Pfadfinder erzählen von ihrer Arbeit / Kaum Akzeptanz unter Gleichaltrigen

„Mach mal ‘nen Knoten“

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Neele Pauly und Henk Bodmann leiten den Stamm der Pfadfinder in Clüversborstel.

Clüversborstel - Von Jessica Tisemann. Zelte aufstellen, Bänke aufbauen, Feuer machen und Knoten binden – all das muss ein Pfadfinder können. Noch dazu sollte er gerne in der Natur unterwegs sein, betonen Neele Pauly und Henk Bodmann, Stammesleiter Zugvögel Clüversborstel – so nennt sich ihr Pfadfinderstamm, den es seit 1998 in dem kleinen Ort gibt.

Das Prinzip bei den Pfadfindern ist „Jugend erzieht Jugend“. Daher sind auch die beiden Stammesleiter mit 17 und 20 Jahren noch recht jung. „Wir wollen den Jüngeren die Natur näherbringen“, zeigt Bodmann eines der Ziele der Pfadfinder auf. Wichtig sei bei allen Aktionen auch der Zusammenhalt in der Gruppe. Daher tragen auch alle die gleiche Uniform – nur die Farben der Tücher unterscheiden sich. Neulinge haben zunächst gar kein Halstuch. Wenn sie bereit ein paar Dinge gelernt haben, gibt es eine Aufnahmefeier, bei der sie ein orangenes Tuch bekommen. Für das folgende Jahr sind sie dann Wölflinge. Nach einer zweiten Feier sind die Teilnehmer Pfadfinder und bekommen ein rot-blaues Tuch.

Bei all dem Spaß, der auch bei den Ausflügen und dem Sommerfest – das hat in diesem Jahr Amelie Bruhn organisiert – bei den Pfadfindern herrscht, gibt es auch Regeln, an die sich alle halten müssen. Alkohol und Zigaretten sind bei den Ausflügen nicht erwünscht. „Bier gehört nicht in die Gruppe. Das gehört zur Grundphilosophie“, betont Bodmann. „Wir haben auch eine gewisse Vorbildfunktion“, ergänzt Pauly. Außerdem sind technische Geräte wie Taschenlampen und Smartphones tabu. „Wir haben zwar immer ein Handy für den Notfall dabei, aber es macht die Gemeinschaft einfach stärker, wenn nicht ständig einer auf sein Handy guckt“, erklärt der 20-Jährige die Idee dahinter. Auch Feuerzeuge sind verpönt. Feuer machen die Pfadfinder nur mit Streichhölzern. Dafür haben die Stammesleiter auch noch einen Tipp: „Wenn es geregnet hat und das Holz ganz nass ist, dann brennt es nicht mehr so gut. Birkenrinde geht aber immer.“

Doch als Pfadfinder hat man es nicht immer leicht, geben die beiden Leiter zu. Der Stamm verliert vor allem im Übergang von der Grund- zur weiterführenden Schule einige Mitglieder. „Es dünnt sich nach oben hin aus. Es gibt einfach Phasen, in denen es uncool ist, bei den Pfadfindern zu sein“, so Pauly. Die 17-Jährige ist allerdings ein positives Beispiel. Sie ist nämlich in genau einer solchen Phase – im Alter von 13 Jahren – zu den Pfadfindern gestoßen, verrät sie. Auch mit Spott müssen die Mitglieder umgehen können. „Da kommt schon ab und zu mal ein Spruch, wie ‚Mach mal ’nen Knoten, du bist doch Pfadfinder‘“, gibt Bodmann zu. Doch damit lasse sich leben.

Wer bei den Pfadfindern mitmachen möchte, kann einfach in ihrem Vereinsheim an der Straße Zur Badestelle in Clüversborstel vorbeikommen. Alle Infos zum Stamm und den einzelnen Gruppen gibt es im Internet.

www.stamm-zugvögel.de

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