Landkreis-Gutachten

Endlager-Gegner in Rotenburg bekommen Rückenwind

Taaken ist sozusagen das Zentrum der Anti-Endlager-Bewegung im Landkreis Rotenburg. Ihre Unterstützer haben durch ein Gutachten nun weitere Argumente an der Hand.
+
Taaken ist sozusagen das Zentrum der Anti-Endlager-Bewegung im Landkreis Rotenburg. Ihre Unterstützer haben durch ein Gutachten nun weitere Argumente an der Hand.

Taaken/Rotenburg – Ein Endlager für Atommüll würde die Region völlig verändern. Insofern ist das Szenario Endlager im Landkreis kein besonders beliebtes, seit die mit der Standortauswahl betraute Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit mehr als 90 potenziellen Orten – sogenannte Teilgebiete – auch auf den Landkreis Rotenburg ein Auge geworfen hat.

Seitdem das im September 2020 feststeht, wehrt man sich hierzulande auf mehreren Ebenen gegen eben dieses Szenario Endlager. Nun haben die Gegner aus der Politik und mittlerweile zwei Bürgerinitiativen ein paar Argumente mehr in der Hand, um den aus ihrer Sicht Worst Case zu verhindern. Der Landkreis hat ein Gutachten vom Öko-Institut Darmstadt erstellen lassen. Kurz gesagt: Demzufolge eignet sich keines der Rotenburger Teilgebiete für einen Standort. Landrat Hermann Luttmann (CDU) hat bereits eine Stellungnahme an die BGE geschickt.

Bei den Gegnern lösen Stellungnahme und Gutachten jedenfalls Hoffnung aus. „Beim Lesen des Gutachtens haben sich viele Fragen ergeben, die im weiteren Verfahren noch an die BGE zu stellen sein werden. Aber es können daraus auch neue Erkenntnisse zu den einzelnen Teilgebieten im Landkreis gewonnen werden, die mich zuversichtlich stimmen, dass sie letztlich zum Ausschluss unserer Gebiete führen müssen“, so etwa der Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Endlager im Landkreis ROW“, Rolf Wedemeyer aus Taaken. Taaken ist eines, aber mit Abstand das größte der Teilgebiete im Landkreis. Über eine Fläche bis nach Ostervesede in der Gemeinde Scheeßel erstreckt sich Salzgestein – nach offizieller Lesart geeignet für ein Endlager. Dazu kommt noch Ton rund um Taaken – zwei Gebiete, die sich überlappen.

Gutachten: BGE geht bei Auswahlsuche sehr pauschal vor

Im Gutachten wird immer wieder deutlich, dass die BGE bei der Auswahlsuche sehr pauschal vorgegangen ist. Das ist an sich keine neue Erkenntnis, immerhin sind die Teilgebiete, die ein erster Schritt zur Standortauswahl darstellen, rein geologisch ausgewählt. Manche liegen beispielsweise unter Großstädten. Durch die individuelle Betrachtung durch das Gutachten sind aber einige Unterschiede zwischen Datengrundlage und Realität erkennbar. Schon bei den Mindestanforderungen: Teilweise wichen die Tiefenangaben bei den Salzstöcken im Kreisgebiet deutlich von den Literaturdaten ab.

Mindestens 300 Meter müssen zwischen Oberfläche und Endlager liegen. Laut Gutachten liegt Taaken mit einer Tiefe von 236 Metern darüber. Ebenso die ebenfalls im Kreisgebiet liegende Salzstock Brümmerhof (145 Meter). In den Teilbereichen Scheeßel (724 Meter), Ostervesede (339), Stemmen (639). Bevern (971), Basdahl (942) und Armsdorf (1007) allerdings darunter. Diese werden aber teilweise von sogenannten aktiven Störungszonen überlagert, in denen es Brüche in den Gesteinschichten gibt. Laut Luttmann muss man hinterfragen, inwieweit dort Schutz gegen Erosion und das Eindringen von Grundwasser geboten wird – eine Anspielung auf die Rotenburger Rinne.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Rotenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Luttmann kritisiert außerdem, dass im Zwischenbericht der BGE zu den Teilgebieten beim Thema Erdbeben nur die mit tektonischer Ursache berücksichtigt werden. Die im Landkreis aufgetretenen Beben seien jedoch nicht auf tektonische Ursachen, sondern auf Druckabsenkungen beziehungsweise Spannungsänderungen im Gebirge aufgrund früherer bergbaulicher Aktivität zurückzuführen sind. „Seismische Ereignisse, die durch menschliche Aktivitäten induziert sind, finden im Zwischenbericht jedoch bislang keine Berücksichtigung. Der Sicherheit eines Atommüll-Endlagers stehen sie meines Erachtens entgegen“, so Luttmann.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Visselhöveder Schüler starten Nachhaltigkeitsprojekte

Visselhöveder Schüler starten Nachhaltigkeitsprojekte

Visselhöveder Schüler starten Nachhaltigkeitsprojekte
„Ich bin gut vorbereitet“

„Ich bin gut vorbereitet“

„Ich bin gut vorbereitet“
Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Joost Meyer ist neuer Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel

Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Joost Meyer ist neuer Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel

Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Joost Meyer ist neuer Klimaschutzmanager in der Samtgemeinde Fintel
Brockels Pastor geht

Brockels Pastor geht

Brockels Pastor geht

Kommentare