Die, die alles ausbügeln

Samtgemeinde Sottrum verabschiedet 16 Ratsmitglieder und Bürgermeister Peter Freytag

Die ausscheidenden Ratsmitglieder sowie Bürgermeister Peter Freytag, aber auch Hans-Jürgen Krahn und Friederike Paar mit Julian Loh (r.)
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Die ausscheidenden Ratsmitglieder sowie Bürgermeister Peter Freytag, aber auch Hans-Jürgen Krahn und Friederike Paar, die dem Rat noch erhalten bleiben, bekommen von Julian Loh (r.) ihre Urkunden ausgehändigt.

Die Kommunalwahl am 12. September war für den Samtgemeinderat eine Zäsur, denn mit ihr verlassen viele langjährige Ratsmitglieder das Gremium – und auch der bisherige Verwaltungschef Peter Freytag. In Ahausen gab es nun Dankesworte und Urkunden.

Ahausen – „Kommunalpolitik ist eine ganz besonders intensive Form der Politik: Das, was in Berlin und Hannover groß beschlossen wird, das löffeln wir aus, fangen wir ab und bügeln wir aus.“ So fasste der Samtgemeinderatsvorsitzende Julian Loh am Donnerstagabend die Aufgaben der Lokalpolitiker zusammen. Um eben diesen für ihr jahrelanges Engagement mit einer Urkunde zu danken und zu verabschieden, hatte die Kommune zu einer kleinen Feierstunde in den Ahauser Hof geladen. Dabei fiel der Blick vor allem auf Peter Freytag, denn auch der noch bis zum morgigen Sonntag amtierende Samtgemeindebürgermeister beendet seine Arbeit.

Und die währte immerhin 35 Jahre, davon in den vergangenen sechs Jahren als hauptamtlicher Verwaltungschef. „Jeder hat gesehen, wie viel Spaß du an deinem Amt hattest und wie sehr es dich ausgefüllt hat“, betonte Loh in einer kleinen Laudatio. „Du bist vor keiner Herausforderung und keinem Konflikt zurückgescheut, und du warst immer kompetent und auf die Sache fokussiert.“ Freytag sei ein „Mann der klaren Worte“, der mit seiner Art, seinen Erfahrungen und Kompetenzen viel für die Samtgemeinde erreicht habe. Unter anderem war Freytag Leiter des Schulamtes und ab 2006 Erster Samtgemeinderat gewesen, bevor er laut Loh die weitreichende Entscheidung getroffen hatte, 2015 für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters zu kandidieren.

Ich bin überzeugt, dass sich unsere Arbeit lohnt, und das sollten wir mit Stolz festhalten.

Julian Loh

Freytag selbst dankte dem Rat dafür, diese „klaren Worte“ auch ausgehalten zu haben – „auch bei strittigen Themen“. „Es war immer mein Antrieb, das Beste für die Bürger herauszuholen“, so der scheidende Verwaltungschef. „Wir haben sicherlich viele Dinge auf den Weg gebracht, die der nächste Rat dann mit seinen eigenen Akzenten weiterführen wird.“

Und dann waren da natürlich noch diejenigen, die sich ehrenamtlich für das Allgemeinwohl eingesetzt haben: „Ihr habt dafür viel eurer Freizeit geopfert“, dankte ihnen Loh. Kommunalpolitik sei die Selbstverwaltung der Bürger. „Sie ist wärmer, manchmal muffiger, weniger elegant, nachbarschaftlicher, mit mehr Pullover und weniger Schlips. Aber das macht sie aus“, zitierte er aus einer Rede Dieter Freytags, dem Bürgermeister von Brühl, mit der dieser kürzlich ausgeschiedene Ratsmitglieder verabschiedet hatte. „Im Gegensatz zu Bundes- und Landespolitikern werden wir viel eher mit der Folge von Entscheidungen konfrontiert. Aber ich bin überzeugt, dass sich unsere Arbeit lohnt, und das sollten wir mit Stolz festhalten“, so Loh. Er appellierte an die Geehrten zudem, weiterhin das lokalpolitische Geschehen zu verfolgen: „Gebt eure Erfahrungen weiter.“

Peter Freytag (l.) freut sich über ein Präsent von Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Zwei, die nach vielen Jahren nun ihren Hut nehmen, sind Hermann Rugen nach 20 Jahren und Heinz-Wilhelm Oetjen nach 27 Jahren und vier Monaten. „Dein Steckenpferd war die Feuerwehr, und da hast du versucht, für alle Wehren der Samtgemeinde das Beste herauszuholen“, lobte Loh Rugen. Oetjen wiederum habe immer mitgestritten, so der Ratsvorsitzende: „Ich hoffe, du bleibst uns als Ratgeber erhalten.“

Darüber hinaus nahmen für zehn Jahre Ratsarbeit Hermann Holsten, Jörg Küsel und Heiner Lange ihre Urkunden entgegen, Klaus-Dieter Szczesny für sieben Jahre und fünf Monate, Stefan Heinrich für sechs Jahre und elf Monate sowie Susanne Cordes, Gerd Helms, Thimo Schröder, Peter Strohschän und Harald Wellmann jeweils für fünf Jahre Engagement im Samtgemeinderat. Szczesny nutzte die Gelegenheit, um allen Anwesenden für die parteiübergreifende Arbeit zu danken sowie der Verwaltung, die immer schnell auf Nachfragen reagiert habe.

Einige ausscheidende Ratsmitglieder waren nicht anwesend und erhalten ihre Urkunden später: Bernhard Goldmann für fünf Jahre, Helga Busch für fünf Jahre und zehn Monate, Herbert Cordes für 20 Jahre sowie Siegfried Gässler für 40 Jahre. Lediglich zwei der an diesem Abend Geehrten bleiben dem Rat erhalten: Friederike Paar und Hans-Jürgen Krahn, beide Mitglieder der CDU-Fraktion, erhielten eine Urkunde für 20-jährige Mitgliedschaft in dem Kommunalparlament.

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