Radwegekonzept ist der einzige Diskussionspunkt im Sottrumer Gemeinderat

„Kommt mit Vorschlägen“

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Sottrum - Von Jessica Tisemann. Es herrscht Einigkeit im Sottrumer Gemeinderat – zumindest beim Großteil der zu beschließenden Tagesordnungspunkte. Beim Antrag der Grünen-Fraktion zur Erstellung eines Radwegekatasters scheiden sich dann allerdings die Geister. Die Mehrheit spricht sich gegen den Vorschlag aus – nur die Grünen beharren auf dem Konzept und geben nicht auf.

Grünen-Ratsfrau Heike Stäcker betont: „Wir sollten dem Thema Radverkehr unsere Aufmerksamkeit schenken. Es geht dabei auch ein Stück weit um Lebensqualität.“ Doch sie weiß, „manche Themen brauchen hier einfach einen Moment“ und spielt damit auf das 2012 von den Grünen vorgeschlagene Klimaschutzkonzept an, das mittlerweile auch diskutiert wird.

Das Radwegekonzept, das den Sottrumer Grünen vorschwebt, soll für eine Verringerung der Unfallrisiken sorgen, vor allem, um eine sichere Erreichbarkeit von Schulen, Ärzten, dem Bahnhof und Geschäften zu ermöglichen, heißt es in einem Schreiben der Grünen. Der erste Schritt dafür sei die Erstellung eines solchen Katasters, das alle vorhandenen Radwege, Schutzstreifen und Fußwege auflisten solle. Im zweiten Schritt gelte es dann, auf der Basis dieses Konzepts die Radwegeinfrastruktur in der Wiestegemeinde zu verbessern.

Die anderen Fraktionen waren sich einig, dass ein solches Radwegekonzept zur Zeit nicht infrage kommt. „Die Verwaltung hat da momentan keine Zeit und die Gemeinde auch keine finanziellen Mittel zu“, so Andrea Kaiser (CDU). Und auch FDP-Mann Jan-Christoph Oetjen zeigt auf, dass die Ratsmitglieder dem Vorschlag gegenüber prinzipiell gar nicht abgeneigt seien. „Wir kennen die Gefahren für Radfahrer, gerade im Sottrumer Ortskern.“ Der Landtagsabgeordnete erklärte auch die Bereitschaft zu einer Bereisung, aber „ihr müsst mit konkreten Vorschlägen kommen, dann gucken wir uns die gerne an“, richtete er das Wort direkt an die Ratskollegen.

Dass es diese konkreten Vorschläge noch nicht geben kann, versuchten Klaus Ruth und Kristian Buthmann (beide Grüne) zu verdeutlichen. „Der erste Schritt muss doch die Analyse sein, um zu gucken, wo die Probleme und Ströme der Radfahrer sind und wo was gemacht werden muss“, so Buthmann. Und Ruth ergänzt: „Wir wollen damit kein großes Ingenieurbüro beauftragen. Es gibt beim ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Anm. d. Red.) einen Meldebogen, den die Bürger selbst ausfüllen können. Das würde auch die Kosten relativ gering halten.“

Die übrigen Ratsmitglieder ließen sich aber auch davon nicht überzeugen und stimmten dem Beschluss mehrheitlich zu, den Antrag der Grünen abzulehnen. Doch die Fraktion will nicht so schnell aufgeben, und so betont Ruth: „Dann müssen wir wohl nochmal einen neuen Anlauf starten.“

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