Gemeindebrandmeister Björn Becker zieht seine Bilanz 2020

Ohne Großeinsätze

Gemeindebrandmeister Björn Becker (r.) zieht, wie hier 2019 mit Jürgen Meyer aus Schleeßel, mit den Ortsbrandmeistern der Samtgemeinde an einem Strang.
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Gemeindebrandmeister Björn Becker (r.) zieht, wie hier 2019 mit Jürgen Meyer aus Schleeßel, mit den Ortsbrandmeistern der Samtgemeinde an einem Strang.

Sottrum – Im Corona-Jahr hätte es für die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Sottrum schlimmer kommen können: „Es gab zwar nur unerheblich weniger Alarmierungen als 2019, aber da keine Großfeuer oder andere zeitaufwändige Einsätze dabei waren, konnten wir schneller wieder abrücken“, bilanziert Gemeindebrandmeister Björn Becker, der froh ist, dass es zu keiner Infektion unter seinen Feuerwehr-Kameraden kam. Zum Vergleich: 2 379 Einsatzstunden im Jahr 2020 standen 5 975 im Vorjahr gegenüber, ein großer Unterschied.

Insgesamt mussten die 15 Ortswehren der Samtgemeinde im vergangenen Jahr 105 Mal ausrücken. Dabei ließ der erste Einsatz auf sich warten, denn erst am 23. Januar mussten die Brandschützer zu Hilfe kommen, als es in Stuckenborstel einen „Notfall hinter verschlossener Tür“ gab. Die letzte Alarmierung erfolgte am 29. Dezember in Hellwege, wo ein Baum von der Straße beseitigt werden musste. Zu diesen beiden Hilfeleistungen kamen noch 60 weitere sowie 23 Brandeinsätze in der Samtgemeinde Sottrum.

„Außerdem haben wir in den Nachbargemeinden unterstützt“, erklärt Björn Becker. Dazu kam Mitte August bei einem Flächenbrand in Bad Fallingborstel ein Einsatz mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft „Süd“. Aus der Samtgemeinde waren die Wehren aus Hellwege und Horstedt mit ihren Tanklöschfahrzeugen in der Heide, Sottrum rückte mit dem Einsatzleitwagen an. Zu den größten Einsätzen zählten im vergangenen Jahr im Mai ein Kellerbrand in Sottrum und Anfang Juli der brennende Holzschuppen in Hassendorf. Während beim Keller nur Rauch- und überschaubare Sachschäden gemeldet wurden, konnte der Schuppen nicht mehr gerettet werden, denn das Feuer hatte sich schnell auf das ganze Objekt ausgebreitet.

Am 4. Dezember wurden die Freiwilligen Feuerwehren nach Höperhöfen gerufen, denn dort war eine Starkstromoberleitung abgerissen. „Einen derartigen Einsatz hatte ich in meiner Feuerwehrzeit noch nicht“, so Gemeindebrandmeister Becker. Und das sind immerhin mehr als zwei Jahrzehnte. Bis der Energieversorger vor Ort war, wurde das Feld weiträumig abgesperrt.

Zu den positiven Ereignissen zählten im Jahr 2020 die Übergabe von drei Fahrzeugen an die Wehren. So erhielt Sottrum ein neuen Einsatzleitwagen, Bötersen ein Tanklöschfahrzeug und Stapel ein neues TSF-W.

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Wehren in der Samtgemeinde trotz der Pandemie 13 Neueintritte. „Wir konnten als eine der wenigen noch unseren Truppmann-1-Lehrgang abschließen“, freut sich Becker. Da es im Gegenzug Versetzungen in die Altersabteilung und Austritte gab, verringerte sich die Anzahl der Aktiven geringfügig auf 578, von denen 67 Frauen sind. Aber die Neuen konnten die Alterung der Freiwilligen Feuerwehr nicht aufhalten, denn der Altersdurchschnitt stieg von 39,3 auf 40,2 Jahre.

Schon kurz nach Abschluss des Truppmann-Lehrgangs setzte der Lockdown ein. Dadurch konnten die Jahreshauptversammlungen der Wehren aus Horstedt und Taaken nicht mehr stattfinden. „Wir haben bis zum 1. September nur die technischen Dienste zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft aufrechterhalten, aber alles andere heruntergefahren“, erklärt der Gemeindebrandmeister. Nur in den Monaten September und Oktober gab es Übungsdienste, bevor es erneut zum Lockdown kam. Noch sieht Becker das fehlende Training nicht als Manko an: „Es ist wie Fahrradfahren. Das Wissen ist da und kann abgerufen werden.“ Sollten die Übungsmöglichkeiten allerdings noch über einen längeren Zeitraum nicht gegeben sein, müssen Spezialtätigkeiten wie beispielsweise Atemschutz vorrangig betrachtet werden.

Die Durchführung der sonst im ersten Quartal anstehenden Jahreshauptversammlungen ist dagegen nicht zeitkritisch. „Wir haben die Versammlungen bis zum 1. Mai zurückgestellt“, sagt Björn Becker. Demnächst sind die Wehren in der Politik ein Thema, denn das erarbeitete Feuerwehrkonzept steht auf der Tagesordnung des Samtgemeinderates.

Mit einem positiven Beschluss können die Erforderlichkeiten, die für den reibungslosen Ablauf zum Schutz der Bevölkerung notwendig sind, in die Tat umgesetzt werden. Björn Becker hofft, dass die Feuerwehr-Kameraden weiterhin so besonnen mit dem Infektionsschutz umgehen: „Nicht auszurücken ist keine Option für uns.“  ho

Um für Einsätze wie in der Sottrumer Ortsmitte vorbereitet zu sein, sollten die Atemschutzgeräteträger auch in der Corona-Pandemie nicht mehr zu lange ohne Übungsmöglichkeiten sein.

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