Bank-Auszubildende klären Schüler zum Thema Finanzen auf

Der richtige Umgang mit Geld

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Melissa Kirchner und Mattis Leuenroth erklären Schülern der Sottrumer Oberschule den Unterschied zwischen Rechts- und Geschäftsfähigkeit. 

Sottrum - Von Inken Quebe. Der 18. Geburtstag ist für viele junge Menschen etwas Besonderes, schließlich sind sie dann volljährig und damit verbunden auch voll geschäftsfähig. Ein verführerisches Datum, wenn plötzlich scheinbar die ganze Welt offen steht. „Viele tappen schon mit jungen Jahren in die Schuldenfalle“, sagt Mattis Leuenroth. Er ist Auszubildender zum Bankkaufmann im dritten Lehrjahr bei der Volksbank in Sottrum und hat gemeinsam mit anderen Azubis ein Projekt zur Finanzbildung an Schulen entwickelt.

Der Hintergrund des Projektes: Im Rahmen von Kurzschulungen erklären die Azubis den Schülern im Rahmen des Unterrichts die wichtigsten Punkte zu Themen wie Girokonto-Karte, Schulden und Online-Banking. So wollen sie den Schülern einen selbstständigen und sicheren Umgang mit Geld und ihrem Konto vermitteln. Eine Schule, an der das Projekt schon integriert ist, ist die Oberschule in Sottrum.

An diesem Tag stehen Mattis Leuenroth und seine Kollegin Melissa Kirchner, die ihre Ausbildung vor einigen Monaten bereits beendet hat, nun also vor der neunten Klasse von Lehrer Frank Embers und erklären zum Beispiel, wie gefährlich das verlockende Angebot der Null-Prozent-Finanzierung mancher Geschäfte ist sowie den Unterschied zwischen Rechts- und Geschäftsfähigkeit. Und die 14- bis 15-Jährigen erfahren auch, dass sie nur im Rahmen des sogenannten Taschengeldparagraphen einkaufen dürfen. „Alles, was ihr kauft, ist schwebend unwirksam. Das heißt: Eure Eltern können diese Dinge 14 Tage lang zurückbringen“, so Kirchner.

Verschuldung nicht grundsätzlich schlecht

Außerdem erfahren die Jugendlichen, was die Schufa ist, dass sie Daten sammelt und Auskunft über die Bonität gibt. „Bei der Schufa hat jeder über 18 Jahren eine Note, die aussagt, wie derjenige mit Geld umgeht“, erklärt Melissa Kirchner. Zwar sei Verschuldung nicht grundsätzlich schlecht, denn auch wer einen Kredit für einen Hausbau aufnimmt, ist erstmal verschuldet, obwohl dieser eines Tages zurückgezahlt wird. Die beiden Bankangestellten raten den Schülern deshalb dazu, immer alle Rechnungen im Blick zu behalten und den Umgang mit Geld zu pflegen, um nicht eines Tages in die Überschuldung zu geraten. Denn dann sinke die Note bei der Schufa und ein Kredit, der beispielsweise für einen Hausbau benötigt wird, rückt in weite Ferne, und der Weg aus dieser Krise sei oft schwierig.

Leuenroth, Kirchner und die anderen Auszubildenden hoffen, dieses Projekt auch an anderen Schulen zu etablieren. In Zukunft sei geplant, ein „Baukastensystem“ anzubieten, bei dem die Schulen die Themenblöcke aussuchen können. Leuenroth: „Wir befinden uns noch in der Pilotphase.“

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