„Passt schon“

Samtgemeinderat verabschiedet Haushalt 2018

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Trotz Überschuss muss die Samtgemeinde weiterhin aufs Geld achten. 

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Er ist das Ergebnis von langen Verhandlungen und Kompromissen, doch am Ende konnte am Donnerstagabend jedes Mitglied des Sottrumer Samtgemeinderates zufrieden nach Hause gehen. Einstimmig hatte das Gremium zuvor den Haushalt für das Jahr 2018 verabschiedet. Neben der Kenntnisnahme des positiven Ergebnisses stand bei der Sitzung das gegenseitige Versprechen im Vordergrund, in Zukunft weiter mit „Augenmaß“ zu planen.

Denn selbst der Überschuss von 226 300 Euro wirkt klein, wenn man die Verschuldung der Samtgemeinde gegenüber stellt. Mit rund zehn Millionen Euro werde Sottrum Ende des Jahres in der Kreide stehen, legte der SPD-Fraktionsvorsitzende und Hellweger Gemeindebürgermeister Wolfgang Harling in seiner Haushaltsrede den Finger in die Wunde.

Der Fokus für die kommenden Jahre ist klar: „Wir müssen sehen, dass wir die Kreditaufnahmen zurückfahren“, sagte Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag zu Beginn der kurz gehaltenen Aussprache zum Haushalt. Aber, so geht aus dem Haushalt hervor: Liquide Mittel stehen der Samtgemeinde derzeit nicht in ausreichender Höhe zur Verfügung. Für 2018 ist deswegen eine Kreditermächtigung in Höhe von 1,2 Millionen und für 2019 in Höhe von 0,7 Millionen Euro eingeplant. Die Sozialdemokraten forderten in diesem Zusammenhang am Donnerstag bereits, dass man bald beginnt, ein Entschuldungskonzept zu entwickeln.

Inhaltlich „haben wir die richtigen Akzente gesetzt“, kommentierte Bürgermeister Freytag das in Papierform mehrere Zentimeter dicke Machwerk. Dem sind teilweise zähe Verhandlungen zwischen den Fraktionen vorausgegangen. Schulen, Abwasser und die Feuerwehren binden zurzeit viel Geld, und nicht immer war man sich in den vorangegangenen Fachausschusssitzungen darüber einig, welche Mittel mit Hinblick auf die immer noch schwierige finanzielle Gesamtsituation sinnvoll sind. Am Ende scheinen aber alle einen gemeinsamen Weg gefunden zu haben. So bilanzierte der parteilose Verwaltungschef Freytag: „Der vorgelegte Haushalt garantiert die Lebensqualität und die Standortsicherung der Samtgemeinde.“

Auch dem CDU-Fraktionschef und Sottrumer Gemeindebürgermeister Hans-Jürgen Krahn ist die Kooperation der Ratsmitglieder nicht entgangen. Er hob die sachbezogene Arbeit hervor. Ein Politikstil, der charakteristisch für das Gremium sei. Ein Beispiel hierfür sei der Kompromiss gewesen, dass erst die sanitären Anlagen in der Grundschule am Eichkamp erneuert werden und man dafür eine Toilette am Bahnhof ins kommende Jahr verschiebt.

Dem stimmten auch Robert Abel (POP) und Stefan Heinrich (Grüne) zu. Abel ergriff stellvertretend für die Fraktion aus seiner Partei, der FDP und WFB das Wort. Er legte sein Augenmerk auf die sogenannten freiwilligen Leistungen der Samtgemeinde wie Kulturförderung oder die Unterstützung des Vereins Simbav, für die die Samtgemeinde eigentlich nicht zuständig ist. Dort habe man im Blick gehabt, dass Sottrum eine lebenswerte Kommune bleiben soll. Heinrich bemängelte lediglich, dass die Themen Ökologie und Natur in diesem Haushalt zu kurz gekommen seien.

Was der Rat ebenfalls mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen durfte: Der Haushalt 2018 ist der letzte der Samtgemeinde, der ohne die nach der Doppik-Umstellung erforderliche und in Sottrum sehr verspätete Eröffnungsbilanz auskommen muss. SPD-Mann Klaus Dreyer ließ es sich nicht nehmen, sein Einverständnis in zwei letzten Worten Ausdruck zu verleihen: „Passt schon.“

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