Stuckenborstel ab Montag voll gesperrt / Baustelle ärgert Anwohner

Raser auf dem Schleichweg

Die Baustelle zwischen Stuckenborstel und Ottersberg hat die Kreisgrenze überschritten. Ab Montag herrscht auf der benachbarten Landesstraße Vollsperrung.
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Die Baustelle zwischen Stuckenborstel und Ottersberg hat die Kreisgrenze überschritten. Ab Montag herrscht auf der benachbarten Landesstraße Vollsperrung.

Stuckenborstel/Ottersberg – Es war von langer Hand geplant, doch Rücksichtslosigkeit kann wohl auch die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einplanen. Die saniert derzeit die Landesstraße in und zwischen Stuckenborstel und Ottersberg – die auch als Verlängerung der Bundesstraße 75 bekannt ist –, und die Anwohner müssen jetzt für einige Wochen mit weitreichenden Unannehmlichkeiten leben. Das sorgt insbesondere in Ottersberg, wo die Straße abschnittsweise voll gesperrt ist für Unmut. Und auch in Stuckenborstel betrachtet man die Situation mit Sorge.

Stuckenborstel ist zwar noch nicht so stark von den Bauarbeiten betroffen, doch sorgen sich die Einwohner aktuell um die Sicherheit der Kinder. So beschweren sich online bereits die ersten Dorfbewohner, dass so mancher Autofahrer die Straße nach Reeßum, die am Kindergarten vorbeiführt, zu schnell befährt. Es ist eine inoffizielle Umleitungsstrecke über Reeßum und Otterstedt nach Ottersberg. Eigentlich möchte die Landesbehörde, dass die Autofahrer bereits ab Sottrum die Umleitung Richtung Reeßum nehmen, beziehungsweise über Hellwege und dem Ortsteil Ottersberg Bahnhof komplett umfahren.

Auf Nachfrage berichtet die Gemeindeverwaltung noch von keinem vermehrten Aufkommen von Beschwerden. Dennoch hat sie am Donnerstag eine Geschwindigkeitsmessanlage an der Kita in Stuckenborstel aufstellen lassen. „Ob es sich lohnt, wird man anschließend feststellen“, so Nils Bammann von der Verwaltung. Währenddessen stehen in Ottersberg die Arbeiten am ersten Bauabschnitt vom Ortseingang aus Richtung Bassen bis zum Kreisverkehr am Busbahnhof kurz vor dem Abschluss. Auch am Radweg zwischen den Ortschaften wird aktuell noch gearbeitet. Die Sperrung wird wohl am Samstag aufgehoben, teilt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit. Die Baustelle trennt den Ort in zwei Teile: Einwohner aus dem Westen können gerade Rewe oder Volksbank nicht ansteuern, die aus dem Osten kommen nicht zu Aldi & Co. oder zur Sparkasse – jedenfalls nicht mit dem Auto.

Auch die Gemeindeverwaltung ist so gut wie abgeschnitten vom Publikumsverkehr. Ruhig ist es trotzdem nicht im Rathaus: „Es gibt reichlich viel Beschwerden“, berichtet Bauamtsleiter Ralf Schack auf Nachfrage. „Zwar ist dies jetzt gar nicht unsere Baustelle“ – aber wer sich über Selbige beschweren will oder Fragen zur Organisation hat, ruft eben nicht beim zuständigen Bauträger, der Landesstraßenbaubehörde, an, sondern bei seiner Gemeinde. So ist das Ordnungsamt im Ottersberger Rathaus, von acht Arbeitsstunden „gefühlte sechs“ mit Telefonieren in Sachen Baustelle und Straßensperrungen beschäftigt.

Auch der Sottrumer Gemeindeverwaltung könnte Derartiges blühen. Denn schon ab Montag, 19. Oktober, führt der zweite Bauabschnitt vermutlich wohl zu einer Beruhigung der Situation vor dem Kindergarten, aber auch zu einer Vollsperrung mitten im Dorf. Dann wird zwischen dem Neuenlander Weg in Stuckenborstel und dem Kreisel Große Straße/Grüne Straße in Ottersberg nur Anwohnerverkehr möglich sein, wie aus einer früheren Mitteilung der Landesbehörde hervorgeht. Bis Freitag, 6. November, sollen diese Einschränkungen andauern, die richtigen Witterungsverhältnisse vorausgesetzt. Radfahrer und Fußgänger können die Strecke zwischen Stuckenborstel und Ottersberg nutzen, müssen aber erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen. Ob sich die Beschwerden häufen werden, kann Nils Bammann von der Verwaltung nicht abschätzen, sagt er. „Falls es so kommen wird, wird die Gemeinde je nach Situation reagieren.“

Probleme wie in Stuckenborstel gibt es auch in Ottersberg. Große Sorge bereitet dem Bauamt dort die illegale Ausweichstrecke, die Ortskundige durch die Wiesen zwischen Wümme-Nordarm und -Südarm nehmen. Auch Lastwagen suchen hier verbotenerweise eine Abkürzung durchs Grüne, und abgesehen von Anwohner-Beschwerden ist Schack zufolge auch die dortige Wümmebrücke nicht für diese Belastung gemacht. Nicht ausgeschlossen also, dass sie unter einem Transporter einknickt. Hinzu kommt: Sorgen machen der Verwaltung die Auto- und Lkw-Fahrer, die Absperrungen und Durchfahrtsverbote ignorieren, einfach auf Fußwege ausweichen und „dann hier rumkreisen“, wie Ralf Schack beobachtet hat.

Umleitung

Während des zweiten Bauabschnittes ab Montag, 19. Oktober, wird der Verkehr mit dem Ziel Ottersberg von der Sottrumer Kreuzung Lindenstraße/ Gartenweg, Hellweger Straße, dem Bremer Damm und Ottersberg-Bahnhof und weiter bis nach Ottersberg umgeleitet. Diese Umleitung gilt auch in entgegengesetzte Richtung.

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