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Pflanzenschutzberater Heinrich Romundt kommt nach Winkeldorf

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Von: Antje Holsten-Körner

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Auch auf dem Kräuterfeld in Stapel finden Insekten reichlich Nahrung.
Auch auf dem Kräuterfeld in Stapel finden Insekten reichlich Nahrung. © ho

Der Pflanzenschutzberate Heinrich Romundt wirbt für mehr Blühflächen, damit Wildbienen nicht aus unserer Umgebung verschwinden. In einigen Wochen hält einen Vortrag in Winkeldorf. In der Samtgemeinde Sottrum gibt es Beispiele aus der Praxis.

Sottrum – Auch wenn das Thema Bienensterben derzeit nur äußerst selten in den Schlagzeilen zu finden ist, hat sich die Lage alles andere als entspannt. Viele denken dabei zuerst an die Honigbienen, die aber durch ihren mehrere Kilometer großen Radius ein breites Angebot an Nektar vorfinden. Dagegen leben in Deutschland mehr als 560 Wildbienenarten, von denen einige nur wenige Meter fliegen und daher auf Nahrung direkt in unmittelbarer Umgebung ihrer Brutstätten angewiesen sind.

Um ihren Schutz kümmert sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich Heinrich Romundt, hauptberuflich Pflanzenschutzberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Bremervörde, der demnächst einen Vortrag in Winkeldorf halten wird. „Die Wildbienen haben teilweise eine höhere Bestäubungsleistung als die Honigbienen“, hebt Romundt den großen Nutzen der kleinen Tiere hervor. Weiter erklärt er: „75 Prozent dieser Arten nisten unter der Erde, was im Umkehrschluss heißt: Wo regelmäßig Bodenbearbeitung erfolgt, kann sich keine Population aufbauen.“

Heinrich Romundt
Heinrich Romundt © ho

Daher wurden an ausgewählten Wegen in Stapel und Taaken – aber auch an vielen anderen Plätzen im ganzen Landkreis -– alle 30 bis 40 Meter rund drei mal 20 Meter große Slots mit Wildkräutern angelegt. Neben der notwendigen Bodenruhe finden die Insekten dort Schneckenhäuser, Totholz, Steinhaufen und vieles mehr. „Die Insekten sind Pflanzenspezialisten und brauchen daher ganz bestimmte Pflanzen, um sich entwickeln zu können“, so der 65-Jährige. Bei der Auswahl der Saaten legt er großen Wert darauf, dass es heimische Gewächse sind, denn anders als fremde Pflanzen sind diese genau für die Naturräume abgestimmt und sorgen für eine enge Beziehung zwischen Wildbienenart und Pflanze.

„Auf den ersten Blick ist dies zwar teuer, doch man kommt unheimlich weit damit“, weiß Romundt. Mit der Arbeit und der Finanzierung steht der Taakener nicht alleine da, denn alles verteilt sich auf viele Schultern. So hat er als Rotenburger Sprecher des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden Niedersachsen (ZJEN), der Oberorganisation der Jagdgenossenschaften, viele Kontakte. „Über die Jagdgenossenschaft habe ich Grundstückseigentümer am Haken“, verrät Romundt. Ebenfalls zu den Gemeinden, wie Horstedts Bürgermeister Michael Schröck, gibt es sehr gute Kontakte. „Sie stellen teilweise für anstehende Arbeiten auch ihre Wegemeister zur Verfügung“, freut er sich über das Engagement der Kommunalpolitik für die gute Sache.

Besonders wichtig ist dem Pflanzenschutzberater, die Bürger der jeweiligen Dörfer einzubinden. Jedes Jahr werden so gemeinsam neue Slots angelegt und bestehende nachgesät. „Im Frühjahr wird mit der Fräse die Grasnarbe abgeplaggt. Die entstandenen Haufen eigenen sich als Nistplätze“, erklärt der Umweltschützer. Besonders gut eignet sich Magerrasen. Nährstoffarmer Boden bietet Wildpflanzen gute Bedingungen“, weiß Romundt. Die Arbeit lohnt sich, auch wenn nicht sofort der Erfolg gesehen wird, denn ein großer Bestand an Insekten wird nicht nur zur Bestäubung gebraucht und ist daher für das Ökosystem unverzichtbar: „Es wirkt sich sogar positiv auf Wildbestände aus“, hebt der Taakener hervor, der betont, dass „jeder Bürger vor seiner Haustür mitmachen kann.“ Wer dazu beitragen möchte, kann sich am Montag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Winkeldorfer Dorfgemeinschaftshaus informieren, wenn Heinrich Romundt vor Beginn der offiziellen Ratssitzung zu dem Thema referiert.

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