Ohne Verleihung

Stützpunkt Sottrum: Rückgang bei den Sportabzeichen

Im vergangenen Jahr durfte Johann Bösen nicht nur seine eigene Urkunde von Marlies Loss annehmen, sondern war auch Teil eines Familiensportabzeichens. Mit inzwischen 93 Jahren ist er erneut der älteste Teilnehmer. Archivfoto: Holsten-Körner
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Im vergangenen Jahr durfte Johann Bösen nicht nur seine eigene Urkunde von Marlies Loss annehmen, sondern war auch Teil eines Familiensportabzeichens. Mit inzwischen 93 Jahren ist er erneut der älteste Teilnehmer. Archivfoto: Holsten-Körner

Wegen der Corona-Pandemie gibt es in diesem Jahr keine öffentliche Verleihung der Sportabzeichen in Sottrum. Außerdem haben in der vergangenen Saison weniger an den Prüfungen teilgenommen als üblich.

Sottrum – Inzwischen ist es beim Sottrumer Sportabzeichen-Stützpunkt eine lieb gewordene Tradition, alle erfolgreichen Absolventen der Sportabzeichen zur feierlichen Übergabe einzuladen. Während dies im vergangenen Jahr zu den letzten Veranstaltungen des TV Sottrum vor dem Lockdown gehörte, haben sich dieses Mal Stützpunktleiter Marlies und Reiner Loss gegen eine öffentliche Verleihung entschieden.

„Ein Hygienekonzept hätte keiner Überprüfung standgehalten“, vermuten die beiden Stützpunktleiter, die im vergangenen Jahr reichlich Erfahrung mit der Aufstellung derartiger Konzepte gesammelt haben.

So mussten sie, bevor es auf dem Sportplatz hinter dem Freibad mit dem Sportabzeichen losging, ihren Vorschlag beim Vereinsvorstand des TV Sottrum und bei der Gemeinde einreichen. Als zusätzliche Hürde erwies sich, dass das Sportabzeichen nicht nur aus Leichtathletikprüfungen besteht, sondern durch Radfahren auch der Deutsche Radsportverband ins Boot geholt werden musste. „Marlies und ich haben dazu an einem Webseminar teilgenommen. Dort wurde ein ähnliches Vorgehen empfohlen, wie wir es einige Tage zuvor schon eingereicht hatten“, sagt der 59-Jährige. Dazu gehörte, dass die Sportler nach telefonischer Anmeldung nur mit Maske das Gelände betreten durften, wo sie in Gruppen von fünf Personen eingeteilt wurden. „Jeder Gruppe war ein Prüfer zugeordnet, der die Sportler von Station zu Station begleitete“, berichtet Reiner Loss.

Viel mehr Aufwand beim Hochsprung

Um dem Virus keine Chance zur Verbreitung zu geben, hatte nur der Prüfer Laufkarten und Kugelschreiber in der Hand. Für jede Disziplin galt es, Regeln einzuhalten. So wurde bei Läufen auf reichlich Abstände geachtet und Geräte, bevor sie der nächste Sportler in die Hand nahm, gründlich desinfiziert. „Am aufwendigsten gestaltete sich dies beim Hochsprung, denn es musste beim Wechsel die große Weichmatte gereinigt werden“, so Loss. Daher wurde der sonst übliche Ablauf, jeden erst springen zu lassen, bevor die Latte auf die nächste Höhe gelegt wird, dahingehend geändert, dass jeder so oft wie möglich Sprünge hintereinander absolvierte. Natürlich galt auch hier, dass nach drei Fehlversuchen erst in der folgenden Woche wieder gesprungen werden durfte.

Zu den zwei Stunden jeden Mittwoch auf dem Sportplatz wurden auch Radfahren und Schwimmen angeboten. „Während ein Fahrradtermin verregnet war und wir nur wenige Teilnehmer hatten, waren beim zweiten Termin mehr als 30 dabei“, freut sich Reiner Loss. Coronagerecht wurden die Radler in Abständen auf die Strecke geschickt. Da Schwimm-Meister Henry Kraft und sein Kollege Patrick Wallbaum wegen des Hygienekonzepts im Freibad keine Prüfungen abnehmen durften, reservierte Marlies Loss, der sechs Sportabzeichenprüfer zur Seite standen, für eine Stunde das Freibad. „Es klappte hervorragend. Wir hatten 45 Abnahmen“, berichtet Marlies Loss, die übrigens zusätzlich für den Kreissportbund Rotenburg für alle sieben Stützpunkte verantwortlich ist.

Wesentlich weniger Teilnehmer

Die Corona-Pandemie spiegelte sich auch in den Zahlen wider, denn es wurden deutlich weniger Abzeichen als im Vorjahr ausgestellt. „Da die Schulen nicht zu uns auf den Sportplatz kommen, die Prüfer aber auch nicht hinfahren durften, nahmen nur wenige Mädchen und Jungen teil“, sagt Reiner Loss. So gab es bei den jungen Sportlern im Jahr 2019 noch 237 Abzeichen, im vergangenen Jahr waren es nur 62. Bei den Erwachsenen reduzierte sich die Anzahl von 169 auf 139, 15 (Vorjahr 28) Familiensportabzeichen gab es.

Während der 93-jährige Hannes Bösen, der zum 17. Mal das Sportabzeichen in Empfang nehmen durfte, erneut der älteste Teilnehmer war, geht dieses Jahr der Rekord für die meisten Sportabzeichen mit 42 an Reinhard David aus Waffensen. Eine besondere Auszeichnung erhalten Günter Bassen (Waffensen) und Ewald Rasch (Hassendorf), die ihre 35. Prüfung bestanden. „Es gab mit Lotta Schülermann und Hanna Jocker sogar zwei Sechsjährige, die erfolgreich das Sportabzeichen ablegten“, freut sich Marlies Loss.

Damit alle Absolventen ihre Urkunden erhalten, werden diese von Marlies und Reiner Loss verteilt. „Wir wollen die Teilnehmer nicht gefährden und werden in den meisten Fällen die Urkunde in den Briefkasten werfen“, betonen die Beiden. Wie die Prüfungen zum Sportabzeichen dieses Jahr ablaufen werden, die wieder Mitte Mai starten sollen, steht noch nicht fest, denn bisher liegen den beiden Sottrumer Stützpunktleitern noch keine Informationen dazu vor.

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