Sabine Jeske ist seit Anfang des Jahres Landschaftswartin der Samtgemeinde

„Wir haben nur eine Erde“

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Sabine Jeske wohnt mitten in der Natur und genießt das – nach der Arbeit geht es an die frische Luft.

Sottrum - Von Inken Quebe. Ein Klischee, das auf Sabine Jeske zutrifft: Sie ist seit Anfang des Jahres Landschaftswartin für die Samtgemeinde Sottrum und lebt passenderweise auch mitten in der Natur, nämlich in einem Waldstück in Ahausen. Dort lebt sie aber nicht hinter dem Mond – im Gegenteil: Sie beobachtet genau, was mit und in der Natur in Sottrum und umzu geschieht.

Bewusst darauf angelegt habe sie es nicht, das Amt auszuüben. Sabine Jeske ist eher zufällig Landschaftswartin der Samtgemeinde Sottrum geworden – genauso wie sie zufällig zum Naturschutzbund (Nabu) Rotenburg gekommen ist. Sie habe sich über Zerstörungen an Wegerändern bei den Umweltschützern beschwert. Diese Beobachtungsgabe macht die 49-Jährige aus, die es 1996 aus dem Landkreis Verden nach Ahausen gezogen hat. Das war auch in ihrer Kindheit nicht anders; Jeske beschreibt sich selbst als naturaffin: „Ich habe meine Zeit immer mehr draußen verbracht, als drinnen.“

Deshalb habe Roland Meyer sie dann im vergangenen Jahr gefragt, ob sie nicht Landschaftswartin werden wolle, glaubt Jeske. Auch in ihrem privaten Verhalten nimmt sie Rücksicht auf die Natur. Sie lebt nicht auf großem Fuß, möchte möglichst wenig Einfluss auf die Umwelt nehmen: Der Wohnraum ist mit gebrauchten Möbeln ausgestattet, sie kauft nur selten Kleidung, berichtet sie. Außerdem fährt die Steuerfachangestellte im Sommer auch mal mit Fahrrad zur Arbeit – nach Verden. Und nach Feierabend geht es wieder raus in die Natur. Auf einen Luxus verzichtet sie aber nicht: Reisen. Auch mit dem Flugzeug. Sabine Jeske sagt selbst: „Ich habe einfach eine natürliche Verbundenheit mit der Natur.“ Die Tätigkeit als Landschaftswartin gehe sie aber nicht wissenschaftlich an, sie beobachte eher. „Das Fachwissen eigne ich mir jetzt nach und nach an.“

Viel zu tun hatte sie bisher aber noch nicht: Seit Jeske ihrem Ehrenamt nachgeht, sind noch nicht viele Bürger mit Auffälligkeiten auf sie zugekommen. Etwa zwei Fälle pro Woche seien es noch im Frühjahr gewesen, über den gesamten Sommer hingegen nur noch insgesamt vier, schätzt sie.

Bei Problemen spricht sie im Normalfall zuerst mit dem Verursacher. Bisher habe es keinen Fall gegeben, bei dem sich derjenige dann quer gestellt habe. Bei schwerwiegenderen Vorfällen mit sofortigem Handlungsbedarf wendet sie sich direkt an die Naturschutzbehörde oder direkt an den Landkreis. Dass es überhaupt erst Probleme in Sachen Umweltschutz gebe, liege daran, dass einige nicht darüber nachdenken, welche Folgen ihr Verhalten hat. Sie will ein stärkeres Bewusstsein für die Natur verankern: „Vielleicht ändert sich etwas, wenn wir mehr hinschauen. Das war früher nicht so.“

Doch auch in den vergangenen Jahren ist Jeske einiges aufgefallen: „Die Vermaisung im Landkreis Rotenburg hat zugenommen, sodass viele Vögel und Insekten nicht mehr hier leben. Kinder wissen heute gar nicht mehr, wie Natur aussieht. Sie sehen nur die ausgeräumten Flächen.“ Gerade in Niedersachsen sei es extrem: Insgesamt nähmen die naturbelassenen Flächen stetig ab, und die landwirtschaftlichen Gerätschaften würden immer größer. Nicht nur für die Umwelt ein Problem, glaubt Jeske. „Die Subventionen der Landwirtschaft laufen in die falsche Richtung – für Natur und für Bauern sind sie nicht sinnvoll. Da müsste es Verbesserungen geben.“ Auch dass die Bevölkerung in der gesamten Welt immer weiter wächst, hält sie für gefährlich, denn die Ressourcen, alle Menschen zu versorgen, seien endlich: „Wir haben nur eine Erde. Wer ein Problem in der Natur beobachtet, der kann sich per E-Mail an die Landschaftswartin wenden: bienenklee@web.de

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