Ende eines Übergangsszenarios

Samtgemeinde Sottrum beschließt Einstellung der Nachmittagsbetreuung

Das sogenannte „Lehrerhaus“ in Bötersen.
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Die Gemeinde Bötersen hat das sogenannte „Lehrerhaus“ als Hortstandort vorgesehen.

Sottrum – Die Nachmittagsbetreuung für Kinder der Samtgemeinde Sottrum läuft zum Ende des Schuljahres 2021/22 aus: Diese Entscheidung traf der Rat der Kommune am Donnerstagabend während seiner Sitzung bei zwei Enthaltungen einstimmig. In Sottrum und Ahausen endet das Angebot bereits jetzt, da beide Gemeinden eine Hortbetreuung eingerichtet haben. Letzte Gemeinden mit einer Nachmittagsbetreuung sind aktuell bis nächstes Jahr noch die Schuleinzugsbereiche Horstedt und Bötersen.

„Vermutlich durch Homeoffice im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gibt es derzeit keinen Bedarf an Nachmittagsbetreuung“, so Holger Bahrenburg als Abteilungsleiter der Schul- und Liegenschaftsverwaltung. Das sei der Verwaltung auch vonseiten der Leitungen der Grundschulen in Sottrum, Ahausen, Bötersen und Horstedt mitgeteilt worden. „Mit der Einrichtung des Horts halten wir eine doppelte Betreuung, die eine Mehrarbeit und erhöhte Verantwortung für die Schulen bedeutet, für nicht sinnvoll und in keinem Verhältnis stehend“, so die Schulleiterinnen in einer schriftlichen Stellungnahme an die Samtgemeinde. „Die Eltern haben ein Alternativangebot oder werden dieses zeitnah erhalten. Dies sollte ein ausreichendes Angebot darstellen.“

Kritik äußerte CDU-Ratsherr Jörg Küsel an der Kommunikation mit den Eltern aus Sottrum und Ahausen: „Es wurde ihnen nicht mitgeteilt, dass die Nachmittagsbetreuung eingestellt wird. Sie haben daraufhin versucht, ihre Kinder im Hort anzumelden, aber der Hort ist voll.“ Man habe früher keine Informationen rausgeben dürfen, so Bahrenburg: Denn die Einrichtung einer Nachmittagsbetreuung war eine politische, vom Rat beschlossene Entscheidung, die als ein Übergangsszenario gedacht war. „Wir konnten die Nachmittagsbetreuung nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder ,vergraben‘“, so Erste Gemeinderätin Kerstin Wendt. „Wir dürfen die Eltern in Sottrum und Ahausen jetzt nicht hängen lassen“, mahnte Robert Abel (FDP).

Aktuell ist für den Sottrumer Hort eine zweite Gruppe geplant, auch für Bötersen und Horstedt haben die jeweiligen Gemeinden den Bedarf ermittelt, im ersten Fall sind es drei Kinder, im zweiten Fall zwölf. „Aber in Sottrum haben wir auch mit fünf Kindern angefangen – und jetzt ist die Gruppe voll“, so Wendt mit Blick auf Bötersen. Dort stellt die Gemeinde derzeit die Räume im sogenannten alten „Lehrerhaus“ her. „Das ist auf dem Weg, da laufen die Ausschreibungen“, so Wendt. Sie rechnet damit, dass es dort auf jeden Fall zum Schuljahr 2022/23 losgehen kann. Für Horstedt ist ein Starttermin noch nicht absehbar: „Da suchen wir noch nach einer Lösung, ein Standort an der Schule wäre allerdings am einfachsten umzusetzen“, so Michael Schröck (SPD), Bürgermeister in Horstedt.

„Natürlich wollen wir keine Gemeinde im Stich lassen, wenn sich die Eltern für die Einrichtung eines Horts aussprechen“, machte Hans-Jürgen Krahn (CDU) als Bürgermeister der Gemeinde Sottrum deutlich. „Aber es muss auch klar sein, dass die Gemeinden sich auch auf den Weg machen müssen. Denn ein Hort kostet uns Geld.“ Das sah auch die Sottrumerin Friederike Paar so: „Wir wollen wissen, wie uns das finanziell belastet.“

Die Samtgemeinde hatte für die Nachmittagsbetreuung 24 000 Euro im Haushalt 2021 eingestellt, Elternbeiträge seien bisher nicht erhoben worden, so die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage.

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde hatte ein Elternvertreter noch einmal darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Hortplätzen steigen werde: „Der Beschluss ist daher nicht sehr gelungen.“ Die Gemeinde Sottrumer mache sich unverzüglich auf den Weg zu einer Hortlösung, so die Antwort Krahns.

„Wir haben mit diesem Beschluss jetzt Klarheit, und die Eltern können sich langfristig darauf einstellen“, sagte auch Wendt.

Von Nina Baucke

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