Saison reduziert Defizit

Einnahmen im Sottrumer Freibad decken nur 30 Prozent der Kosten

Regelmäßig fanden im Sottrumer Freibad wieder Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene – wie hier mit Henry Kraft – statt.
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Regelmäßig fanden im Sottrumer Freibad wieder Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene – wie hier mit Henry Kraft – statt.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Während Landwirte und Gartenbesitzer über den ausbleibenden Regen klagten, genossen viele andere die zahlreichen Sonnentage in vollen Zügen. Besonders die Freibäder lockten deutlich mehr Besucher an als in den vergangenen Jahren. So gab es im Sottrumer Freibad mit 54 000 gezählten Besuchern die höchste Anzahl seit 15 Jahren.

Am 7. August wurde mit 1 401 Badegästen der Rekord für diese Saison aufgestellt. Daher muss doch ein satter Gewinn erwirtschaftet worden sein – oder? „Die Aussage kann ich nicht bestätigen“, sagt André Bischof, im Rathaus zuständig für interne Dienste. Zwar wurden die Einnahmen in dem im Frühjahr vom Samtgemeinderat verabschiedeten Haushalt mit 50 000 Euro angesetzt, bis vergangene Woche konnten bereits etwas über 90 000 Euro verbucht werden, aber damit reduziert sich nur das damals kalkulierte Defizit in Höhe von 248 800 Euro. 

Größter Posten sind dabei die Personalkosten. Aber auch die Aufwendungen beispielsweise für Wasser und Wärme sind nicht unerheblich. „Die Bewirtschaftungskosten betragen nach der Planung rund 30 Prozent der gesamten Aufwendungen“, erklärt Bischof. Bei den geplanten Kosten von insgesamt gut 300 000 Euro decken auch die erhöhten Einnahmen in diesem Jahr nur 30 Prozent.

Das ungewöhnlich schöne Wetter machte sich auch beim Verkauf der Jahreskarten bemerkbar. So wurden 510 Dauerkarten, davon 106 Familienkarten, erworben. Zum Vergleich: In den Jahren 2013 bis 2017 wurden durchschnittlich 462 Karten (95 Familienkarten) verkauft. Für das gepflegte Freibad und die engagierten Angestellten ist von den Badegästen immer wieder viel Lob zu hören. Dafür werden auch weitere Fahrten in Kauf genommen. 

Bei den Schwimmkursen unter freiem Himmel kommt auch der Spaß nicht zu kurz.

„Ein wunderschönes Bad. Es ist alles sehr sauber hier“, sagt Birgit Burggraf, die sich mehrmals wöchentlich aus Oyten gerne auf den Weg in die Wiestegemeinde macht. Auch Ursula Schmitz-Hintze aus Achim schwärmt: „Es ist hier sehr schön.“ Nicht nur sie sind der Meinung, dass die Nutzungsgebühren im Vergleich zu anderen Bädern sehr günstig sind. „Der Preis für Rentner könnte gerne etwas höher sein“, sagt Klaus Tietjen. Silvia Plaschke, die auch in den Genuss der Vergünstigung kommt, zahlt sogar freiwillig statt 36 Euro für die Jahreskarte 50 Euro. „Ich habe bei der Zahlung gesagt, dass der Differenzbetrag dem Freibad zugutekommen soll“, so die Sottrumerin.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt und die oft willkommene Abkühlung spielt auch die Möglichkeit, überhaupt schwimmen zu lernen, eine große Rolle. So wurden während der ganzen Saison Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. In Kooperation mit der Sottrumer Tafel hat das Bad außerdem Kurse angeboten für Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Außerdem nutzten auch die Schulen der Samtgemeinde Sottrum das Freibad für den Sportunterricht. Besonders aktiv waren in dieser Saison die Gymnasiasten mit 20 Freibadbesuchen. 

„Nicht alle Schüler kommen mit dem Schwimmabzeichen zu den weiterführenden Schulen“, wurde von Henry Kraft, Meister für Bäderbetriebe, erzählt. Und dies, obwohl sich auch die Verantwortlichen der Grundschulen engagieren: Während die Grundschule „Am Eichkamp“ auf 16 Besuche kam, absolvierten die Mädchen und Jungen der Grundschule Horstedt im Freibad ihre Projektwoche. Dazu legten sie – genauso wie zehn Kinder aus Bötersen – die Prüfung für das Sportabzeichen ab. Ebenfalls die Kids der Morgenstern-Grundschule sowie die Schüler der Oberschule besuchten einige Male das Freibad.

Durch das Engagement der Sportlehrer sowie vieler Eltern, die ihren Kindern Schwimmunterricht ermöglichten, reduzieren sie die Gefahr von Badeunfällen erheblich. Das ist nämlich die Schattenseite des heißen Sommers: Nach Auskunft der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) lag die Anzahl der Badetoten mit 279 in den ersten sieben Monaten um 37 höher als im Vorjahreszeitraum.

Übrigens: Nur noch morgen öffnet das Freibad von 8 bis 11 Uhr und 15 bis 18 Uhr (vom 16. bis 30. September gelten die verkürzten Öffnungszeiten), dann erst wieder am 1. Mai 2019

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