AG an der Oberschule Sottrum gestaltet unter Anleitung von Fabian Golly Graffitis

„Sprühen ist nur zehn Prozent“

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Mit eigenen Entwürfen hat die Graffiti-AG ein Wandbild (Hintergrund) in der Oberschule neu gestaltet.

Sottrum - Graffiti – nur eine Schmiererei? Nicht, wenn es unter Anleitung passiert, findet Fabian Golly. Er ist Kunsttherapeut bei der Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe („SoFa“) und wirkt in der offenen Jugendarbeit mit. So kam er an die Oberschule Sottrum, wo Golly die Grafffiti-AG leitet. Die Fünftklässler lernen, wie sie ihre Kreativität umsetzen können. Gemeinsam haben die 14 Schüler bereits ein Wandbild umgestaltet und das Ergebnis der Presse vorgestellt.

„Ich habe den Kids gezeigt, was es für Möglichkeiten beim Graffiti gibt“, erklärt der 32-Jährige, der in Sottrum wohnt. Zusammen mit der Gruppe hat er Ideen entwickelt und den Kindern gezeigt, wie sie die mit der Dose umsetzen können. „Zeichnen, zeichnen, zeichnen – das ist die Grundlage. Das Sprühen ist am Ende nur zehn Prozent der Arbeit.“ Für das Wandbild, dass schon vorher in der Schule hing, hat die Gruppe drei Einheiten benötigt. Gearbeitet wurde sowohl mit graphischen Elementen als auch mit Buchstaben. Golly: „Die Jungen haben lieber mit Buchstaben gearbeitet.“

Aber die Schüler hingen nicht nur im Klassenraum herum. Auch das Graffiti-Haus in Sottrum hat die AG schon besucht – und besprüht. „Da haben mein ‚SoFa‘-Kollege Johannes Graf und ich die Freifläche seit mehr als vier Jahren zur Verfügung. Da können die Kids alles frei ausprobieren“, so Golly. Die beiden nutzen die ungenutzten Räumlichkeiten selbst als Galerie.

Doch es geht nicht nur um Kunst. „Es ist auch eine präventive Maßnahme. Wir wollen, dass die Kids ein Forum für Kreativität haben – unter Anleitung und auf Flächen, auf denen es erlaubt ist.“ Golly klärt die Schüler auch über die Folgen des illegalen Sprühens auf.

Die Meinung unter den Schülern ist eindeutig. „Ich finde es toll, dass wir unserer Fantasie freien Lauf lassen konnten“, sagt der 10-jährige Jannis. „Es macht Spaß, selbst Skizzen zu zeichnen“, so Tom (11). Und auch die Lockerheit ihres Lehrers kam gut an. „Ich fand gut, dass wir Fabian nicht siezen müssen“, ergänzt der 10-jährige Kevin. Als einziges Mädchen ist noch die 11-jährige Paulina dabei – gestartet war das Team mit einem Mädchen und einem Jungen mehr. Trotz eindeutiger Unterzahl hat sie Gefallen an der AG gefunden: „Es war das erste Mal, dass ich gesprayt habe. Ich möchte auch gerne weitermachen.“

Luzie Kasten, die an der Oberschule den offenen Ganztag leitet, will die AG unbedingt fortsetzen: „Es ist aber noch nicht klar, für welche Altersklasse wir das im kommenden Schuljahr anbieten.“

iq

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