

Und was wünscht sich der Samtgemeindebürgermeister für das kommende Jahr? „Genauso viel Engagement wie im Jahr 2015 und dass uns viele Dinge, die auf der Welt passieren, erspart bleiben.“ Auch Jürgen Schlusnus blickt zuversichtlich auf das Jahr 2016 – zumindest, was die Eröffnungsbilanzen angeht. „Es wäre schön, wenn wir bei den beiden großen Problemen, vor denen wir stehen, Ende 2016 ein bisschen Licht sehen.“ Dann ist vielleicht auch wieder Zeit für Dinge, die bisher auf der Strecke geblieben sind.

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