Das Rentnerleben ist anders als erwartet

Hassendorfer Laienspieler zeigen plattdeutsches Theaterstück

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Heidi Bakker (r., gespielt von Hanna Rugen) und ihre Freundin Thea (gespielt von Helga Brand) wundern sich über das Verhalten ihrer Männer, die gerade in Rente gegangen sind.

Hassendorf - Von Farina Witte. Es geht schon an den Feinschliff bei den Laienspielern der Freiwilligen Feuerwehr Hassendorf. Über Details des Bühnenbildes oder der Kostüme und über letzte Korrekturen in den Spielszenen diskutiert die Gruppe jetzt in ihren verbleibenen Proben für das plattdeutsche Theaterstück „To Hülp, mien Mann is up Rente“. Die Premiere ist am Samstag, 1. Dezember, im Dorfgemeinschaftshaus Hassendorf.

Es sei ein Stück, bei dem der Witz vor allem durch das Spiel richtig zur Geltung kommt. Das hat Regisseur Holger Schloen im Verlauf der Proben festgestellt. Der Auricher Ubbo Gerdes hat die Komödie geschrieben und es ist bislang noch nicht aufgeführt worden. Gebbes werde zu der Premierenaufführung ebenfalls kommen. „Das Stück ist im Ostfriesen-Platt verfasst, das war für uns schon etwas schwieriger“, erklärt Schloen. Glücklicherweise hat das Ensemble mit Gerjet Fecht einen gebürtigen Ostfriesen in den eigenen Reihen, der einige Begriffe übersetzen konnte.

Fecht spielt Ferdi, der Freund der Hautperson Heiko Bakker, gespielt von Hinrich Buthmann. Die beiden Männer stehen kurz vor ihrer Rente. Während Heiko plant, seiner Frau Heidi (Hanna Rugen) nun vermehrt im Haushalt und im Garten zur Hand zu gehen, ist Ferdi das Gegenteil. Er möchte sich seinem Hobby, dem Angeln, widmen. Kurz nachdem beide Männer dann in den Ruhestand gegangen sind, sind Heidi und Ferdis Frau Thea aber ein wenig genervt. Heiko schießt mit seinem Tatendrang häufiger mal über das Ziel hinaus und erledigt die Dinge nicht immer so, wie seine Frau sich das vorstellt. Thea hingegen ist auf Heidi neidisch, denn wie zu erwarten, geht Ferdi ihr gar nicht zur Hand, sondern ist mit Angeln beschäftigt. So haben sich die Frauen das Rentnerleben ihrer Männer nicht vorgestellt.

Was Heikos Sohn Jan für Ideen hat, um seinen Vater zu beschäftigen und was Herr Boll, Verkäufer für Tiefkühlkost, mit der Situation der beiden Neu-Rentner zu tun hat, das erfährt das Publikum im Verlauf des fünf Akte umfassenden Stücks. „Der erste Akt dauert etwa 30 Minuten“, erklärt Schloen. Die anderen vier sind kürzer, sodass das Theaterstück etwa eineinhalb Stunden dauert. Lachen und klatschen sei von der Gruppe ausdrücklich erwünscht, betont Schloen. Sie hätten es schon erlebt, dass das Publikum an der ein oder anderen Stelle eher zurückhaltend war.

Claas Rechten spielt Heikos Sohn Jan, Andreas Rugen ist Herr Boll und Philipp Willenbrock ist der Bote. Damit ist die Laienspielgruppe kleiner als im vergangenen Jahr. Jeden Sommer kommen die Aktiven zusammen, um über das nächste Theaterstück zu sprechen. „Da klären wir dann, wer dabei ist“, berichtet Schloen. Steht die Anzahl der Spieler, treffen Hanna Rugen und Helga Brand eine Vorauswahl an Theaterstücken. „Wir schauen meistens nach Komödien“, so der Regisseur. „To Hülp, mien Mann is up Rente“ haben Brand und Rugen beim Karl-Mahnke-Theaterverlag aus Verden gefunden. Im September haben die Proben begonnen.

Schloen selbst wurde vor einigen Jahren von seiner Frau überredet, bei den Hassendorfer Laienspielern mitzumachen. Im vergangenen Jahr hat er die Funktion des Regisseurs von Bernd Rechten übernommen. Die Gruppe sei insgesamt eingespielt und erfahren. Einige sind seit dem ersten Theaterjahr 1975 dabei, wie zum Beispiel Hanna Rugen.

Für die Aufführungen in diesem Jahr hat das Ensemble wieder einige Helfer an ihrer Seite gehabt, die die Bühne im Veranstaltungsort, dem Dorfgemeinschaftshaus Hassendorf, mit Podesten vergrößert haben. „Dadurch haben wir genügend Platz“, äußert Schloen mit Blick auf die Szene auf der Bühne, die das Wohnzimmer der Familie Bakker zeigt. Auch im Garten spielt sich das Stück ab. Dieser ist durch das Fenster des Raumes zu sehen. Nun wollen die Laienspieler noch Details in der Szene verbessern, so sollen Bilder an der Wand mehr Farbe in das Wohnzimmer bringen. Ein wenig Zeit hat die Gruppe noch, um diese letzten Änderungen bis zur Premiere umzusetzen.

Die Aufführungen

Nach der Premiere am 1. Dezember führt das Ensemble das Theaterstück noch an fünf weiteren Terminen auf. Die zweite Vorstellung ist am Sonntag, 2. Dezember. Außerdem spielt sie am Dienstag, 4. Dezember; Mittwoch, 5. Dezember; Freitag, 7. Dezember sowie Samstag, 8. Dezember. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Die Karten kosten sieben Euro. Es gibt keine Sitzplatzkategorien. Für größere Besuchsgruppen empfehlen die Laienspieler der Freiwilligen Feuerwehr aber eine Platzreservierung. Diese nimmt Hermann Rugen unter der Telefonnummer 04264 / 443 entgegen.

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