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Samtgemeinde Sottrum sieht zweites Baugebiet in Höperhöfen kritisch

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Von: Nina Baucke

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Auf dieser Fläche in Bötersen kann sich das Dorf in den kommenden Jahren weiterentwickeln.
Auf dieser Fläche in Bötersen kann sich das Dorf in den kommenden Jahren weiterentwickeln. © Baucke

Die Gemeinde Bötersen darf sich bautechnisch entwickeln, allerdings nicht so wie gedacht: Im Fall einer gut einen Hektar großen Fläche lehnte der Samtgemeindeausschuss eine entsprechende F-Planänderung ab. Bürgermeister Cord Trefke sucht nun das Gespräch.

Bötersen/Höperhöfen – Die Gemeinde Bötersen darf wachsen – allerdings erstmal nicht so wie gedacht. Drei Gebiete, eines davon in Bötersen, zwei kleinere in Höperhöfen, sollten durch entsprechende Änderungen im Flächennutzungsplan grünes Licht bekommen, es bleibt jedoch bei zwei Bereichen. Denn der sogenannte „Änderungsbereich 42.3“ in Höperhöfen soll laut Beschlussempfehlung der Verwaltung nicht weiter verfolgt werden.

„Das wird am Landkreis scheitern“, befürchtete Burkhard Lichtblau vom beauftragten Planungsbüro Instara aus Bremen, der bei der Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Planung, Wirtschaft und Verkehr den aktuellen Planungsstand vorstellte.

Konkret standen für Höperhöfen zwei längliche Flächen – einmal in einer Größe von 0,72 im Bereich der Ortsmitte und einmal von 1,09 Hektar im nördlichen Teil entlang einer Ausfallstraße – zur Diskussion. Letzteres Gebiet findet keine Befürwortung durch den Landkreis. Grund ist das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP), dessen Ziele sich nicht mit dem Projekt vereinbaren ließen. „Das RROP sieht da eine sogenannte ,Fingerbildung‘, aber die linke Seite der Straße ist ja auch bereits bebaut“, sagt Cord Trefke (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Bötersen, auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Geruchsemissionen

Doch auch für die andere, durchgewunkene Fläche, die Platz für sechs bis acht Bauplätze bietet, gibt es noch einige Hürden zu überwinden – Stichwort Geruchsemissionen. „Es würde gehen, aber sie dürfen da nicht zu hoch sein.“ In dem Bereich sei noch ein Landwirt aktiv, so Trefke. „Wir wollen ihn dort auch nicht einschränken.“

Dazu kommt, dass im Süden eine Freifläche schon vor Längerem im Flächennutzungsplan der Entwicklung des Ortes zur Verfügung steht. „Aber da auch dort die Geruchsbelastung hoch ist, können wir dort aufgrund der aktuellen Bestimmungen nicht bauen lassen“, so Trefke. „Aber es ist absehbar, dass sich bei einem Betrieb die Verhältnisse innerhalb der nächsten Jahre ändern werden.“

Ähnlich sah es auch Lichtblau: „Die Emissionsschutzprobleme sind ein derzeit nicht lösbarer Nutzungskonflikt“, erläuterte er in der Sitzung. „Aber die Landwirtschaft ist im Wandel, vielleicht wird irgendwann dort Wohnbauentwicklung möglich sein.“ Grundsätzlich werde das Thema Geruchsemissionen die Gemeinde Bötersen weiterhin beschäftigen, so Lichtblau.

Baugebiet als Lückenfüller

Für das Dorf Bötersen wiederum bedeutet die Änderung der Flächennutzungsplanung, eine Lücke im Dorf zu füllen: 4,57 Hektar ist die Fläche groß, die zwischen der Grundschule und der Straße Auf dem Kamp westlich der Dorfstraße liegt und Platz für etwa 20 Baugrundstücke bieten kann. „Auf diese Weise wird ein kompakter Siedlungskörper geschaffen“, begründete laut des Planungsbüros der Landkreis in einer Stellungnahme sein „Ja“ für das neue Baugebiet. Auch, wenn rein theoretisch das Areal Platz für mehr Bauplätze böte: „Grundsätzlich sind wir an die Ziele des RROP gebunden, im Fall Bötersens bedeutet dass, das Eigenentwicklung zugelassen ist, aber keine große Expansion“, so Bauamtsleiter Eckhard Behrens.

Ohnehin: Von den 4,57 Hektar gingen noch Flächen für Schallschutzwände und eine parkähnliche Fläche ab, außerdem soll Platz für unterschiedliche Bauformen als auch für seniorengerechtes Wohnen sein. „Ideen gibt es viele“, betont Trefke.

Der Wunsch in Höperhöfen, sich zu entwickeln, ist riesig. Und dafür werden wir alles tun.

Cord Trefke

Im Fall des abgelehnten Baugebiets im Norden Höperhöfens ist für Trefke das letzte Wort noch nicht gesprochen, die Gemeinde wolle trotzdem versuchen, die Flächen mit hineinzubekommen: „Die Ablehnung war für uns nicht so nachvollziehbar. Die Ziele des RROP sind zwar festgelegt, aber wir wollen dennoch mit dem Landkreis ins Gespräch gehen“, so der Bürgermeister. Er schätze zwar die Chancen nicht allzu hoch ein, man werde es aber versuchen. „Der Wunsch in Höperhöfen, sich zu entwickeln, ist riesig. Und dafür werden wir alles tun.“

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