Wehren der Samtgemeinde mussten im Schnitt jeden dritten Tag raus

48 Einsätze mehr als im Vorjahr

Ein Brand in Bittstedt gehörte 2017 zu den Großeinsätzen.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Das ganze Jahr über sind die 15 Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Sottrum einsatzbereit. Statistisch musste im vergangenen Jahr jeden dritten Tag ausgerückt werden. „Wir hatten 123 Einsätze und damit 48 mehr als im Vorjahr“, bilanziert Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Allein 50 Einsätze bescherten den Wehren die Herbststürme. „Wind und Laub verträgt sich nicht“, sagt Becker und erklärt: „Wenn jetzt auch so viel Laub auf den Bäumen wäre, hätten wir bei dem Sturm Anfang des Jahres mehr als nur zweimal ausrücken müssen.“

Nicht nur die Quantität der Einsätze lag 2017 deutlich über dem Schnitt, denn es gab zahlreiche Großeinsätze abzuarbeiten. Im Mai gab es mit dem Wohnhausbrand in Horstedt, dem Scheunenbrand am Sottrumer Bahnhof und dem brennenden Gefahrguttransporter auf der Autobahn 1 gleich drei davon. 

Der Einsatz auf der A1 wird dem 41-Jährigen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, denn dieser war für ihn als Gemeindebrandmeister andere als Routine: Es galt, die Arbeit der 216 beteiligten Feuerwehrleute zu koordinieren. Zwar waren auch der Kreisbrandmeister und der Regierungsbrandmeister vor Ort, die Verantwortung lag jedoch in den Händen von Becker. 

Beim Hochwasser in Goslar unterstützt

Um Gefahren für Leib und Leben der Brandschützer abzuwenden, standen alle im Landkreis zur Verfügung stehenden Chemikalienschutzanzüge zur Verfügung. Zusätzlich hatte die Einsatzleitstelle veranlasst, dass auch die Schutzanzüge aus Maschen als Reservematerial geordert wurden. „Es war der Gau, denn man wusste einfach nicht, was da drin ist“, so Becker.

Durch die Vorsichtsmaßnahmen konnte der Brand des Gefahrguttransporters ohne gesundheitliche Schäden gelöscht werden. „Dieser Einsatz war sogar um Längen größer als der Brand in Bittstedt“, betont der Gemeindebrandmeister. Am 23. September rückten 174 Feuerwehrleute aus, um den Brand des Wirtschaftsgebäudes zu löschen und den Übergriff des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern.

Zu den großen Einsätzen zählten im Jahr 2017 auch das Hochwasser in Goslar, wo vier Wehren aus der Samtgemeinde die Kreisbereitschaft unterstützen sowie im August ein weiterer Gefahrguteinsatz. „Es war das Jahr der Großeinsätze, sonst haben wir die nicht in der Größenordnung“, fasst Becker zusammen.

Abnahme der Unfallzahlen

Erfreulich sei hingegen die Abnahme der Unfallzahlen gewesen, denn in der Jahresbilanz sind nur fünf Vorfälle (2016: 12) aufgeführt. Die Einsatzstunden summierte sich auf 5 280 (2 415), die Gesamtstunden auf 60 258 (59 450). Dafür standen 572 (573) aktive Wehrmitglieder parat. „Somit wurde der Abwärtstrend aufgehalten. Hoffentlich bleibt es so“, sagt der Gemeindebrandmeister. 

Für diese Entwicklung sorgte auch die gute Arbeit in den Jugendwehren, aus deren Reihen zehn Nachwuchsbrandschützer in die aktive Wehr übernommen werden konnten. Auch die Arbeit der Kinderfeuerwehr trägt erste Früchte, denn drei Kinder wechselten inzwischen zur Jugendwehr. Während der Altersdurchschnitt auf Samtgemeindeebene mit 40,11 die kritische Größe von 40 Jahren bereits überschreitet, kann sich die Freiwillige Feuerwehr Bötersen mit einem Schnitt von 36 Jahren als „jüngste Wehr“ rühmen.

Neues Feuerwehrhaus und neues Fahrzeug

Damit die Freiwilligen Feuerwehren ihre Aufgaben erfüllen können, stellt die Samtgemeinde Sottrum als Träger der Wehren die finanziellen Mittel zur Verfügung. So wurden im vergangenen Jahr alle Atemschutzgeräteträger mit neuen Helmen ausgestattet. Für dieses Jahr stehen die Übergabe des Feuerwehrhauses und ein neues Fahrzeug in Clüversborstel auf dem Plan. Um den Wehren Planungssicherheit zu geben, soll in Zukunft jedes Jahr ein fester Betrag investiert werden. 

Dafür stellte Björn Becker mit den Ortsbrandmeistern ein Feuerwehrkonzept auf. „Normalerweise ist das die Arbeit von Ingenieurbüros, die für so etwas rund 30.000 Euro in Rechnung stellen“, sagt Becker. Mit der Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung ist er sehr zufrieden. Dafür gilt sein Dank den Feuerwehrleuten sowie deren Familien. Sein Wunsch für die Zukunft richtet sich an die Bürger der Samtgemeinde: „Ich hoffe auf mehr Bereitschaft zum Helfen, denn alle erwarten selber Hilfe.“

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