Friederike Paar gibt Einblicke in die Arbeit als Fraktionsvorsitzende und Ratsmitglied

Politik aus dem Ort für den Ort

Friederike Paar bereitet sich auch mal im Garten auf die Sitzungen vor. Den Haushaltsplan hat sie übrigens komplett durchgearbeitet – zwei Stunden hat das gedauert. - Foto: Tisemann

Sottrum - Von Jessica Tisemann. „Kommunalpolitik? Dafür habe ich keine Zeit.“ Das glauben viele, obwohl sie sich für die Belange ihrer Gemeinde interessieren und gerne einbringen wollen. In einer Mini-Serie berichten einige Mitglieder der Gemeinderäte über die Aufgaben, die so anfallen und, wie sich das Ganze mit dem Alltag in Einklang bringen lässt. Den Anfang macht Friederike Paar, seit 2006 Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat Sottrum.

Seit 2001 ist die 52-Jährige im Gemeinde- und im Samtgemeinderat aktiv. „Ich habe mich das erste Mal aufstellen lassen und bin gleich gewählt worden“, berichtet die Tierärztin. Sie sei vorher bereits im Schulelternrat aktiv gewesen und dadurch im Ort bekannt gewesen, so ihre Erklärung für den Wahlerfolg.

Die ersten Gehversuche hat sie im Jugendausschuss der Gemeinde und im Schulausschuss der Samtgemeinde gemacht. „Vor der Wahl hab ich mir ein paar Fraktionssitzungen angesehen“, erzählt Paar und empfiehlt das auch allen, die sich für ein Amt in der Kommunalpolitik entscheiden.

Die Idee mit den gelben Füßen auf dem Schulweg der Grundschüler stammt zum Beispiel von ihr. Nachdem der Vorschlag abgelehnt worden war, klemmte sie sich dahinter und hat diesen einfach an alle Fraktionsvorsitzenden geschickt – damit war der Antrag dann durch. „Das war die erste Erfahrung, bei der ich dachte, das kann nicht sein“, so Paar, die übrigens erst zur Wahl in die CDU eingetreten ist.

Die CDU hat bei aktuell sieben Mitgliedern im Gemeinderat jeweils zwei Sitze pro Ausschuss. „Die Ausschüsse tagen in der Regel nicht mehr als zweimal pro Jahr“, stellt Paar klar. Dazu kommen sechs bis sieben Rats- und etwa neun Fraktionssitzungen, die Paar vorbereitet. „Es hängt von jedem selbst ab, wie viel er machen möchte.“ In den Ausschüssen kann man sich aber durch ein Fraktionsmitglied vertreten lassen, wenn man an einem Termin keine Zeit hat. Anders ist das beim Rat. Da fehlt der Partei dann eine Stimme, sollte das Mitglied verhindert sein. Für Paar in dem Zusammenhang wichtig: „Ich bin ein strikter Gegner vom Fraktionszwang.“ Die Sacharbeit in der Kommunalpolitik stehe vor der Partei. „Wir machzen Politik aus dem Ort für den Ort“, so Paar.

Als sich Friederike Paar hat aufstellen lassen, war sie bereits Mutter von drei kleinen Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren. „Ich fand es sehr angenehm, dass die Sitzungen abends waren, so konnte ich den Nachmittag mit den Kindern verbringen.“ Die Kosten für die Kinderbetreuung könne man übrigens für die Zeit geltend machen. „So haben auch Eltern die Chance, sich zu beteiligen“.

Wichtig sei, dass man das Engagement in der Kommunalpolitik nicht als Arbeit ansehen dürfe. „Man kann aber auch nicht immer nur meckern und sagen, lass mich damit in Ruhe“, macht Paar deutlich.

Wer sich für die Arbeit in der Kommunalpolitik intreressiere, könne sich langsam herantasten und müsse auch nicht gleich Parteimitglied werden. „Man braucht keine Angst vor der Kommunalpolitik zu haben. Keiner erwartet, dass man sofort den Durchblick hat“, beruhigt die CDU-Fraktionsvorsitzende. Eine eigene Meinung wäre allerdings schon schön.

Die Serie

In einer Mini-Serie wollen wir in den kommenden Wochen mit einigen Mitgliedern in den Gemeinderäten der Samtgemeinde Sottrum sprechen. Sie erzählen, wie viel Aufwand ein Amt in der Kommunalpolitik mit sich bringt, wie sich dieses mit dem Beruf und dem Privatleben vereinbaren lässt und warum es sich lohnt, sich zu engagieren.

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