Polizei klärt Sottrumer zum Thema Einbruchschutz auf / Beleuchtete Häuser wirken abschreckend

Mit den Augen eines Einbrechers

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Wenn niemand öffnet, hinterlässt Thomas Teuber einen Flyer, um auf den Einbruchschutz aufmerksam zu machen.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Ein Einfamilienhaus, auf den ersten Blick wirkt es unbewohnt, kein Licht ist hinter den Fenstern zu sehen, eine große Hecke umgibt das Grundstück – das perfekte Ziel für einen Wohnungseinbruch. Nach genau diesen Häusern halten die Polizeihauptkommissare Thomas Teuber und Christoph Steinke in Sottrum Ausschau, um den Bewohnern Tipps zu geben, wie sie sich vor einem Einbruch schützen können. Das ist vor allem nach der Zeitumstellung wieder vermehrt Thema.

„Wir gucken mit den Augen eines Einbrechers“, erklärt Teuber das Vorgehen. Langsam fahren die beiden mit dem Polizeiauto durch die Straßen, achten auf verdächtige Personen und schlecht beleuchtete Häuser. In diesem Punkt unterscheiden sich die Beamten allerdings von den Tätern. „Die Einbrecher fahren meist mit mehreren Personen in einem Auto durch die Straße, parken das Fahrzeug und erkunden das Wohngebiet dann zu Fuß“, berichtet Teuber.

In der Regel seien im Landkreis überwiegend Einfamilienhäuser betroffen. „Die Entdeckungsgefahr ist bei freistehenden Häusern geringer“, so Teuber. Wenn die Beamten ein schlecht beleuchtetes Haus entdecken, klingeln sie und geben den Anwohnern Tipps, um sich besser vor Einbrüchen zu schützen – viele nehmen diese auch dankbar zur Kenntnis und schalten sofort das Licht ein. Sollte niemand zuhause sein, hinterlässt die Polizei einen Flyer, auf dem steht, was die Bürger besser machen sollten.

Viele Einbrüche finden rund um die Autobahnabfahrten statt. In der Samtgemeinde Sottrum sind dadurch Stuckenborstel und Sottrum am stärksten von solchen Taten betroffen. Vor allem die Sottrumer Lindenstraße und die von dort abzweigenden Seitenstraßen seien beliebte Ziele von Einbrechern, da sie schnell wieder verschwinden könnten. Das zeige, dass sich die Täter nicht die Mühe machen würden, den hintersten Winkel des Ortes zu suchen, sondern die Häuser nehmen, die am verkehrsgünstigsten liegen. „Sackgassen hingegen mögen Einbrecher gar nicht gerne. Dort sind die Fluchtwege zu unübersichtlich“, so Teuber.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter in der dunklen Jahreszeit zwischen 16 und 21 Uhr in die Häuser eindringen, ist recht hoch, wissen die Beamten. Dagegen schützen können sich die Anwohner unter anderem dadurch, dass sie viel helles Licht im Haus anmachen, auch wenn sie nicht zu Hause sind. So sieht das Gebäude nämlich immer bewohnt aus. „Eine kleine dunkle Leuchte reicht da aber nicht aus“, macht Teuber deutlich. Nur von der Weihnachtsbeleuchtung lassen sich die Täter auch nicht täuschen, stellt Steinke klar: „Die brennt ja wirklich immer.“

Die Polizeibeamten empfehlen den Anwohnern, in mehreren Räumen Licht einzuschalten – unter anderem auch im Obergeschoss. So könnten im Erdgeschoss die Jalousien heruntergelassen werden und dennoch würde das Haus bewohnt aussehen. Auch sollten die Jalousien im hinteren und seitlichen Bereich der Häuser bereits im Hellen heruntergelassen werden, wenn die Bewohner wüssten, sie kommen erst im Dunklen wieder. Auch die Fenster und Türen müssen mechanisch so gut sein, dass die Einbrecher diese mit kleinem Werkzeug nicht ohne Weiteres öffnen können. „Die Täter setzen sich in der Regel ein bestimmtes Zeitlimit. Wenn sie bis dahin nicht im Haus sind, brechen sie den Einbruchversuch ab“, erklärt Teuber. Eine Alarmanlage könne die Täter dann noch vertreiben, wenn sie es ins Haus geschafft haben.

Sollte man trotzdem einmal einen Einbrecher erwischen, ist es wichtig, nicht die direkte Konfrontation zu suchen, so die Polizisten. „Sich die Decke über den Kopf zu ziehen und schlafend zu stellen, ist aber auch nicht richtig“, so Teuber. Besser sei es, dem Täter zu signalisieren, dass man ihn entdeckt hat, Licht einzuschalten und laut zu sein. „Einbrecher wenden in der Regel nur Gewalt an, wenn sie sich der Verhaftung entziehen wollen“, beruhigt Teuber.

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