80 Quadratmeter mehr

Schulausschuss des Kreistages stimmt Plänen des Gymnasiums zähneknirschend zu

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Das Sottrumer Gymnasium muss ausgebaut werden – aber zu welchem Preis? 

Sottrum - Von Michael Krüger. Nun also doch 350 Quadratmeter. Der Mensa-Neubau am Sottrumer Gymnasium kann größer werden, als vom Landkreis zunächst signalisiert und von der Samtgemeinde befürchtet. Der Schulausschuss des Kreistages und der Kreisausschuss haben der Finanzierung des Gesamtbauvorhabens zugestimmt – zähneknirschend.

„Ich habe die Sottrumer Berechnungen nie verstanden.“ Erster Kreisrat Torsten Lühring als zuständiger Dezernent im Rotenburger Kreishaus ist nicht erfreut über die Debatte, die am Dienstag während der Sitzung in der Zevener Janusz-Korczak-Schule geführt und am Mittwoch im Kreisausschuss fortgesetzt wurde. Für Schulen, die der Landkreis finanziert, müssten überall die gleichen Maßstäbe gelten. Sottrum aber fordere eine doppelt so große Mensa wie das Rotenburger Ratsgymasnium bei der Hälfte der Schülerzahl. Und in Bremervörde, wo für mehr als 50 Millionen Euro eine neue BBS und ein neues Gymnasium entstehen, feilsche man um jeden Quadratmeter. Warum nun also diese Zahlen in der Wieste-Gemeinde?

Klar ist: Das Gymnasium braucht Platz. 2004 war man als Mittelstufengymnasium gestartet, 2008 fiel die Entscheidung für die Oberstufe. Es folgte das Konzept für eine Ganztagsschule, mit der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren wird es erstmals auch einen 13. Jahrgang geben. In einer Verwaltungsvereinbarung ist seit Jahren die Kostenaufteilung zwischen Landkreis und Schulträger – der Samtgemeinde – geregelt. Den Sottrumer Wünschen stand dabei zuletzt die Berechnung im Kreishaus im Wege. Mit einer Sechs-zu-Fünf-Entscheidung im Kreisausschuss am Mittwoch ist aber ein Kompromiss gefunden.

Die Samtgemeinde Sottrum plante im Wesentlichen den Anbau einer Mensa, die Schaffung von sechs allgemeinen Unterrichtsräumen, drei naturwissenschaftlichen Räumen, einem Kunstraum sowie zusätzlichen Arbeits- und Lehrerräumen. Zu den Fachunterrichtsräumen gehören auch Sammlungs- und Nebenräume. Zudem wurde die Erweiterung der bestehenden Zwei-Feld-Sporthalle um eine weitere Halleneinheit beantragt. Geplante Kosten dafür: 6,2 Millionen Euro.

Zu viel, hieß es aus dem Kreishaus, wo der Rotstift angesetzt wurde. Die Erweiterung der Turnhalle und zusätzliche naturwissenschaftliche Fachräume sind demzufolge nicht notwendig, die Unterrichtsräume zu groß bemessen. Und schließlich, einer der pädagogischen Knackpunkte: die gewünschte Mensa mit 450 Quadratmetern viel zu groß bemessen. 270, wie im Ratsgymnasium, seien ausreichend. Die Berechnungen des Landkreises sprachen von Baukosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Davon sollte die Samtgemeinde 370 000 Euro selbst übernehmen, weil schließlich auch Schüler aus Ottersberg, aus dem Landkreis Verden, in Sottrum unterrichtet werden. Dafür übernehme man die Kosten nicht.

Sottrums Gemeindebürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) oblag es im Schulausschuss schließlich, einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Und der sah vor, dass man angesichts einheitlicher Standards im Landkreis dem gekürzten Plan zustimmen könne, die Mensa für die erwarteten 150 Schüler täglich aber zumindest 350 Quadratmeter groß wird. Zudem wird der Eigenanteil der Samtgemeinde gestrichen. Mit den Stimmen der Mehrheitsgruppe um die CDU wurde der Vorschlag angenommen, auch am Mittwoch im entscheidenden Kreisausschuss. Gesamtkosten nunmehr für den Landkreis: 3,4 Millionen Euro.

Auf Lührings Drängen wurde allerdings auch der Passus verankert, dass mit diesen Ausbauten an der Schule der Bedarf langfristig gedeckt ist. Im Zweifel dürfe man nicht mehr so viele auswärtige Schüler aufnehmen. Mit den nun beschlossenen Mitteln müsse Sottrum auskommen. Lühring: „Dem Schulträger steht es immer frei, mehr zu machen.“ Das müsse Sottrum aber selbst finanzieren.

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