Ohne klare Linie?

Grüne in Sottrum fordern einen Masterplan der Gemeinde für 2030

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In Sottrum fehlt eine klare Linie, sagen die Grünen. Sie wünschen sich einen Masterplan für die nächsten zwölf Jahre.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Wie soll Sottrum im Jahr 2030 aussehen? Diese Frage stellen sich die Grünen im Gemeinderat. Sie vermissen seitens Politik und Verwaltung einen Masterplan, ein Ziel, wohin die Reise gehen soll für die Wieste-Gemeinde. 

Im Moment, so ihr Eindruck, würden aktuelle Projekte keiner klaren Linie folgen. Entscheidungen würden zurzeit „von der Hand in den Mund getroffen“, bemängelt Ratsmitglied Lühr Klee. Gerade an den aktuell laufenden Planungen für einen Krippenneubau, der Ortskernentwicklung oder bei der Vermarktung des Gewerbegebietes an der Autobahn 1 krankt es nach Meinung der Grünen. Die Gemeinde arbeite unstrukturiert, es herrsche mangelnde Weitsicht bei Verwaltung und Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU).

Wie soll Sottrum im Jahr 2030 aussehen? Einen ersten Schritt, den Beginn, eine Antwort auf diese Frage zu finden, hat es dabei schon gegeben. Im August vergangenen Jahres gab es einen an mehreren Abenden stattfindenden Workshop, in dem der Blick in eine mögliche Zukunft gewagt wurde.

„Stillstand in dieser Sache“

Dieser war auch Thema in einer Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) vergangene Woche, als die Workshop-Leiterin Ute Scholz ihren Bericht abgab – nicht öffentlich. Ratsmitglieder haben am Workshop allerdings kaum teilgenommen, hört man von verschiedenen Stimmen in Sottrum. Wenige Stunden vor der VA-Sitzung moniert Grünen-Mitglied Sven Plaschke – kein Teil des Gemeinderates – während eines Pressegespächs der Grünen: „Seit einem dreiviertel Jahr herrscht Stillstand in dieser Sache.“

Die Zukunft beginnt jetzt, kann man einen oft gehörten Ausspruch bemühen. Das heißt aus Sicht der Partei: Keine weiteren „Schnellschüsse“ wie der Krippenneubau am zukünftigen Baugebiet „Dannert IV“, dessen geplanter Standort ihrer Ansicht nach immer noch der falsche ist – der Neubau solle besser in die Ortsmitte erfolgen, an der Bundesstraße 75. Hier offenbare sich die mangelnde Weitsicht beispielsweise. „Hätte man mit den Planungen nicht früher anfangen können?“, fragt Lühr Klee. Nun hätte man schlicht die einfachste Lösung genommen, aber nicht beste.

Überhaupt wäre es laut Grüne wünschenswert, wenn jeder Standort sowohl Krippe als auch Kindergarten wäre. Allein schon, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu kriegen – diese „Vision“ für 2030 steht bei der Partei hoch im Kurs. Das hieße auch, dass es einen Hort geben muss. In diesem Fall liegt den Grünen schwer im Magen, dass man die Altstadtleuchten im Ortskern für 240 000 Euro durch neue ersetzt hat. Das sei noch nicht notwendig gewesen. Das Geld hätte man gut in einen Hort investieren können.

Ortskernentwicklung großes Thema

Das nächste große Thema für dieses Jahr, aber auch bis 2030, ist die Ortskernentwicklung. „Hier fehlt das Gesamtprojekt“, sagt Plaschke. Man müsse die Bebauungspläne vollständig neu entwickeln, anstatt, wie zuletzt bei einem Projekt des Seniorenheims von K&S, wieder eine „Einzelfallentscheidung“ – Zitat Klee – zu fällen. Ratsfrau Marlis Musfeldt fragt: „Wo wollen wir denn hin?“ Dabei steht genau dieses Thema auf der Agenda der Gemeinde für 2018.

Und wenn man schon dabei ist: Bei zukünftigen Projekten sollen in Sottrum auch die Infrastruktur für E-Mobiltät – sprich: Ladestationen – und Fahrradverkehr berücksichtigt werden. Ein Vorbild sieht Klee nicht nur in Städten wie Bremen, sondern direkt nebenan in der Kreisstadt. „Dort macht man das seit Jahren. In Rotenburg gibt es einen Entwicklungsplan für den Fahrradverkehr.“

Behindern Altlasten die Verwaltung?

Bürdet sich die Verwaltung einfach zu viel auf? Diesen Eindruck scheinen die Grünen zumindest zu haben. Marlis Musfeldt spricht allerdings auch von „Altlasten“, die die Verwaltung noch abzuarbeiten hat. Umso unverständlicher für sie und ihre Parteifreunde ist in diesem Zusammenhang, dass sie mit Projekten und Ideen wie einem weiteren Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Stuckenborstel sich selbst noch mehr unnötige Arbeit schaffe. Da sei es auch schwierig nachzuvollziehen, warum die Vermarktung des Gewerbegebietes an der Autobahn 1 wieder im Rathaus angegliedert, und nicht in den Händen professioneller Vermarkter ist, so die Grünen.

„Es gibt viele Baustellen“, schließt Plaschke ab, „die man noch abarbeiten muss.“ Übrigens auch mithilfe der Einwohner Sottrums. „Sie können sich gerne mit einbringen“, sagt Klee, denn das sei identitätsstiftend für das Gesamtprojekt Sottrum 2030. Ob aber nun über Versammlungen, schriftlich oder online, ist offen. Wege gebe es viele. Wie soll Sottrum 2030 aussehen? Der Ausgang bleibt offen.

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