Rossmann-Ansiedlung

Sottrumer Bauausschuss leitet neues Verfahren ein

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Auf dem Gelände neben dem Aldi-Markt will sich Rossmann ansiedeln. Das war bereits im vergangenen Jahr Thema. Nun kommt der Antrag erneut auf den Tisch.

Sottrum - Von Inken Quebe. Es war ein Hin und Her, das die Sottrumer von Oktober 2015 bis Mitte Mai 2016 beschäftigt hatte: Kann Rossmann sich in der Gemeinde ansiedeln oder nicht? Am Ende fiel die Nachricht negativ aus. Aufgrund neuer Erkenntnisse, wie es in der Beschlussvorlage heißt, kommt das Thema nun aber wieder auf den Tisch. Am Montagabend hat der Bauausschuss der Gemeinde grünes Licht für die Wiederaufnahme des Verfahrens gegeben.

Es kommt wieder Bewegung in die Rossmann-Sache. „Der Investor ist auf uns zugekommen und hat mitgeteilt, dass die Probleme gelöst sind“, erklärt Gemeindedirektor Holger Bahrenburg auf Nachfrage. „Im Zuge des Planverfahrens taten sich erhebliche Hürden auf“, heißt es in der neuen Beschlussvorlage. Gescheitert war das Projekt im vergangenen Jahr – zur Überraschung sämtlicher Kommunalpolitiker – an einem Problem mit der Regenrückhaltung. Mitte Mai 2016 hatte es noch geheißen, dass der Drogeriemarkt zumindest nicht an dem geplanten Standort neben dem Aldi-Markt an der Großen Straße entstehen könne. Zuvor hatte der Investor seinen Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes zurückgezogen.

Mit den Planungen muss nicht bei Null begonnen werden

Und genau dieses Regenrückhalte-Problem scheint der Grundstücksbesitzer gelöst zu haben, weshalb sich auch der Bauausschuss am Montagabend mit dem Thema erneut beschäftigt hat. „Mittlerweile haben sich neue Erkenntnisse ergeben“, heißt es in der Beschlussvorlage. Der Eigentümer der Grundstücke Große Straße 36 und Gartenweg 4 hat erneut die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung der Drogeriemarkt-Kette Rossmann zu schaffen.

Darüber hinaus habe der Antragssteller bereits zugesagt, die anfallenden Planungskosten zu übernehmen. Zumindest muss nicht komplett bei Null angefangen werden, denn erneut soll das Planungsbüro PGN in Rotenburg damit beauftragt werden. „PGN hat bereits Planungen vorgeleistet“, erklärt Bahrenburg, weshalb der Antrag erneut dorthin geht. Außerdem muss die Gemeinde das Projekt nicht ausschreiben, denn die Vergabe liegt allein in den Händen des Antragsstellers.

Bürger beklagen Geheimniskrämerei

„Es ist wichtig, dass wir das Verfahren wieder aufnehmen“, betont Bahrenburg. „Wir hoffen, dass wir die Hürden diesmal nehmen.“ Er sieht weiterhin Bedarf für einen Drogeriemarkt. Welche Lösungsansätze es für das Problem gibt, gelte es noch mit dem Investor zu klären.

Vonseiten der Drogeriemarkt-Kette besteht wohl tatsächlich weiterhin Interesse, das Angebot in Sottrum zu erweitern. Aus der Pressestelle heißt es: „Rossmann möchte sich gern in Sottrum ansiedeln und eine Ladenfläche anmieten.“

Auch in der Bevölkerung ist die Wiederaufnahme des Projekts zur Kenntnis genommen worden. An Siegfried Gässler (CDU) haben Bürger nämlich bereits Kritik herangetragen: Geheimniskrämerei, so der Vorwurf, teilte dieser in der Sitzung mit. Den Vorwurf, dass Entscheidungen hinter verschlossenen Türen gefällt worden seien, wollte er aber nicht so stehen lassen. Er betont, dass man am Anfang steht: „Wir wollen nur das Verfahren wieder aufnehmen.“

Probleme mit der Regenrückhaltung verwunderten die Politiker im letzten Jahr

Im vergangenen Jahr war das Scheitern des Projekts mit großem Bedauern einhergegangen. „Das wäre ein schönes Angebot für Sottrum gewesen“, sagte beispielsweise Friederike Paar, Fraktionsvorsitzende der CDU. Dass es damals gerade an der Regenrückhaltung gescheitert ist, hatte die Kommunalpolitiker damals überrascht: „Ich bin persönlich etwas verwundert, da es heute eigentlich selbstverständlich ist, dass bei einer Verdichtung der Bebauung in Kernbereichen die Rückhaltung und Drosselung von Niederschlagswasser fast immer notwendig ist und daher von vornherein bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist“, stellte Marcus Winde von den Grünen klar.

Schon damals hatte sich Hans-Jürgen Brandt (SPD) trotz allen Bedauerns aber optimistisch gezeigt: „Ich glaube, dass das Projekt Rossmann umgesetzt werden kann, an einer anderen Stelle und vielleicht mit einem anderen Investor.“ Nun kommt es womöglich doch genauso, wie ursprünglich geplant.

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