Aufbruch im Basislager

Rainer Henke blickt als neuer Bürgermeister von Ahausen nach vorne

Rainer Henke vor dem Gemeindebüro: Für den neuen Bürgermeister und den Rat gibt es viel zu tun.
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Rainer Henke vor dem Gemeindebüro: Für den neuen Bürgermeister und den Rat gibt es viel zu tun.

Seit wenigen Tagen sitzt Rainer Henke im Chefsessel des Gemeindebüros. Der 62-Jährige ist neuer Bürgermeister – und sieht sich mit Baugebieten, Breitbandausbau, Kita-Erweiterungen und der steigenden Nachfrage nach Gewerbeflächen einigen Aufgaben gegenüber.

Ahausen – Rainer Henke hat Platz genommen in dem Büro in der ehemaligen Ahauser Schule. Der Raum ist groß, „aber das liegt daran, dass wir hier bis vor eineinhalb Jahren die Ratssitzungen abgehalten haben“, sagt Henke. Aktuell versammelt sich der Rat in der Mehrzweckhalle Eversen – und wenn es nach dem neuen Bürgermeister der Gemeinde geht, kann das auch so bleiben.

Nicht nur aus Platzgründen: „Ich möchte, dass die beiden Ortschaften Ahausen und Eversen dichter zusammenwachsen. Wir sind nun mal eine Gemeinde, vier Ratsmitglieder sind aus Eversen – und die Mehrzweckhalle ist genau in der Mitte.“

Nachfrage nach Gewerbeflächen

Die Verbindung zwischen den beiden durch die B215 getrennten Dörfern zu stärken, das ist allerdings nur ein Vorhaben von mehreren, die Henke jetzt als Nachfolger von Jörg Küsel und Claus Kock (beide CDU) vor der Brust hat. Dass der 62-jährige Christdemokrat überhaupt nach dem Amt strebt, hatte er erst nach der Kommunalwahl Mitte September deutlich gemacht, „obwohl man es mir schon vorher angetragen hat“, so Henke. Für ihn ist es jetzt der passende Zeitpunkt. „In einem Jahr gehe ich in den Ruhestand, und weil ich einfach nicht die Beine stillhalten kann, ist es gut, dann etwas zu tun zu haben“, sagt der Ahauser, der als Tischler im familieneigenen Betrieb in Kirchwalsede arbeitet.

Und zu tun gibt es einiges: So steht der Anbau der Kindertagesstätte an, der im nächsten Jahr fertig werden soll, und auch die Ausschreibung für die Erschließung des neuen Baugebietes „Zwischen den Wegen“ läuft. „Dann können wir auch demnächst die Preise festlegen.“ 32 Bauplätze sollen dort entstehen, so gut wie alle sind bereits vergriffen. „Das nächste Baugebiet bringen wir demnächst auf den Weg, dort soll es in zwei Jahren losgehen“, kündigt Henke an. Die zweitgrößte Gemeinde der Samtgemeinde Sottrum wächst also weiter, und das macht aus Sicht des neuen Bürgermeisters einen weiteren Schritt nötig: „Ahausen braucht ein kleines Gewerbegebiet. Die Nachfrage ist da“, betont Henke. Aktuell sucht die Gemeinde aber noch nach Flächen.

Schritt nach vorne beim Breitbandausbau

Darüber hinaus soll es beim Breitbandausbau vorangehen: „Die Außenbereiche sind schon einigermaßen versorgt, aber auch im Ort muss da noch was passieren – zumal ja schon Leitungen liegen, die Häuser aber noch nicht angeschlossen sind.“ Auch in Sachen Solarpark nahe des Ortsteils „Auf dem Adel“ ist noch einiges zu tun, aktuell liegen die Pläne bei der Samtgemeinde. „Klar ist für uns auch, dass das nur mit einer Bürgerbeteiligung der Anwohner dort geht – zumal die ja durch die Bahntrassenerweiterung ohnehin schon gebeutelt sind.“

Über allem ist es ihm wichtig, die landwirtschaftlichen Strukturen in Ahausen zu erhalten – „und dass das Dorf nicht zu einem reinen Wohnort wird“, so Henke.

Vor allem habe ich gemerkt, wie reizvoll es ist, Dinge umzusetzen, mit denen auch die Bürger zufrieden sind.

Rainer Henke

Auch wenn jetzt noch das Einarbeiten in die ganzen Prozesse innerhalb einer Gemeindeverwaltung ansteht, ganz ohne Erfahrung ist Henke da nicht. Denn schon in den vergangenen eineinhalb Jahren als Stellvertreter von Küsel hat er einige Einblicke bekommen: „Vor allem habe ich gemerkt, wie reizvoll es ist, Dinge umzusetzen, mit denen auch die Bürger zufrieden sind und zugleich noch die Kosten im Blick zu behalten. Und zum Glück ist in diesem Punkt die Gemeinde gut aufgestellt.“ Wichtig ist dafür auch Corinna Ader-Schumann (SPD). „Dass sie als meine Verwaltungsvertreterin weiter mit dabei ist, war meine Grundvoraussetzung, mich als Bürgermeister zur Wahl zu stellen“, so Henke. „Sie ist eine gute Unterstützung. Vor allem, solange ich noch berufstätig bin.“

Eine Sache hat sich Henke zudem bei seinem Vorgänger Küsel abgeschaut: „Mir hat es gefallen, dass er sehr bürgernah gearbeitet hat. Das möchte ich fortsetzen, denn wir wollen nichts über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entscheiden.“ Dazu kommt, dass sich die Gemeindevertreter von CDU, SPD, Grüne und PoP erneut für eine offene Ratsarbeit entschieden haben. „Das hat zuletzt sehr gut geklappt, zumal wir im Rat eine tolle Mischung mit klugen Köpfen haben“, ist Henke überzeugt. „Uli Ebert hat uns mal das ,Basislager der Demokratie‘ genannt. Und das stimmt auf jeden Fall: Denn es geht nur gemeinsam.“

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