Was K&S im Ortskern plant

Leiten das Projekt: Elbe-Bau-Geschäftsführer Georg Krantz (l.) und Bauleiter Michael Kaun.

Mit Appartements für sogenanntes Wohnen mit Service folgt das Sottrumer Unternehmen K&S an der Wieste einem Wohn-Trend in der älteren Bevölkerung. Das Projekt an der Kirchstraße ist mit sieben Wohnungen zur Miete vergleichsweise klein. Bundesweit will K&S sein Angebot auf rund 1 200 Wohneinheiten in den kommenden Jahren verdoppeln.

VON MATTHIAS RÖHRS

Sottrum – Ende August soll alles fertig sein. Es hat Startschwierigkeiten beim Bau gegeben, so Georg Krantz. Im Untergrund habe es unerwartet Torf gegeben, man habe umplanen müssen. Der Rohbau, der zurzeit an der Sottrumer Kirchstraße entsteht, steht daher auf 20 Meter langen Pfählen, die tief in den Boden gelegt wurden, bis endlich Tragbares erreicht wurde. An dieser Stellen soll ab Sommer sogenanntes Wohnen mit Service möglich sein. Für Sottrum selbst ist ein derartiges Projekt ein Novum. Deutschlandweit betreibt K&S bereits 20 Einrichtungen.

Krantz ist der Geschäftsführer der Elbe-Bau, die hauseigene Planungsgesellschaft des Sottrumer Betreibers von Seniorenheimen und Sozialeinrichtungen. Außerdem ist er Sohn des Firmengründers Hans-Georg Krantz. Wohnen mit Service, betreutes Wohnen, barrierefreies Wohnen, wie man es auch nennt: „Es gibt eine wahnsinnig große Nachfrage für dieses Wohnprodukt“, sagt er. Schon seit zehn Jahren versucht das Familienunternehmen, immer mehr Angebote auf diesem Markt zu machen. Aktuell sind es 600 Wohneinheiten auf 20 Anlagen, die K&S betreibt. „Die meisten im eigenen Bestand, einige wenige sind angemietet“, sagt Krantz. Das Unternehmen glaubt an dieses Konzept. „Wir wollen den Bestand in den nächsten drei bis vier Jahren verdoppeln.“

Von 600 auf 1 200 Wohnungen. Das Projekt im Sottrumer Ortskern leistet einen kleinen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels. Dort entstehen auf dem 776 Quadratmeter großen Grundstück sieben 55 bis 70 Quadratmeter große Einheiten für jeweils ein bis zwei Personen. Wobei Krantz den Bedarf in der Samtgemeinde eher auf 20 bis 25 Einheiten schätzt. Aber auf dem Grundstück ist zu wenig Platz für mehr. Im Erdgeschoss baut K&S zudem sechs Ein-Zimmer-Appartements für den Eigenbedarf: Für auswärtige Angestellte zum Beispiel, die in der Hauptstelle des Unternehmens an der Rotenburger Straße zu Besuch sind, oder neue, zugezogenen Pflegekräfte des direkt nebenan an der St.-Georg-Straße stehenden Seniorenheims, die noch keine Bleibe in der Gegend gefunden haben. Die sieben Wohnungen in den beiden Obergeschossen sind zunächst reine Mietwohnungen, deren Bewohner aber Serviceleistungen dazu buchen können – Catering im Heim, das Waschen von Wäsche in der angrenzenden Wäscherei, Haushaltsputz, die Teilnahme an Veranstaltungen nebenan. Vier Interessenten haben laut dem Elbe-Bau-Geschäftsführer bereits eine Wohnung in Sottrum reserviert. Rund 2,5 Millionen Euro lässt sich K&S dieses Projekt kosten. Ein vergleichbares Konzept gibt es im Südkreis nicht. Dem Vernehmen nach verfolgt die Specht-Gruppe allerdings ähnliche Pläne für einen Umbau der heutigen Sparkasse am Rotenburger Pferdemarkt.

Auch im Seniorenheim gibt es einige Veränderungen. So hat die K&S-Gruppe dort ein Blockheizkraftwerk gebaut, das zukünftig die sogenannte Residenz sowie den Neubau mit Wärmeenergie versorgen wird. Die unmittelbare Nähe zu einem Heim von K&S ist laut Krantz die Idealvoraussetzung für solche Projekte, auch wenn es teilweise nicht möglich ist. Nicht nur der kurzen Wege wegen: Oft sind es die Partner von Menschen, die stationär gepflegt werden, die diese Wohnungen mieten. „Die Pflegeverläufe verlaufen bei Paaren nicht parallel“, sagt Krantz. „So wohnt man zwar nicht mehr unter einem Dach, ist sich aber räumlich nah und kann den Tag miteinander verbringen.“

In den bereits bestehenden Einrichtungen sei das eine häufige Situation. Sollte man außerdem doch einmal die stationäre Pflege benötigen, braucht man durch einen kurzen Umzug von der barrierefreien Wohnung ins benachbarte Heim sein gewohntes Umfeld nicht mehr verlassen. „Es ist der Versuch ein Quartier zu schaffen, das neben dem stationären Angebot barrierefreies Wohnen ermöglicht“, so Krantz.

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