Oberstufen-Theater-AG überzeugt bei der Premiere / Weitere Aufführungen

Dem Geheimnis auf der Spur

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John Watson (Adrian Varga) geht zusammen mit Scarlett Holmes (Francesca Waehneldt, r.) und Violet Hunter (Tina Uhlmann) dem Geheimnis von Copper Beeches nach.

Sottrum - Von Heidi Stahl. Einen spannenden Krimi-Abend mit einem Schuss Ironie hat die Oberstufen-Theater-AG des Gymnasiums Sottrum mit „Scarlett Holmes … und der Fall Copper Beeches“ in der Aula ihrer Schule am Montagabend geboten. Und das Publikum war begeistert.

Aus der Feder von Lehrer und Regisseur Orphéo Dominique Hipp stammt die Textvorlage nach den berühmten Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle. Er versetzte sie in die heutige Zeit, mit vielen Anklängen an die Originalzeit von 1890 und Beibehaltung der Charakteristik der Originalfiguren.

So verkörpert seine Scarlett Holmes (Francesca Waehneldt) schon in der ersten Szene die unverkennbaren logischen Gedankengänge des ursprünglichen Sherlock Holmes mit einem Spritzer Überheblichkeit. Sie verblüfft ihr Gegenüber, Medizinstudenten und Afghanistanrückkehrer John Watson (Adrian Varga), mit Vermutungen über seine Vergangenheit durch ihre Aufmerksamkeit auf kleine Dinge und ihrer unbestechlichen Beobachtungsgabe.

Die dramaturgischen Kniffe weisen eine hohe Professionalität auf, wenn beispielsweise Violet Hunter (Tina Uhlmann) Scarlett Holmes um Hilfe bittet, und in einer Rückblende ihre Geschichte erzählt. Diese stellt ihr Double (Mareike Bischoff) in einer Parallelszene auf der Bühne dar, während die gegenwärtige Situation in Holmes Wohnung wie eingefroren weiterhin sichtbar bleibt.

Zwei Handlungsstränge laufen vor den Augen der Zuschauer ab. Zuerst begibt sich Scarlett Holmes im unvermeidlichen Trenchcoat und Leder-Leggins auf Bitten von Inspector Lestrade (Joël Pohl) auf die Jagd nach dem blauen Diamanten, wobei eine hinreißende Actionszene bei der Überwältigung des Diebes – wieder in überblendeten Parallelszenen – nicht fehlen darf, bevor sie sich mit Watson der geheimnisvollen Geschichte von Violet auf dem Landgut Copper Beeches widmet.

Eine erstaunliche Unbefangenheit, Textsicherheit und Spielfreude zeigen die Darsteller, die ihre Charaktere mit schauspielerischer Stilsicherheit verkörpern. Kaum eine Spur von Lampenfieber ist zu merken, und wenn es doch einmal kurz am Text hapert, übernimmt der Mitspieler unmerklich den Part der Souffleuse. Der Fortgang der Geschichte soll an dieser Stelle nicht preisgegeben werden, denn Mittwoch und Freitag gibt es um 19 Uhr im Gymnasium weitere Aufführungen. Aber dass es ein Happy End gibt, das von Scarlett Holmes mit dem Satz von George Bernard Shaw: „Wenn eine Komödie mit einer Heirat endet, ist das der Beginn einer Tragödie“ süffisant kommentiert wird, sei verraten.

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