Raus aus der Anonymität

Gemeinde Hellwege will Urnengräber mit Namen ermöglichen

+
Vasen wie diese sind den Hellweger Ratsmitgliedern ein Dorn im Auge. Doch sie sehen, dass das Trauerbedürfnis bei halbanonymen Urnengräbern teils nicht ausreichend befriedigt wird. Sie wollen Abhilfe schaffen.

Hellwege - Von Matthias Röhrs. Die Gemeinde Hellwege erwägt, ein sogenanntes Wahlurnengräberfeld auf ihrem Friedhof anzulegen. Einer Beschlussvorlage zufolge, über die der Gemeinderat am kommenden Mittwoch, 20. September, beraten und entscheiden will, sollen zunächst vier dieser Gräber mit einer Größe von einem mal einem Meter angeleget werden.

Auf lange Sicht könnten auf dem Hellweger Friedhof bis zu zwölf Urnenwahlgräber entstehen, geht aus der Vorlage hervor. Hintergrund ist eine Entscheidung des Rates vom 22. Juni. Er hatte damals einstimmig beschlossen, das Anbringen kleiner Vasen an den Gedenktafeln des anonymen/halbanonymen Urnenfeldes zu verbieten. „Sie passen da nicht hin“, erläutert Wolfgang Harling, Hellweges Bürgermeister. 

Das halbanonyme Urnenfeld sei so nicht konzipiert worden, da könne man sich nicht einfach darüber hinwegsetzen. Da Trauernde dies in der Vergangenheit allerdings getan haben, schließt man in der Verwaltung daraus, dass das Ablegen von Blumen und Gestecken an zentraler Stelle sie nur unzureichend befriedigt. Eigentlich sollen die Blumen auf einem kleinen Platz vor den Gedenktafeln abgelegt werden.

Weitere Möglichkeit für Bestattungen

Die Gemeinde will daher Abhilfe schaffen. „Man muss sich vorher im Klaren sein, was für eine Bestattung man will“, so Harling weiter. Mit dem Wahlurnengräberfeld würde die Gemeinde eine weitere Auswahlmöglichkeit anbieten. Mit dem Urnenwahlgrab würde es die Möglichkeit geben, Tote in einer Urne beizusetzen, ohne dass sie anonym bleiben müssen beziehungsweise der exakte Standort des Grabes unbekannt bleibt.

Für die nötigen Bauarbeiten auf dem Friedhof veranschlagt die Gemeinde rund 2 300 Euro an Kosten. Sie plant, diese auf die zukünftigen Pächter der Grabstellen umzulegen. Dafür muss sie aber bei der Samtgemeinde Sottrum noch eine Anpassung der Gebührensatzung beantragen.

Die Ratssitzung beginnt am Mittwoch um 19.30 Uhr im Heimat- und Kulturhaus. Außerdem stehen unter anderem die Neubaugebiete „Am Sandgraben“, „Viehweg II“ sowie die Sanierung der Kühlanlage der Friedhofskapelle auf der Tagesordnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Pizarros Treffer gegen Werder

Pizarros Treffer gegen Werder

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

FCB-Trainingsbilder: Vidal im Abschlusstraining dabei

Meistgelesene Artikel

Vorfahrt missachtet: Polizei sucht Touran-Fahrer

Vorfahrt missachtet: Polizei sucht Touran-Fahrer

Aktionstag Umwelt in Fintel trotz Schmuddelwetter erfolgreich

Aktionstag Umwelt in Fintel trotz Schmuddelwetter erfolgreich

Wie stehen Sie zu Fracking?

Wie stehen Sie zu Fracking?

Pastor Thomas Steinke geht einen neuen Weg

Pastor Thomas Steinke geht einen neuen Weg

Kommentare