Olaf Feuerhake wechselt als Schulpastor an das Gymnasium Sottrum

Von der Kanzel in den Klassenraum

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Heiner Schröder verabschiedet Pastor Olaf Feuerhake. Er verlässt den Kirchenkreis.

Sottrum - Von Inken Quebe. Nach elf Jahren ist Schluss: Pastor Olaf Feuerhake verlässt den Kirchenkreis Ahausen-Horstedt-Sottrum. Aber weit weg verschlägt es ihn nicht. Er wechselt an das Gymnasium Sottrum, um dort als Schulpastor zu arbeiten.

Bereits seit 2009 teilt sich der 45-Jährige auf – 50 Prozent Gemeinde, 50 Prozent Schule. Seit 2012 habe er sich in einem Dilemma gesehen: „Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht beiden Seiten im gleichen Maße gerecht.“ Nun will er sich komplett auf die Arbeit mit Schülern konzentrieren. Wenn er von dieser „neuen“ Aufgabe erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen und spricht von einer „genialen Kombination“. „Ich gebe dort Religionsunterricht, aber ich bin eben auch Pastor.“ Viele der Schüler kennen ihn aus dem Gottesdienst oder dem Konfirmandenunterricht, daher „empfinden sie mich nicht nur als Lehrer“.

Vor allem habe er als Schulpastor mehr Freiraum als das restliche Kollegium – neben dem Unterricht in der Schule, gibt es auch einen Teil, der sich in der Kirche abspielt. Wie seine Arbeit konkret aussehen wird, bleibt erstmal vage: „Es geht nun darum, mit der Schulleitung, der Superintendentin und den Kirchenvorständen der Region Ahausen-Horstedt-Sottrum ein Konzept zu entwickeln.“

Feuerhake will am Gymnasium besonders die schulnahe Jugendarbeit etablieren. Bisher gebe es diese dort noch nicht. „Ich freue mich riesig auf diese Arbeit. Religion ist ein wunderschönes Fach, das viel Platz für existenzielle Fragen lässt“, schwärmt er. Bei seiner bisherigen Arbeit am Gymnasium habe er bereits festgestellt, dass die Schüler sich vor allem mit Fragen zum Sinn des Lebens auseinandersetzen. Der Schulpastor versteht seinen Unterricht dementsprechend zum Teil als Lebensorientierung.

Feuerhake, der in Hameln aufgewachsen ist und in Marburg studiert hat, merkt, dass die Schüler Interesse an dem Fach haben. Und das in Zeiten von Kirchenaustritten. „Die Jugendlichen sind sehr offen, wenn der Funke überspringt. Das macht viel Spaß.“ Kirchenvorsteher Heiner Schröder geht sogar noch weiter: „Gerade die Arbeit mit jungen Menschen bietet eine große Chance für die Kirche.“

Für den scheidenden Pastor findet Schröder viele lobende Worte: „Wir haben seine Mitwirkung immer als positiv empfunden. Er hat viele Impulse gegeben.“ Dazu zähle zum Beispiel der Konfiunterricht – „im Prinzip ist es sein ‚Baby‘“ –, den Feuerhake mitgestaltet hat. Auch war er lange in der St.-Georg-Stiftung aktiv, die er mitgegründet hat.

Dass sich Feuerhake aber verändern wollte, ist auch der Gemeinde nicht entgangen. „Wir haben gesehen, dass es ihm liegt, mit Schülern zusammen zu arbeiten“, so Schröder. Deshalb könne der Kirchenvorstand Feuerhakes Entscheidung verstehen. „Für die Kirchenregion ist es ein Verlust, aber für die Schüler ein Zugewinn“, ist er sich sicher. Feuerhake findet einen weiteren positiven Nebeneffekt: „In Zeiten von Stellenkürzungen wird eine weitere Pastorenstelle geschaffen. Einen Schulpastor gab es am Gymnasium Sottrum vorher nicht.“

Bei ihm schwingt trotz dem positiven Blick in die Zukunft Wehmut mit: „Das Schönste war die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen, besonders mit dem Kirchenvorstand.“ Aber auch der Kontakt zu seinem Pastorenkollegen Dietmar Meyer und dessen Vorgängerin Astrid Lier sei immer gut gewesen.

Für die Kirchengemeinde geht es nun also darum, eine Nachfolge zu finden. „In diesem Jahr wird die Pfarrstelle sicher vakant bleiben“, so Schröder. Vor allem, weil es sich nur um eine halbe Stelle handelt, sei der Posten für viele nicht so interessant. Um Pastor Meyer in dieser Zeit zu entlasten, bleibt Feuerhake zumindest für den Konfirmandenunterricht erhalten: „Ich beende diesen Jahrgang noch.“

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