Rat verabschiedet Konzept

Samtgemeinde Sottrum bastelt an ihren Feuerwehren

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Das Feuerwehrkonzept der Samtgemeinde steht. Dennoch ist weiterhin Vorsicht beim Geldausgeben angemahnt.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Julian Loh kam aus den Superlativen gar nicht mehr heraus. Die Anpassung des Feuerwehrkonzeptes – so hatte es die Verwaltung nüchtern formuliert – war für den CDU-Samtgemeinderatsvorsitzenden wesentlich mehr. Es sei eher eine Revolution, wie Loh sagte. Doch nicht nur die Verabschiedung des 69 Seiten starken Papiers durch den Rat konnten die Freiwilligen Feuerwehren als Erfolg für sich verbuchen.

Das Feuerwehrkonzept 2025, das eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Brandschützer und Vertreter der Samtgemeinderatsfraktionen erstellt hat, ist in erster Linie ein Signal, das die Arbeit der 15 angeschlossenen Ortswehren würdigt. Trotz finanziell schwieriger Lage will die Kommune in Zukunft 350.000 Euro jährlich in die Infrastruktur und Ausrüstung stecken. Aufgerundet etwa 1,2 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren bereitgestellt werden. Die ersten, teilweise dringenden Projekte, die sich aus dem Konzept ergeben, sind bereits in Angriff genommen worden. So konnten zum Beispiel Ende Januar ein Anbau am Clüversborsteler Feuerwehrhaus eingeweiht und ein neues sogenanntes Tragkraftspritzenfahrzeug in Betrieb genommen werden.

Das Papier gibt einen allgemeinen Überblick über den Zustand der Feuerwehren. Es zeigt unter anderem, wo dringender Verbesserungsbedarf besteht und wie Mitgliederentwicklungen aussehen. Zudem liefert es eine Risiko- sowie Gefahrenanalyse. Um bei Julian Loh zu bleiben: „Wir brechen mit dem Konzept in eine neue Ära auf und professionalisieren damit den Umgang mit unseren Feuerwehren.“

Blick auf den Haushalt notwendig

Wobei das Geld nicht jetzt mit vollen Händen ausgegeben wird – das wäre der Samtgemeinde gar nicht möglich. Bürgermeister Peter Freytag merkte sicherheitshalber an, dass die Umsetzung des Konzeptes nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel erfolgen kann – in Abstimmung mit den Ortswehren.

Für die Lokalpolitik bietet das Konzept vor allem Orientierung. Sie weiß nun, wo in Sachen Brandschutz die Prioritäten liegen und hat entsprechende Hintergrundinformationen vorliegen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Hans-Jürgen Krahn, sprach von einem vernünftigen Konsens. Es sei ein „Rahmen gestaltet worden, in dem man sich bewegen kann“. Wolfgang Harling, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, mahnte aber, sich keinen zu engen Zeitplan zu setzen, und griff die Bemerkungen des Samtgemeindebürgermeisters auf. „Wir sollten die Prioritätenliste im Rahmen unserer Möglichkeiten abarbeiten.“ Niemand solle sich überzogenen Vorstellungen hingeben, denn man wisse nicht, ob die Haushaltsplanungen in den kommenden Jahren derlei Investitionen hergeben. Auch für die Grünen in Person von Stefan Heinrich ist es ein nachvollziehbares Konzept. Auf diese Weise habe man jeglichen Bedarf an Standortdiskussionen ablegen können. Robert Abel (POP) hingegen machte bereits in seiner zu einem früheren Zeitpunkt in der Ratssitzung gehaltenen Haushaltsrede deutlich, dass er nicht überzeugt ist, dass das Konzept zukunftsweisend ist. „Aber“, schob er nach, „es ist eine gute Basis.“

Nach dem Beschluss hat der Rat gleich einen weiteren Punkt des Feuerwehrkonzepts angepackt: den Nachwuchs. Bei jeweils einer Enthaltung beschloss er, dass die die aktiven Mitglieder der Kinder- und der Jugendfeuerwehren sowie die Betreuer das Sottrumer Freibad und die Büchereien kostenlos nutzen dürfen. Als Abgrenzung und Werbung für die Feuerwehren, wie Hans-Jürgen Krahn für die Antragstellerin CDU begründete.

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